Honda unterliegt Yamaha auf dem Sachsenring: Woran es gelegen hat
Im "Japan-Cup", wie es Luca Marini formuliert, zog Honda am gesamten Deutschland-Wochenende den Kürzeren - Joan Mir spricht von einer Kettenreaktion
An Fabio Quartararo kamen die Honda-Piloten auf dem Sachsenring nicht vorbei
Foto: Getty Getty
Im Duell der japanischen Fabrikate in der MotoGP-WM musste sich Honda am Rennwochenende des Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring hinter Yamaha anstellen. Sowohl im Qualifying als auch im Sprint (15 Runden) als auch im Grand Prix (30 Runden) hatte Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo alle vier Honda-Fahrer im Griff.
Im Sprint am Samstag kamen zwar alle Hondas ins Ziel, WM-Punkte sprangen aber nicht heraus. Im Grand Prix am Sonntag sind zwei der vier Honda-Fahrer durch Sturz ausgefallen (Joan Mir und Cal Crutchlow), die anderen zwei fuhren zumindest in die Punkteränge (Luca Marini auf P8 und Diogo Moreira auf P11).
"Ich Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir unser Motorrad ein bisschen besser gemacht, aber es sieht so aus als hätten alle anderen noch mehr gefunden", sagt Luca Marini. Der Honda-Werkspilot attestiert Yamaha, insbesondere Quartararo, einen guten Job: "Yamaha war am gesamten Wochenende einen Tick besser als wir. Wir haben den 'Japan-Cup' diesmal verloren, aber beim nächsten Mal werden wir es wieder probieren."

Laut Luca Marini ist P8, den er am Sonntag erzielt hat, derzeit der "Standard" für Honda
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Grund dafür, dass Quartararo sowohl im Sprint (P9) als auch im Grand Prix (P7) vor dem jeweils bestplatzierten Honda-Fahrer ins Ziel kam, ist für Marini nicht zuletzt das Qualifying. "Wenn es uns gelingt, von einer Startposition loszufahren wie sie Fabio herausfährt, dann können wir Yamaha schlagen", glaubt Marini.
"Das Problem ist, dass Fabio eine herausragende Qualifying-Runde hingelegt hat. Die hat den Unterschied bewirkt, ganz besonders im Sprint, noch dazu auf einer Strecke, auf der das Überholen schwierig ist", so Marini, dessen Einschätzung folgende ist: "Ich glaube, wir liegen immer noch vor Yamaha, aber das Qualifying ist im Moment nicht gerade unsere Stärke."
Im Sonntagsrennen über 30 Runden war Marini auf P8 der bestplatzierte Honda-Fahrer. Im Sprint tags zuvor war es MotoGP-Rookie Diogo Moreira aus dem LCR-Team, der auf P9 die Honda-Fraktion anführte. Auf dem Weg zu diesem Ergebnis überholte Moreira Marini beim Anbremsen von Kurve 1 "ganz sauber und hat es dann ins Ziel gebracht", so Marini.

Fehlender Grip in den Linkskurven war bei Honda (Foto: Diogo Moreira) ein Problem
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Moreira sprach nach dem Sprint am Samstag davon, dass er "Schwierigkeiten hatte, den nötigen Grip zu finden, vor allem in den langgezogenen Linkskurven. Für ein, zwei Runden geht das ganz gut, aber je länger das Rennen läuft, desto schwieriger wird es". So konnte der LCR-Honda-Pilot im Sprint zwar anfangs mit Fabio Quartararo und mit Franco Morbidelli (VR46-Ducati) mithalten, "aber nach ein paar Runden war das unmöglich".
Joan Mir, im Honda-Werksteam der Teamkollege von Luca Marini, war im Sprint weit von Quartararo weg. Stattdessen kämpfte er mit dessen Teamkollege Alex Rins und war überrascht. "Dass ich es am Schluss mit Alex zu tun hatte, das hatte ich wirklich nicht erwartet. Aber ich hatte einfach keinen Grip", seufzt Mir und spricht von einer Kettenreaktion.

Joan Mir, hier mit Crewchief Santi Hernandez, sieht eine Kettenreaktion
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"Turning war im Grunde nicht vorhanden, Grip auch nicht. Der Grip ist mir sehr schnell abhanden kommen und damit begann der Hinterreifen zu überhitzen. Das wiederum hatte zur Folge, dass das Kurvenverhalten noch schlechter wurde, weil es überhaupt keinen Grip mehr gab. Es war eine Konsequenz daraus, dass wir kein gutes Paket hatten und wir es nicht geschafft haben, die Reifen richtig zum Arbeiten zu bringen", so die Analyse von Mir.
Und Marini spricht nach P8 am Sonntag, dem besten Honda-Ergebnis des gesamten Wochenendes, von "Standard". Soll heißen? "Wir haben das erreicht, was für uns im Moment das Maximum ist. Wir haben schon in der gesamten ersten Saisonhälfte gesehen, dass mehr als P8 für uns schwierig ist, wenn man besondere Umstände mal ausklammert."
Das Problem, das Marini dabei sieht: "Wir haben in der ersten Saisonhälfte wirklich alles probiert. Jedes Detail, jede Einstellung, einfach alles, was wir nur anfassen konnten, haben wir probiert. Die Probleme sind letzten Endes aber immer die gleichen, das Gefühl für den Fahrer ist immer das gleiche. Wir müssen die Ingenieure und die Japaner dazu bringen, uns für die Zukunft ein paar schärfere Teile bereitzustellen."
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