Honda & Yamaha wiegeln ab: "Wir buhlen nicht um Dovizioso"

Ende 2018 läuft Andrea Doviziosos Vertrag mit Ducati aus, ein Wechsel wäre möglich, doch Honda und Yamaha bestreiten, den Italiener abwerben zu wollen.

Die MotoGP-Saison 2018 verspricht, nicht nur in sportlicher Hinsicht spannend zu werden. Da die Verträge aller Werkspiloten am Ende der Saison auslaufen, dürfte auch das Fahrerkarussell im Laufe des Jahres ordentlich an Fahrt aufnehmen. Schon jetzt wird wild spekuliert, insbesondere über eine mögliches Interesse von Honda und Yamaha an Vizeweltmeister Andrea Dovizioso, seit 2013 in den Diensten von Ducati.

In diesem Jahr war der Italiener der einzige Konkurrent, der Marc Marquez bis zum Schluss herausfordern konnte. Zwar reichte es letztlich nicht für den Titel, aber so nah wie mit Dovizioso in der MotoGP-Saison 2017 war Ducati lange nicht mehr an einem möglichen Gewinn der Weltmeisterschaft. Dass Dovizioso mit der Desmosedici so stark auftrumpfen konnte, verschaffte ihm bei den Konkurrenzteams viel Respekt.

"Wir mögen Dovi und kennen seinen Wert. Wir wissen, dass er ein guter Fahrer ist. Aber niemand in diesem Paddock hatte mit einer solchen Saison von ihm gerechnet. Ich freue mich für ihn", sagte etwa HRC-Teammanager Livio Suppo. Yamaha-Motorsportchef Lin Jarvis äußerte sich ähnlich: "Ich habe großen Respekt für Andrea. Man erntet, was man sät. Und Andreas Erfolg ist sicherlich nicht zufällig gekommen."

Ducati weiß: Dovizioso ist nach starker Saison mehr wert

Fünf Jahre habe der Ducati-Pilot hart daran gearbeitet, konstant in das Spitzenfeld vorzudringen. "Er ist mit dem Motorrad gewachsen und hatte in diesem Jahr eine phänomenale Saison. Ich glaube, dass es das Beste für ihn wäre, bei Ducati zu bleiben", so Jarvis. Gerüchte darüber, dass Yamaha Dovizioso perspektivisch gern zu sich holen würde, verneint er: "An diesen Gerüchten ist nichts Wahres dran."

In seiner MotoGP-Laufbahn war Dovizioso schon einmal für Yamaha unterwegs. 2012 fuhr er für das Tech-3-Kundenteam, nachdem er von Honda gewechselt hatte. Für das Werksteam des japanischen Herstellers war er von 2009 bis 2011 tätig. Als nicht klar war, wie es mit Dani Pedrosa weitergehen würde, stand bereits im vergangenen Jahr ein mögliches Comeback Doviziosos bei Honda im Raum, wie Suppo zugab.

Das bedeute aber nicht, dass Dovizioso auch für 2019 ganz oben auf der Liste stehe. Hondas primäres Ziel ist es ohnehin, Weltmeister Marquez zu halten. Dessen Entscheidung, seinen Vertrag zu verlängern, werde von zwei Dingen abhängen, weiß der HRC-Teamdirektor Suppo: "Seinem Willen, mit einem anderen Hersteller zu gewinnen, und seinem Gefühl mit dem Motorrad des kommenden Jahres."

Beides dürfte auch für Dovizioso gelten, wenn er sich zwischen einem Verbleib bei Ducati und einem Wechsel abwägen muss. Ducatis Sportdirektor Paolo Ciabatti ist sich bewusst, dass dabei auch das Finanzielle ein Kriterium ist, und man nach den Erfolgen dieses Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen muss: "Wenn es soweit ist, müssen wir bedenken, dass er sieben Rennen für Ducati gewonnen hat - und hoffentlich noch ein paar mehr."

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