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Honda statt KTM? Tech3 hält sich alle Optionen offen

Die Gerüchte um einen Wechsel von Tech3 zu Honda halten sich hartnäckig - Günther Steiner bestätigt Gespräche und stellt eine baldige Entscheidung in Aussicht

Steiner über Tech3-Zukunft: "Wir betteln nicht um Motorräder"

Tech3-Boss Günther Steiner hält sich Optionen für die Zukunft offen

Foto: Getty Getty

Mitten im Fahrerlager von Le Mans nahmen die Spekulationen um die Zukunft von Tech3 zuletzt weiter an Fahrt auf. Das französische MotoGP-Team könnte zur Saison 2027 den Hersteller wechseln, weg von KTM und hin zu Honda.

Offiziell bestätigt ist nichts, doch die Aussagen von Teameigentümer Günther Steiner und Honda-Teammanager Alberto Puig vom Wochenende lassen tief blicken.

Steiner selbst vermeidet im Gespräch mit MotoGP.com noch ein klares Bekenntnis zu KTM. Stattdessen betont der Südtiroler, dass sich Tech3 Zeit nehmen wolle: "Wir wollen sicherstellen, dass wir in den nächsten Jahren an einem guten Platz sind." Es gehe nicht um eine schnelle, sondern die richtige Entscheidung.

Der ehemalige Formel-1-Teamchef verweist dabei vor allem auf das große Unbekannte der neuen MotoGP-Regeln ab 2027. Niemand wisse derzeit genau, welches Motorrad unter dem neuen Reglement konkurrenzfähig sein werde.

"Egal, was du machst, du gehst immer ein kleines Risiko ein", sagt Steiner. Gerade weil er selbst neu im MotoGP-Paddock sei, wolle er nichts überstürzen und vermeiden, vorschnelle Schlüsse zu ziehen, die er wenige Wochen später bereue.

Steiner sieht zeitnahe Entscheidung

Eine Entscheidung könnte dennoch zeitnah fallen: Steiner stellt eine Bekanntgabe "hoffentlich in den nächsten zwei Wochen" in Aussicht. Vor allem ein Name taucht als mögliche Alternative immer wieder auf: Honda. Steiner will sich dazu nicht konkret äußern, macht aber deutlich, dass Tech3 auf dem Markt gefragt sei.

"Wir laufen nicht herum und betteln um Motorräder", betont der Tech3-Boss. Mehrere Hersteller hätten Interesse an einer Zusammenarbeit, weil das Team "Wert" besitze. Für Steiner steht dabei weniger die kurzfristige Performance eines Motorrads im Mittelpunkt, sondern die langfristige Qualität der Partnerschaft.

Tech3 wolle nicht einfach nur Kundenteam sein, sondern aktiv an der Entwicklung mitarbeiten. "Wir können helfen, Motorräder besser zu machen", erklärt er. Entscheidend sei für ihn, dass ein möglicher Partner genau diese Stärke respektiere.

In dem Zusammenhang betont Steiner erneut, wie schwierig sich die Bewertung der Hersteller aktuell darstelle. Wegen des neuen Reglements könne niemand seriös vorhersagen, wer 2027 das beste Paket haben werde: "Wenn mir jemand sagen könnte, wer konkurrenzfähig sein wird, dann kenne ich meine Entscheidung."

Stattdessen müsse man das Potenzial bewerten und auch überlegen, wie man gemeinsam selbst aus einem durchschnittlichen Motorrad ein mögliches Siegerbike entwickeln könne.

Partnerwahl kommt vor Fahrerwahl

Auch auf dem Fahrermarkt könnte die offene Herstellerfrage zum Problem werden. Topstars stünden Teams wie Tech3 ohnehin nur selten offen, räumt Steiner ehrlich ein. Gleichzeitig sei es schwierig, mit Fahrern ernsthaft zu verhandeln, solange noch nicht feststehe, welches Motorrad das Team künftig einsetzen werde.

Trotzdem sieht Steiner keinen Grund zur Panik, "denn der Markt, auf dem wir uns bewegen, ist ja immer noch ziemlich offen". Der Südtiroler gesteht: "Im Moment ist noch vieles in der Schwebe, aber wir sind nicht mehr weit davon entfernt."

Bei Honda hält man sich derweil offiziell bedeckt. Alberto Puig bestätigte in Le Mans zwar indirekt laufende Gespräche, vermied aber ebenfalls klare Aussagen. Grundsätzlich seien sechs Motorräder im Feld "gut, weil man mehr Möglichkeiten hat". Gleichzeitig schränkte er ein, dass das Thema aktuell "kompliziert" sei.

Puig wollte weder einen möglichen Deal bestätigen noch dementieren. "Es gibt einige Gespräche", sagte er, fügte aber hinzu: "Ich kann nichts bestätigen, weil ich nicht derjenige bin, der sich darum kümmert." Damit bleibt die Zukunft von Tech3 weiter offen.

Klar ist jedoch: Das Team sondiert intensiv seine Optionen, und Honda scheint dabei eine ernsthafte Möglichkeit zu sein. Spätestens in den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob die langjährige Partnerschaft mit KTM über 2026 hinaus Bestand hat oder ob Tech3 ab 2027 tatsächlich ein neues Kapitel aufschlägt.

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