"Hatte nichts zu verlieren": Stefan Bradl pokert mit Slicks und holt WM-Punkte
Stefan Bradl springt in Motegi am Samstag für Alex Rins ein - Im nassen Grand Prix pokert der Deutsche mit Slicks und freut sich am Ende über zwei WM-Punkte
Alex Rins kehrte in Japan nach fast viermonatiger Verletzungspause zurück. Nach dem Trainingstag in Motegi musste er allerdings das Handtuch werfen: "Am Morgen konnte ich viele Runden abspulen, am Nachmittag dann wegen der Schmerzen im Bein nicht so viele."
"Es ist mehr oder weniger das, was wir erwartet haben", so Rins. "Wir wollten sehen, wie es mit meinem Bein geht und wie groß der Schmerz ist. Die Ärzte hatten mir erlaubt hierherzukommen, aber sagten, hör auf, wenn der Schmerz zu groß wird."
Stefan Bradl sprang so wie zuletzt in Indien im LCR-Team ein. "Ich hatte das schon erwartet", sagt der Deutsche. "Als mich Lucio [Cecchinello] am Mittwoch angerufen und mir gesagt hat, dass Alex kommt und es probieren will, habe ich genau erwartet, was letztendlich auch passiert ist."
"Dass er es am Freitag probiert und dann mir das Motorrad übergibt. Es ist verständlich, dass er es nach so einer schweren Verletzung und der langen Pause versuchen wollte. An diesem Punkt sind wir." Somit war Bradl ab dem Samstag wieder im Einsatz.
Aber einfach war es nicht: "In den vergangenen vier Wochen bin ich verschiedene Chassis gefahren. Es waren komplett andere Konfigurationen. Sich in kurzer Zeit darauf einzustellen, war schwierig. Ich wäre am Samstag mehrmals fast gestürzt."
Interessant war nämlich, dass die Motorräder von Rins mit einer alten Chassis-Version aufgebaut waren. Es war jenes Chassis, mit dem er im Frühling in Austin gewonnen hat. Außerdem hatte Rins die alte Aerodynamik vom Saisonanfang montiert.
Für Bradl rüstete man am Samstag auf die neue Aerodynamik um, die er auch schon in Indien gefahren ist. Nach den Schwierigkeiten mit dem alten Chassis am Samstag erhielt er für den Sonntag dann auch eine neuere Version.

Der abwechslungsreiche Sonntag hat Stefan Bradl Spaß gemacht
Foto: Motorsport Images
Als es beim Start des Grand Prix zu regnen begann, entschied sich Bradl so wie Michele Pirro (Ducati) und das Yamaha-Trio dazu, nicht am Ende der ersten Runde an die Box zu kommen und auf das zweite Motorrad mit Regenreifen zu wechseln.
"Ich hatte nichts zu verlieren", lacht Bradl. Er wurde bis auf Platz zwei nach vorne gespült. "Aus meiner Sicht hat Quartararo den besten Zeitpunkt [für den Boxenstopp] gewählt." Am Ende der zweiten Runde war der Yamaha-Fahrer in die Box abgebogen. Bradl folgte einen Umlauf später.
"Für mich hätte es aber am Ende nicht viel geändert. Es hat Spaß gemacht zu sehen, als alle an die Box gefahren sind. Das Rennen war bestimmt aufregend zu verfolgen. Auch mir hat es Spaß gemacht, weil es kein normales Rennen war. Ich freue mich über die beiden WM-Punkte."
"Mit Regenreifen war meine Pace ziemlich gut. Als es dann stärker regnete, hatte ich ein schönes Duell mit Cal. In der Gischt wollte ich aber nicht ganz dicht hinter ihm fahren. Die Rennleitung hat, meiner Meinung nach, zum richtigen Zeitpunkt abgebrochen. Ein Neustart wäre zu gefährlich gewesen."
Japan war Bradls sechster Renneinsatz in dieser Saison. Zum vierten Mal hat er WM-Punkte gesammelt. In zwei Wochen wird er auch in Indonesien vor Ort sein, wenn Rins voraussichtlich den nächsten Comeback-Versuch in Angriff nimmt. "Ja, ich habe ein Flugticket", bestätigt Bradl.
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
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