Honda: Rückstand wird laut Joan Mir größer, weil es keine neuen Teile gibt
Die Honda-Werkspiloten Joan Mir und Luca Marini kämpfen am Mugello-Wochenende mit starken Vibrationen, das eigentliche Problem ist für Mir aber ein anderes
Für Joan Mir und Luca Marini war am Mugello-Wochenende nicht viel zu holen
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Während LCR-Pilot Diogo Moreira am MotoGP-Wochenende des Grand Prix von Italien in Mugello derjenige Honda-Fahrer mit der höchsten Punkteausbeute war, lief es für das Honda-Werksteam alles andere als planmäßig. Sowohl Joan Mir als auch Luca Marini beklagten schon am Freitag, dass die RC213V zu stark vibriert und sich daher viel zu stark bewegt, um vernünftige und vor allem konstante Rundenzeiten fahren zu können.
"Ich fühle mich beim Fahren nicht wohl", sagte Mir nach dem Freitagstraining. "Ich kann meine 100 Prozent nicht geben. Das Motorrad ist so lange stabil, bis ich ein kleines bisschen über das Limit hinaus gehe. Wenn ich das tue, wird es sehr unruhig. Die Stabilität ist momentan ein Problem für uns."
Marini klang am Freitag ganz ähnlich: "Wir haben viel daran gearbeitet, den Grip am Hinterrad zu verbessern. Ein bisschen was haben wir in diesem Bereich gefunden, aber in den Rundenzeiten zeigt sich das nicht. Uns fehlt also noch einiges mehr. Was mich am meisten ärgert ist, dass ich nicht pushen kann. Ich kann einfach nicht pushen, weil ich das Motorrad so stark bewegt."
Mir stellt "unfahrbare" Honda im Sprint ab
Im Qualifying am Samstag fuhr Mir auf den 15. Startplatz, Marini auf den 16. Von genau diesen Positionen nahmen sie aber nur den Sprint am Samstag in Angriff. Marini beendete den Sprint auf P13 und somit außerhalb der Punkteränge. Mir kam nicht ins Ziel. Der Ex-Weltmeister stellte seine Werks-Honda an der Box ab und mahnte anschließend, dass "die Vibrationen dazu führten, dass das Bike unfahrbar" war. Später fügte er hinzu, dass gewisse Teile aufgrund der Vibrationen überhitzten.

Am Samstagnachmittag hatte Joan Mir genug von den Vibrationen seiner Honda
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Im Grand Prix am Sonntag startete Mir abermals von Position 15, hatte aber wie schon tags zuvor im Sprint auch in diesem Fall wieder einen schlechten Start, bei dem er direkt mehrere Positionen verlor. "Als ich dann versuchte, Stück für Stück wieder aufzuholen, kam ich an die Gruppe mit Brad [Binder] und Diogo [Moreira] heran. Für sie ging es nach hinten, während ich ein bisschen schneller war."
"Dann aber", so Mir weiter, "kam mir der Speed, den ich bis dahin im ganzen Rennen hatte, abhanden. In den letzten drei Runden musste ich den Preis zahlen, weil der Reifen komplett am Ende war. Diogo kam wieder an mir vorbei, es war ein schönes Duell. Ich glaube, es war es nicht wert, in diesem Moment mehr zu riskieren." Ins Ziel kam Mir auf P12, während der angesprochene Diogo Moreira mit P10 die Punkteränge erreichte, der in seinem starken Sprint am Samstag knapp verpasst hatte.
Marini am Sonntag von Fernandez abgedrängt
Derweil hatte Marini am Sonntag andere Probleme. Aufgrund einer Rückversetzung in der Startaufstellung ging er nicht von Position 16, sondern nur von Position 19 in den Grand Prix. Grund für die Rückversetzung: Im zweiten Freien Training am Samstagvormittag hatte er auf der Ideallinie gebummelt und dabei Franco Morbidelli und Jorge Martin aufgehalten. Zwar passierte das Vergehen bereits vor dem Sprint, aber derartige Rückversetzungen in der Startaufstellung werden grundsätzlich nur für den Grand Prix ausgesprochen.
Im Grand Prix selber hatte Marini dann "einen großartigen Start und großartige erste Kurven", wie er sich erinnert. Tatsächlich kam der Italiener als 13. aus der ersten Runde zurück, eine Runde später wurde er bereits als 12. geführt. Dann aber gab es einen Zwischenfall mit Raul Fernandez. Der Trackhouse-Pilot war aus der ersten Reihe gestartet, hatte aber direkt in Kurve 1 jede Menge Positionen verloren.

Luca Marini hatte am Sonntag ein starkes Rennen - bis in die vierte Runde
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"In der vierten Runde drückte mich Raul in Kurve 10 ins Kiesbett. Es war eine schwierige Situation und ich habe Positionen verloren", erinnert sich Marini, der bei dieser Gelegenheit von Rang 12 auf Rang 15 zurückfiel. Fernandez bekam für die Aktion eine nachträgliche Strafe, die ihn im Endergebnis des Grand Prix von P8 auf P9 zurückgeworfen hat.
Was laut Joan Mir das eigentliche Problem bei Honda ist
Für Marini war nach dem Zwischenfall letztlich nicht mehr als P13 direkt hinter Teamkollege Mir zu holen. Marini hat somit am Mugello-Wochenende drei WM-Punkte gesammelt, Mir hat vier Punkte eingefahren, und Diogo Moreira auf der LCR-Honda hat sechs Punkte eingestrichen.
Das Problem, dass die Honda RC213V nach Aussage der beiden Werkspiloten zu stark vibriert, ist das eine. Joan Mir legt aber noch ein ganz anderes Problem dar. Nachgefragt, ob er das Gefühl habe, dass der Rückstand von Honda auf die Spitze im bisherigen Saisonverlauf größer geworden ist, antwortet der Ex-Weltmeister mit einer Aussage, die zu denken gibt.
"Jedes Mal, wenn es Testfahrten gibt und wir keine neuen Teile haben, die anderen [Hersteller] aber schon, dann verbessern sich die anderen die anderen, wie aber nicht. Das heißt, wir fallen Stück für Stück weiter zurück. Das ist eine Tatsache. Und auf Strecken wie hier in Mugello wird unser Performance-Rückstand im Vergleich zu KTM, Aprilia und Ducati besonders deutlich."
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