Reaktion
MotoGP Misano
Honda: Misano spielt RC213V in die Karten, aber Ausbeute nicht optimal
Marini egalisiert sein bestes Qualifying-Ergebnis seit er für Honda fährt und holt zweimal Punkte - Zarco und Moreira mit Stürzen - Mir gibt kraftlos auf
Mario Fritzsche Gerald Dirnbeck
Bearbeitet: 15.09.2026, 19:49
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Luca Marini war in Misano am gesamten Wochenende schnellster Honda-Fahrer
Foto: Stephen Stephen
Das zurückliegende Misano-Wochenende war für Honda eines der besseren in der laufenden MotoGP-Saison 2026. Das gilt nicht unbedingt bezogen auf die Rennergebnisse, aber bezogen auf die Performance am gesamten Wochenende und bezogen auf das Gefühl, das die RC213V allen voran Luca Marini und Johann Zarco vermittelt hat.
Honda-Werkspilot Marini und auch LCR-Pilot Zarco schafften im Training am Freitag mit P7 respektive P8 den direkten Q2-Einzug für Samstag. In eben diesem Q2-Segment des Qualifyings egalisierte Marini dann mit P6 sein bestes Qualifying-Ergebnis seit er auf einer Honda sitzt. Das ist seit Saisonbeginn 2024 der Fall.
In Misano 2025 hatte es Marini erstmals als Honda-Pilot auf den sechsten Startplatz und damit in die zweite Startreihe geschafft. In Mandalika 2025 gelang ihm das ebenfalls. Misano 2026 war nun das dritte Wochenende, das er mit der RC213V aus der zweiten Startreihe in Angriff nahm.
Nach einem, wie er sagt "wirklich positiven Freitag", an dem das Motorrad "von Beginn an richtig gut funktioniert hat, weil diese Strecke unglaublich viel Grip bietet", ging Marini mit jeder Menge Zuversicht ins Qualifying. Seine Aussage nach der Zeitenjagd war ebenfalls positiv: "Im Qualifying haben wir das Bestmögliche erreicht. Das Ergebnis zeigt, wie stark wir uns verbessert haben."
Im Sprint kam Marini auf P9 ins Ziel. Mit ausschlaggebend dafür, dass er im Vergleich zu seiner Startposition drei Plätze hergeben musste, war "ein Zweikampf mit Pedro [Acosta], der mich zwei Positionen gekostet hat. Ich wusste aber ohnehin, dass die Jungs vor mir schneller sein würden als ich, nachdem sie schon im Training und im FP2 eine stärkere Pace an den Tag gelegt hatten".
Johann Zarco ärgert sich über Sturz im Kampf um die Top 10
Zarco kam von P11 gestartet im Sprint auf P10, und somit direkt hinter Marini, ins Ziel. Der Franzose war eigener Aussage zufolge "ein bisschen frustriert, weil es mir am Vormittag [im Qualifying] nach einem starken Freitag nicht gelungen ist, einen Schritt nach vorn zu machen. Ob es ein Schritt rückwärts war, weiß ich allerdings auch nicht".
Den Schritt rückwärts gab es für Zarco am Sonntag. In der Startaufstellung für den Grand Prix musste er eine Rückversetzung um drei Positionen hinnehmen. Die hatte er sich eingefangen, weil er im Qualifying Marco Bezzecchi aufgehalten hatte. Vom 14. Startplatz kommend fuhr Zarco im Grand Prix zwischenzeitlich an zehnter Stelle. Vier Runden vor Schluss war er Zwölfter und damit auf Kurs zu vier WM-Punkten. Dann aber ist er gestürzt.

Johann Zarco ärgert sich über seinen Sturz am Sonntag kurz vor Schluss
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
"Es geht mir gut. Es war ein langsamer Sturz, nachdem ich in Kurve 8 meinen Bremspunkt ein wenig verpasst habe und zu weit nach außen kam", berichtet Zarco. "Es wären dann nur noch drei Runden gewesen und ich wollte unbedingt noch um die Top 10 kämpfen." Der größte Fehler war seiner Ansicht nach aber nicht der Sturz.
"Der größte Fehler war, dass es mir nicht gelungen ist, Fabio [Quartararo] zu überholen. Als dann Bastianini von hinten kam, war mir klar, dass er nicht lange hinter ihm bleiben würde. Ich glaube, dass ich rein vom Tempo her zumindest hätte mithalten können. Den Sturz konnte ich aber leider nicht vermeiden", so Zarco.
Luca Marini mit zweimal P9 in den Rennen nicht restlos zufrieden
Marini, der den Grand Prix genau wie den Sprint vom sechsten Startplatz in Angriff nahm, kam abermals auf P9 ins Ziel. Restlos zufrieden ist der Honda-Werkspilot mit der Ausbeute bei seinem Heim-Grand-Prix aber nicht.
"Über den siebten Platz hätte ich mich mehr gefreut. Ich habe alles gegeben und bin sicher, dass mich 'Diggia' hassen wird. Ich habe ihm 15 Runden lang die Tür zugemacht. Das war die einzige Möglichkeit, ihn hinter mir zu halten", sagt Marini.

