Honda zwischenzeitlich auf Pole-Kurs: Marquez happy, Espargaro wütend

Beim Qualifying in Le Mans liegen beide Honda-Werkspiloten bis kurz vor Schluss in den Top 3, doch Marc Marquez verpasst eine weitere Runde und Pol Espargaro stürzt

Honda zwischenzeitlich auf Pole-Kurs: Marquez happy, Espargaro wütend

Bis wenige Sekunden vor dem Ende des Qualifying in Le Mans sah es ganz danach aus, als ob Honda mit drei Piloten in der ersten Reihe stehen wird. Marc Marquez, Pol Espargaro und LCR-Pilot Takaaki Nakagami lagen in den Top 3. Doch als die Bedingungen noch einmal besser wurden, konnten die Honda-Piloten die Chance nicht nutzen.

Marc Marquez ging die Zeit aus. Der Ex-Champion wurde als einer der ersten Fahrer abgewunken. Teamkollege Pol Espargaro befand sich auf Pole-Kurs, brachte die Runde aber nicht zu Ende. Ein Sturz ließ den Traum von der ersten Honda-Pole platzen. In den finalen Sekunden wurden die Honda-Piloten durchgereicht.

Marc Marquez startet in Le Mans aus Reihe zwei. Der Spanier wurde im Q2 auf der sechsten Position gewertet. Pol Espargaro steht in der dritten Startreihe auf Startplatz acht direkt neben Honda-Markenkollege Takaaki Nakagami.

Marc Marquez ist beinahe der "Alte", aber ...

Marquez muss weiter auf seine erste Pole seit Motegi 2019 warten. "Es ist schade, denn ich war der erste Fahrer, der die karierte Flagge sah. Ich hätte eine weitere Runde benötigt", kommentiert er das Q2. Unzufrieden ist der Ex-Champion aber nicht: "Ein Platz in einer der beiden ersten Reihen ist das beste Ergebnis. Das ist wie ein Traum. Wir sind für morgen gut aufgestellt."

Im Qualifying wirkte Marquez aggressiv und passte sich gut an die wechselnden Bedingungen an. "Bei Mischbedingungen versuche ich, mich so schnell es geht an die Bedingungen auf der Strecke anzupassen. Das ist eine meiner Stärken und war immer eine meiner Stärken", erklärt er.

Marc Marquez

Marc Marquez fühlte sich mit Slicks auf halbnasser Strecke nicht richtig wohl

Foto: Motorsport Images

Doch noch ist Marquez nicht ganz der "Alte". "Es stimmt, dass ich mich mit Slicks auf nassen Stellen nicht so wohlfühle wie in der Vergangenheit, weil ich das Motorrad in schwierigen Situationen noch nicht so gut kontrollieren kann. Ich fühle mich nicht unbedingt unsicher, aber ich fühle mich nicht wohl. Ich habe das Gefühl, dass es nicht komplett in meinen Händen ist", gesteht die Startnummer 93.

Warum die Startnummer 93 ein Regenrennen bevorzugt

Offen ist, welche Bedingungen die Piloten am Sonntagnachmittag vorfinden werden. "Die Strategie hängt von den Bedingungen ab. Wenn es nass ist, dann muss ich mich auf meinen Fahrstil konzentrieren und erkennen, wie ich schnell und präzise fahren kann", schildert Marquez.

"Wenn es trocken ist, muss ich an meine körperliche Situation denken. Ich muss dann versuchen, zu Beginn nicht so hart zu attackieren, damit ich es bis zum Ende überstehe", erklärt Marquez, der sich ein Regenrennen wünscht. "Im Nassen fühle ich mich besser. Aber im Nassen ist es immer ein Glücksspiel. Es ist riskanter. Man stürzt schneller", ist sich Marquez der Gefahren bewusst.

"Im Trockenen werde ich stärker zu kämpfen haben. Es wäre für meine Genesung besser, weil ich den Arm stärker belaste und es anspruchsvoller ist. Wenn ich die Wahl habe, dann würde ich mich für ein Regenrennen entscheiden, weil ich dann fahren kann, wie ich will und nicht wie es das Motorrad fordert", bemerkt Marquez.

Pol Espargaro zählt sich im Trockenen zu den Favoriten

Pol Espargaro hingegen hofft, dass der Frankreich-Grand-Prix nicht im Nassen stattfindet. "Ich wünsche mir ein Trockenrennen", stellt der Spanier klar. "Wir zählen hier zu den Schnellsten, doch in Le Mans kann man nicht planen. Man sollte nicht allzu viel nachdenken, denn das Wetter ändert sich hier alle 15 Minuten."

Pol Espargaro

Pol Espargaro traut sich zu, im Trockenen an der Spitze mitzumischen

Foto: Motorsport Images

"Man kann nicht darüber nachdenken, ob man im Trockenen oder im Nassen besser ist, denn wenn es sich dann ändert, dann sorgt es für Unsicherheit. Es ist für alle gleich. Man muss die Reifen richtig auswählen, um ein gutes Rennen zu haben", nennt Espargaro die große Herausforderung. "Wenn es trocken ist, dann sind wir schnell. Ich würde mit der Honda gern ein gutes Rennen haben."

Von Startplatz acht aus muss Espargaro beim Start Positionen gutmachen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der Sturz beim finalen Versuch im Q2 ärgert den Honda-Neuzugang: "Ohne den Sturz hätte ich eine gute Rundenzeit fahren können. Manchmal treibe ich mich zu stark an und dann passieren solche Dinge", kommentiert der Spanier.

Großer Ärger über den Sturz beim finalen Versuch im Q2

"Heute war es nicht notwendig, mich so anzutreiben. Ich hätte nicht so viel riskieren müssen, um es in die erste Reihe zu schaffen. Ich hätte nicht stürzen müssen. Ich war schneller als die Jungs in der ersten Reihe", ist Espargaro überzeugt. "Doch ich brachte die Runde nicht zu Ende. Es war mein Fehler."

Pol Espargaro

Pol Espargaro ärgert sich über seinen Fehler im Q2

Foto: Motorsport Images

"Es ist schwierig, von Startplatz acht ins Rennen zu gehen", weiß Espargaro und sorgt sich um das Renntempo von Pole-Setter Fabio Quartararo: "Der Fahrer auf der Pole ist gleichzeitig der schnellste Fahrer im Trockenen. Wenn ich zusammen mit Fabio gestartet wäre, hätte ich ihn aufhalten können."

"Ich ärgere mich sehr, denn heute hätten wir die Pole holen können oder es zumindest in die erste Reihe schaffen können. Das wäre für die Moral aller im Team wichtig gewesen", trauert Espargaro einem besseren Qualifying-Ergebnis hinterher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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