Honda-Fahrer loben neues MotoGP-Motorrad: Aber eine Schwachstelle bleibt
Hondas neue RC213V sorgt beim Sepang-Test für Aufsehen - Die Fahrer loben den deutlichen Fortschritt - Nur ein Bereich bereitet noch Sorgen
Joan Mir sieht Honda noch nicht auf Augenhöhe mit Ducati
Foto: AFP
Das einhellige Fazit der Honda-Fahrer nach dem Sepang-Test lautete: Die überarbeitete Honda RC213V ist das beste MotoGP-Motorrad, das sie je gefahren sind. Doch die Frage bleibt, ob die Fortschritte groß genug sind, um den Sprung an die Spitze zu schaffen.
"Nun", sagt Honda-Teamchef Alberto Puig, "wir sind sehr zufrieden, weil wir große Fortschritte mit der Maschine gemacht haben. Wir haben an vielen kleinen Details gearbeitet, die am Ende ein gutes Gesamtergebnis ergeben."
"Es war also keine Revolution des Motorrads, sondern vielmehr eine gezielte Verbesserung in den Bereichen, von denen wir genau wussten, dass wir daran arbeiten müssen. Keine riesigen Veränderungen, aber kleine Dinge, die in der Summe einen großen Unterschied machen."
"Ich meine, das Motorrad funktioniert jetzt gut, wir sind auch mit der Motorleistung zufriedener. Das Motorrad selbst ist besser geworden. Wir sind zufrieden, und das Wichtigste ist, dass die Fahrer glücklicher sind. Ich kann sagen, dass unser Ziel klar ist: sobald wie möglich zu gewinnen."
Joan Mir ließ am zweiten Testtag mit einer Qualifying-Runde in 1:56.874 Minuten aufhorchen. Das ist die schnellste Honda-Runde jemals in Sepang. Allerdings fuhr Alex Marquez (Gresini-Ducati) am letzten Testtag um vier Zehntelsekunden schneller.
Am letzten Tag absolvierte Mir auch eine Sprint-Simulation, mit der er sich zufrieden zeigte. Denn sie war schneller als im vergangenen Herbst. "Es war gut, aber wenn man sich das Tempo der Ducati-Jungs anschaut, vor allem von Alex, dann sind wir weit weg, wirklich weit", räumt Mir ein.
"Wir haben uns im Vergleich zum letzten Jahr verbessert. Ich konnte konstant in den 1:58er-Zeiten fahren, fast über das ganze Rennen, bis auf die letzten zwei, drei Runden, wo ich dann 1:59er gefahren bin. Das ist kein schlechtes Tempo."
"Trotzdem glaube ich, dass Ducati in dieser Vorsaison noch einmal einen Schritt gemacht hat - sie sind sehr stark." Dennoch ist Mir mit den Fortschritten insgesamt sehr zufrieden. Er fühlt sich wohl und hatte beim Test auch keinen Sturz.
Woran Honda noch arbeiten muss
Gleichwohl gibt es laut dem Ex-Weltmeister einen Aspekt, auf den sich Honda noch stärker konzentrieren muss: "Grip. Beim Grip sind wir immer noch ziemlich weit weg. Mit mehr Grip kannst du den Spin besser kontrollieren, der Reifen baut weniger ab - das beeinflusst einfach alles."
Mir sieht Ducati als Referenz, doch Honda schätzt er nicht zu weit dahinter ein: "Was das Renntempo betrifft, bin ich dabei. Wenn morgen ein Rennen wäre, denke ich, könnten wir um die Top 5, vielleicht Top 4 kämpfen - aber viel mehr wohl nicht."
Teamkollege Luca Marini will keine konkreten Zahlen nennen und ordnet Honda folgendermaßen ein: "Das ist hier in einem Test nicht leicht zu beurteilen, weil man nie genau weiß, welche Reifen oder wie viel Sprit die anderen fahren, selbst bei einer Simulation."

Luca Marini hinter dem schnellsten Fahrer des Tests: Alex Marquez
Foto: Getty Images AsiaPac
"Deshalb ist es schwer, das wirklich einzuschätzen. Wir werden es sicher beim Test in Thailand sehen, aber wie immer wird im normalen Grand Prix dann alles klarer." Marini setzte sich in Sepang nicht mit Topzeiten in Szene. In seiner besten Runde fehlten 1,2 Sekunden.
Der Italiener spürt zwar ebenfalls Fortschritte, würde Honda aber ungefähr dort einordnen, wo man auch Ende 2025 stand: "Wir haben das Motorrad in vielen Bereichen verbessert, vor allem beim Anbremsen und am Kurveneingang."
"Wir können zufrieden sein, aber es gibt natürlich noch viel zu tun, denn wie immer scheint jeder Hersteller weiter Fortschritte zu machen. Dadurch ist der Abstand ähnlich wie beim Grand Prix hier, also müssen wir weiter pushen und in dieser Richtung weitermachen."
"Ich denke, Thailand wird sehr wichtig sein, um das Motorrad gut für das erste Rennen einzustellen, vor allem, weil wir dort noch einige neue Teile haben", blickt Marini auf den Buriram-Test voraus. "Mal sehen, was wir finden können."

Johann Zarco arbeitete daran, sein Gefühl wieder aufzubauen
Foto: Getty Images AsiaPac
Johann Zarco begann den Sepang-Test mit nur einem Motorrad, da einige Transportboxen verspätet ankamen. Der Routinier sprach zunächst von keinem guten Gefühl, konnte das aber im Laufe der drei Tage etwas besser aufbauen.
"Ich habe diesen Sepang-Test mit einem positiven Gefühl beendet", berichtet der Franzose. "Insgesamt habe ich mich zu Beginn des Tests etwas schwergetan, aber wir konnten die Probleme lösen und den Test auf eine gute Weise abschließen."
"Ich war konstanter unterwegs, und das ist wichtig. Wir hatten ein bisschen mit Reifenabbau zu kämpfen, aber das war bei allen so. Das Bike hat sich verbessert, und jetzt versuchen wir nur noch, die richtige Balance zu finden. Wir müssen einfach so weiterarbeiten."
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