Luca Marini hielt Fabio Di Giannantonio lange in Schach, dann gab es ein Problem
Foto: Mirco Lazzari gp / Getty Images
"Dann aber", so Marini weiter, "hatte ich acht Runden vor Schluss auf einmal starke Vibrationen im Hinterreifen. Der Reifen drehte sozusagen auf der Felge durch. Aufgrund der Vibrationen konnte ich nicht mehr volle Schräglage fahren. Ich habe gekämpft, aber so konnte mich 'Diggia' leicht überholen".
"Anschließend war nichts mehr zu machen. Insgesamt bin ich mit dem Wochenende trotzdem ganz zufrieden, denn es war ein starkes. Ich war in allen Sessions schneller als meine Markenkollegen. Mehr kann ich nicht tun", so Marini.
Diogo Moreira rätselt über richtige Linie in Kurve 11
Weniger positiv verlief das Misano-Wochenende für die Teamkollegen von Marini und Zarco. Im LCR-Team hatte MotoGP-Rookie Diogo Moreira große Probleme mit der ultraschnellen Rechtskurve auf der Gegengeraden, der berüchtigten "Curvone".

MotoGP-Rookie Diogo Moreira kam in der ultraschnellen "Curvone" nicht zurecht
Foto: Stephen Blackberry / NurPhoto via Getty Images
"Diese Kurve ist ganz anders als auf dem Moto2-Bike. Ich kann einfach die Linie nicht halten. Ich habe versucht, Luca [Marini] zu folgen, aber es geht nicht. Ich verliere allein in diesem dritten Sektor 0,2 Sekunden auf ihn, auf Bezzecchi noch weitere 0,2 Sekunden", rätselte der Moto2-Weltmeister von 2025 am Samstag. Im Qualifying belegte Moreira P15, im Sprint P11, im Grand Prix schied er genau wie Teamkollege Zarco mit Sturz aus.
Noch schlechter als für Moreira verlief das Misano-Wochenende für Joan Mir. Der Honda-Werkspilot kam im Qualifying nicht über P17 hinaus, kam im Sprint gar nur als 20. ins Ziel und gab im Grand Prix schon nach vier Runden auf, weil er körperlich alles andere als auf der Höhe war.
Joan Mir rätselt über körperliche Schwäche am Misano-Wochenende
Nach dem Sprint hatte Mir verraten: "Ich hatte heute kaum Energie. Ich war schon beim Arzt, um zu verstehen, warum ich mich so schwach fühle. Von 100 Prozent will ich gar nicht reden, ich fühle mich nicht mal bei 50 Prozent. Es sind keine Magenschmerzen, es sind Kopfschmerzen. Ich bin müde und merke, dass ich nicht präzise bin. Das ist gerade meine größere Sorge als das Motorrad."

Joan Mir klagte am Samstag und Sonntag über rätselhafte Kopfschmerzen
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Nach seiner frühen Resignation im Grand Prix, weil er am Ende seiner Kräfte war, lässt Mir noch ausrichten: "Leider war wieder genauso. Ich hatte überhaupt überhaupt keine Energie beim Fahren. Ich habe es probiert, aber es gab ohnehin nichts zu gewinnen. Wäre ich auf der Strecke geblieben, wäre es nur noch schlimmer geworden."
"Bis zum Österreich-Wochenende werde ich mich jetzt gründlich durchchecken lassen, um herauszufinden, was wir tun können, sodass ich so schnell wie möglich wieder in normaler Verfassung bin", blickt Mir auf die direkt an diesem Wochenende anstehende 15. Saisonstation im MotoGP-Kalender 2026 voraus.
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