MotoGP Misano

"Ich bin die Fragen leid": Deshalb zeigte Marc Marquez die lädierte Schulter

Marc Marquez postete selbst ein Foto seiner ramponierten Schulter - Nun erklärt er beim Misano-Wochenende die wahren Beweggründe hinter diesem Schritt

Gerald Dirnbeck

Bearbeitet: 10.09.2026, 21:05

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Instagram-Foto von kaputter Schulter: Marc Marquez erklärt seine Beweggründe

Marc Marquez erklärte in Misano, warum er das Foto auf Instagram postete

Foto: Danilo Danilo

Marc Marquez wollte eigentlich nicht mehr über seinen rechten Arm sprechen, doch nach dem Rennwochenende in Aragon postete er selbst ein Foto seiner ramponierten rechten Schulter auf Instagram und löste damit erst recht wieder Gespräche darüber aus. Warum hat er also dieses Foto veröffentlicht?

"Ich habe schon in Aragon gesagt, dass ich die gleiche Frage schon ein bisschen leid war. Ich habe in meiner Karriere gelernt, dass es, wenn man Fragezeichen hat, wenn es Gerüchte und Spekulationen gibt, am wichtigsten oder am einfachsten ist, ehrlich zu sein."

"Das ist der beste Weg, um das Fragezeichen zu beseitigen", erklärt Marquez zu Beginn des Misano-Rennwochenendes über seine Beweggründe. "Also habe ich meine wirkliche Situation öffentlich gemacht."

"Mein Arzt hat darüber gesprochen, was sie gemacht haben und wie stark die Verletzung aus Indonesien sich ausgewirkt hat. Ab jetzt habe ich dazu nichts mehr zu sagen."

Dennoch gab es in den vergangenen Wochen einen entscheidenden Moment, als er erkannte, dass er etwas tun musste, um die ständigen Fragen nach seinem Arm endgültig zu beenden und aus der Welt zu schaffen.

Das war laut Marquez der Donnerstag vor dem Rennwochenende in Aragon. Denn in Silverstone hatte er nicht über seinen Arm gesprochen und ihn nicht als Ausrede für die schwache Performance in Großbritannien genutzt.

Das Instagram-Foto war Marquez' eigene Idee

Aber Ducati veröffentlichte im Inside-Videobericht zu Silverstone, wie Marquez den Ingenieuren in der Box die Wahrheit über seinen Arm berichtete und weshalb er deshalb keine bessere Leistung zeigen konnte.

"Ich war nicht wütend, denn das ist ein Inhalt, den die Fans wirklich mögen", sagt der Spanier zur Veröffentlichung dieses internen Ducati-Videos. "Aber dann kam in Aragon wieder die Frage nach meinem Arm."

"Ich habe schon gesagt, dass ich es leid war zu antworten, aber dann habe ich nach dem Grand Prix von Aragon meinem Team gesagt, dass ich eine Lösung finden möchte, und dann haben wir den richtigen Weg gefunden", spricht er das Foto an.

"Also, ich habe ihn gefunden, weil es meine Idee war. Ich meine, sie geben mir immer das Feedback, aber es ist etwas sehr Persönliches. Und das ist der beste Weg, um das Fragezeichen zu beseitigen."

"Meine körperliche Verfassung ist, wie sie ist. Ich genieße es trotzdem noch, ich fühle mich immer noch wettbewerbsfähig. Und mit dem, was ich habe, versuche ich, jedes Wochenende mein Maximum zu geben."

Warum er jetzt so an die Öffentlichkeit geht

Aber dennoch ist es ein Paradigmenwechsel, denn früher versuchte Marquez, vieles vor der Öffentlichkeit zu verbergen, zumindest so gut er konnte. Diesmal ging er mit dem Instagram-Foto selbst in die Offensive.

Dafür gibt es eine weitere Erklärung: "Diese Frage nach meinem Arm nimmt mir irgendwie Energie. Wenn ich um diese Meisterschaft kämpfen will, muss ich meine Energie voll auf die Strecke konzentrieren und überzeugt sein."

Deshalb war das Foto eine strategische Entscheidung, denn "so bin ich entspannter. Wenn ihr mich nach meinem Arm fragt, werde ich sagen, dass ich schon nach Aragon geantwortet habe, und ich werde nichts hinzufügen."

Trotz der körperlichen Einschränkungen konnte Marquez in Aragon sowohl den Sprint als auch den Grand Prix gewinnen. Die Strecke in Aragon verläuft gegen den Uhrzeigersinn und hat mehr Links- als Rechtskurven.

Auf Strecken mit mehr Rechts- als Linkskurven hat er größere Mühe. Trotzdem arbeitet Ducati nicht an einem speziellen Set-up, um ihn auf solchen Strecken beim Fahren etwas zu unterstützen.

"Nein, es ist nur eine Frage der Anpassung, ich muss mich an das Motorrad anpassen. Wenn man ein Set-up haben möchte, um sanfter zu fahren und auf eine einfachere Art zu fahren, dann wird die Rundenzeit niemals kommen."

"Ich weiß, wie man schnell fährt. Ich weiß, was ich tun muss, und dann muss ich mich an jede Bedingung, an jede Strecke anpassen, um zu versuchen, schnell zu sein. Wenn die Rundenzeit funktioniert, spielt es keine Rolle, wie du es machst."

Marquez betont: "Niemand zwingt mich zum Fahren"

Trotz der körperlichen Einschränkung denkt Marquez derzeit nicht daran, seine Karriere zu beenden. Sein neuer Zweijahresvertrag mit Ducati läuft bis Ende 2028. Aragon hat gezeigt, was er immer noch leisten kann.

"Es ist meine Entscheidung, weiterzumachen, niemand hält mir ein Messer an die Kehle, dass ich fahren muss. Im Moment bin ich immer noch mehr oder weniger wettbewerbsfähig."

"Ich genieße es, also werde ich versuchen, meine Leidenschaft zu genießen, solange ich wettbewerbsfähig bin", betont der 33-Jährige. Allerdings räumt er auch ein, dass das viel schwieriger als noch vor zehn Jahren ist.

Marc Marquez

Marc Marquez kam bestens gelaunt zum Rennwochenende in Misano

Foto: Andrea Diodato/NurPhoto via Getty Images

"Ich muss viel mehr Aufwand betreiben, um in der MotoGP zu überleben, denn die jungen Fahrer sind sehr schnell. Früher war das eher wie ein natürlicher Instinkt", vergleicht er seine erfolgreichen Honda-Jahre mit heute.

Das Ziel lautet, im letzten Saisondrittel um seinen zehnten Weltmeistertitel zu kämpfen. Vor dem Heimrennen von Ducati und Aprilia in Misano hat er sich wieder in eine gute Position gebracht.

Mit dem Aragon-Doppelsieg hat Marquez nur noch 19 WM-Punkte Rückstand auf Jorge Martin. "Der Schlüssel für diese letzten Rennen ist, der Schnellste da draußen zu sein", nennt der Titelverteidiger seine klare Zielsetzung.

"Wenn du der Schnellste bist, hast du mehr Chancen. Um der Schnellste zu sein, musst du ein gewisses Risiko eingehen. Es stimmt, dass es im Moment so aussieht, als würden manche Fahrer mehr an Konstanz arbeiten."

"Andere versuchen, ein bisschen schneller zu sein, aber am Ende, wenn du der Schnellste da draußen bist, ist alles einfacher. Wir werden versuchen, daran zu arbeiten, auf allen Strecken gut zu fahren."

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