"Hat noch nicht alles gezeigt, was in ihm steckt" - Bradl exklusiv über Rossi

Stefan Bradl kommentiert das aktuelle Formtief von Valentino Rossi und ist noch nicht final überzeugt, dass der MotoGP-Publikumsliebling 2022 nicht mehr fährt

"Hat noch nicht alles gezeigt, was in ihm steckt" - Bradl exklusiv über Rossi

Magere vier WM-Punkte aus drei Rennen und Platz 19 in der Fahrerwertung: Valentino Rossi erlebte keinen guten Start in die MotoGP-Saison 2021. Abgesehen vom überraschend starken Qualifying beim Saisonauftakt in Katar blieb Rossi einiges schuldig. Wir haben exklusiv bei Stefan Bradl nachgefragt, ob 2021 die Abschiedstournee der Startnummer 46 sein wird und wie es 2022 weitergehen könnte.

Einige Experten und Fans sind überzeugt, dass Valentino Rossi den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpasst hat. Das sieht Stefan Bradl anders. "Nein, er hat den Absprung nicht verpasst, denn er hat in einigen Jahren noch um den Titel mitgekämpft, konnte Rennen gewinnen und ist aufs Podium fahren. Warum hätte er aufhören sollen?", fragt Bradl im umfangreichen Video-Interview, das Sie auf dem YouTube-Channel von Motorsport-Total.com sehen können.

"Aktuell verkauft er sich nicht perfekt, aber das hat auch mit der jungen Generation zu tun, die sehr viel Druck macht. Damit hat er aktuell ein bisschen zu kämpfen", erkennt Bradl im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Stefan Bradl traut Valentino Rossi weiterhin gute Ergebnisse zu

Den neunmaligen Weltmeister abzuschreiben, wäre laut Bradl keine gute Idee. "Ich denke, dass er noch nicht alles gezeigt hat, was in ihm steckt", bemerkt der Zahlinger. Einen WM-Anwärter sieht Bradl in Rossi aber nicht mehr. "Weltmeister wird er nicht mehr werden", so der Honda-Testpilot über die Aussichten des 42-jährigen Italieners.

"Ich denke, dass Valentino Rossi Manns genug ist und selbst am besten weiß, wann der Zeitpunkt gekommen ist, um zurückzutreten. Er hat immer noch Spaß", erkennt Bradl und erklärt: "Es ist nicht sein Beruf sondern es ist seine Leidenschaft. Und das sollte man respektieren."

"Die Leute lieben ihn, weil er so eine Ikone ist, weil er die MotoGP zum großen Teil mit seiner Show bereichert hat. Er hat sensationelle Rennen gezeigt und sich als Person vermarktet und verkauft. Er wurde zum Publikumsliebling", kommentiert Bradl.

Wird die Saison 2021 die Abschiedstournee der Startnummer 46?

Doch wenn Rossi bei den kommenden Rennen in Jerez und Le Mans nicht deutlich mehr erreicht als bei den vergangenen drei Grands Prix, dann könnte 2021 die Abschiedstournee der Startnummer 46 werden. Beim Heimrennen in Mugello möchte sich Rossi entscheiden.

Valentino Rossi, Stefan Bradl

Valentino Rossi und Stefan Bradl trafen bei den beiden Katar-Rennen aufeinander

Foto: Motorsport Images

"Es sind noch ein paar Rennen offen, bis er sich entscheidet, ob er zurücktritt oder weitermacht. Er hat bereits gesagt, dass er gern noch ein oder zwei Jahre dranhängen würde, wenn es gut läuft", bemerkt Bradl, der Rossi gern weiter auf dem Motorrad sehen würde.

Der MotoGP wird Rossi voraussichtlich auch nach seiner Zeit als Fahrer erhalten bleiben. Hinter den Kulissen wird an einem VR46-Team gearbeitet. Rossi am Kommandostand ist für Bradl eine merkwürdige Vorstellung. "Will er denn überhaupt Teamchef werden? Ich kann es mir zwar vorstellen, aber ich tue mich schwer damit", gesteht der Deutsche.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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