Honda in Aragon: Rookie Diogo Moreira stellt Werksteam in den Schatten
Diogo Moreira begeisterte im Verfolgerfeld, Joan Mir und Luca Marini kämpften mit der RC213V - Ein durchwachsenes Wochenende für Honda in Aragon
Rookie Diogo Moreira war in Aragon der beste Honda-Fahrer
Foto: Gold Gold
MotoGP-Rookie Diogo Moreira vom LCR-Team war im MotorLand Aragon der beste Honda-Fahrer. Im Sprint kam der 22-Jährige als Siebter und im Grand Prix als Neunter ins Ziel, nachdem er in der letzten Runde noch eine Position an Enea Bastianini (Tech3-KTM) verlor. Das Honda-Werksteam schaffte es in beiden Rennen nicht in die Top 10.
Trotzdem hatte auch Moreira auf dieser Strecke mit einem Grundproblem der RC213V zu kämpfen: "Das ist im Grunde immer dasselbe. In Schräglage verlieren wir sehr viel Grip. In diesen langen Kurven ist es deshalb schwierig, etwas zu finden."
"Beim Kurveneingang konnte ich mich verbessern. Aber in dieser Phase am Kurvenausgang stehen wir noch immer am gleichen Punkt", sagt der Brasilianer. Trotzdem konnte er im Verfolgerfeld mitkämpfen.
"Ja, ich habe es genossen", sagt er zu den zahlreichen Duellen. "Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Zu Beginn war es schwierig, denn wir wissen, dass der Medium-Reifen schwer auf Temperatur zu bringen ist."
"Bei Honda ist das für uns außerdem etwas schwieriger. Aber ich denke, wir haben das Rennen gut gemanagt. Gegen Ende habe ich versucht, mit Enea zu kämpfen. Erst in der letzten Runde habe ich im letzten Sektor einen Fehler gemacht."
"Unser Problem liegt letztlich in der Kurvenmitte. Das ist wohl auch der Grund, warum ich gegen Rennende etwas zurückfiel. Aber ich denke, wir haben uns im Laufe des Wochenendes verbessert."
Auch sein LCR-Teamkollege Johann Zarco konnte sich bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause in Szene setzen. Am Freitag qualifizierte sich der Routinier direkt für Q2 und sammelte im Sprint als Neunter einen WM-Punkt.
Im Grand Prix verlor Zarco durch zwei Long-Lap-Strafen, die er für den Startunfall in Barcelona erhalten hatte, viel Boden. Deshalb kam er am Sonntag nur als 15. ins Ziel, lag aber nur eine Sekunde hinter Luca Marini.
Marini: Sturz im Sprint, 14. im Grand Prix
Das zeigte, dass das Honda-Werksteam deutlich größere Probleme hatte. Im Sprint stürzte Marini bereits in der ersten Runde in Kurve 6: "Ich bin allein gestürzt. Es war ein ziemlich harter Sturz, und ich habe einige Schmerzen."
Obwohl der Italiener im Grand Prix nur 14. wurde, gewinnt er dem Rennen etwas Positives ab: "Das war das Wichtigste: Ich konnte das Rennen ohne allzu viele Probleme fahren."
"Abgesehen davon gibt es auch etwas Positives: Wir haben gut am Set-up gearbeitet. Wir haben ein wenig mehr Potenzial für das Qualifying gefunden. Ich war im Qualifying aber nicht gut genug, um es zu nutzen. Das war mein Fehler."

Luca Marini konnte Fortschritte beim Set-up nicht in Performance umsetzen
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
Und was sagt Marini zur starken Vorstellung von Moreira? "Ich finde, Zarco war ebenfalls außergewöhnlich. Diogo hatte ein großartiges Wochenende, aber mehr kann ich dazu nicht sagen."
"Sie fahren sehr gut, sie haben viel Grip am Hinterrad und nutzen ihn in den Kurven gut. Sie fahren einfach sehr gut." Genau das gelang den beiden Werksfahrern in Aragon jedoch nicht.
Mir sorgt sich: "Langsamer als im Vorjahr"
Auch Joan Mir hatte Mühe. "Die Realität ist, dass die Erwartungen etwas höher waren. Ich hatte erwartet, ein besseres Gefühl für das Motorrad zu haben", sagt der ehemalige Weltmeister.
"Das Set-up, das wir in Silverstone hatten, haben wir hier verwendet, oder zumindest ein ähnliches. Aber das war nicht die richtige Richtung. Ich konnte das Motorrad nicht verzögern. In Silverstone war der Grip sehr hoch, hier ist er extrem niedrig."
"Beim Bremsen liegt eigentlich meine Stärke. Aber ich kann die Kurve nicht richtig anfahren. Ich fahre immer weit, und je mehr ich versuche, desto weiter komme ich nach außen."
"Wenn du hier nicht zu 100 Prozent pushen kannst, hast du keine Möglichkeit, noch etwas mehr herauszuholen." Mir stand auf Startplatz 15, Marini startete dahinter als 18. Das war eine schwierige Ausgangslage.

Joan Mir war langsamer als im Vorjahr und macht sich Sorgen
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
Im Sprint beendete Mir die erste Runde nur als Vorletzter. "Enea hat mich in Kurve 3 berührt, und dadurch musste ich weit gehen. Ich bin in die Auslaufzone geraten", nennt Mir den Grund für seinen Rückfall.
Die Rennkommissare untersuchten diesen Zwischenfall nicht. Mir beendete den Sprint als 16. und schätzte, dass er die Pace für die Top 7 gehabt hat. Dieses Ergebnis war aber auch im Grand Prix nicht in Reichweite.
Mir kam als Zwölfter ins Ziel, drei Sekunden und drei Plätze hinter Moreira. "Die mangelnde Performance, die wir an diesem Wochenende hatten, kam nicht überraschend."
"Was mir persönlich Sorgen macht, ist", sagt Mir, "dass ich mehr als zehn Sekunden langsamer war als im vergangenen Jahr. Das beunruhigt mich etwas, denn wir müssen verstehen, warum ich an diesem Wochenende so große Probleme hatte."
"Das betraf vor allem das Verzögern des Motorrads. Wenn wir diese Stärke nicht haben, verliere ich meinen Vorteil gegenüber den anderen. Wenn ich beim Anbremsen keinen Unterschied machen kann, habe ich in allen Bereichen Probleme. Das fasst in etwa zusammen, was an diesem Wochenende passiert ist."
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