"Ich kämpfe für diese Farben": Jorge Martin will jetzt alles für Aprilia geben
Vertragsstreit, Verletzungen, Zweifel - All das hat Martin hinter sich gelassen - Jetzt brennt er wieder bei Aprilia und will der Marke sportlich alles zurückgeben
Jorge Martin feiert mit seinem Team den Sprintsieg in Austin
Foto: Getty Getty
Zu Beginn seiner zweiten Saison mit Aprilia hat Jorge Martin durchgestartet. Beim Saisonauftakt in Thailand verpasste der MotoGP-Weltmeister von 2024 als Vierter nur knapp das Podium. Es folgte mit Platz drei im Sprint in Brasilien ein emotionaler Podestplatz.
Erstmals seit seinem Gewinn der Weltmeisterschaft feierte Martin wieder bei einer Siegerehrung. Tags darauf bestätigte er seine Form mit Platz zwei im Grand Prix. Aber es kam noch besser. In Austin gewann Martin den Sprint und übernahm damit sogar die WM-Führung.
Im Grand Prix wurde es erneut Platz zwei hinter seinem Aprilia-Teamkollegen Marco Bezzecchi. Nach seinem von Verletzungen geprägten Jahr 2025 inklusive Vertragsstreit mit Aprilia ist Martin sportlich wieder im Spitzenfeld angekommen.
"Das vergangene Jahr war wirklich hart für mein Leben, nicht nur beruflich, sondern auch persönlich", blickt Martin zurück. "Wir hatten diese ganzen Probleme mit den Verträgen und so weiter. Aber in dem Moment, in dem ich eine Entscheidung treffe, bin ich zu 100 Prozent dafür."
"Als ich mich entschieden habe, in Brünn zurückzukommen und auch 2026 bei Aprilia zu bleiben, war mir völlig klar, dass ich für diese Farben kämpfen will, und genau das tue ich. Ich denke auch, dass Aprilia für mich kämpft und mir sehr hilft, wieder bei 100 Prozent zu sein."
"Und ja, ich glaube, es ist wirklich wichtig für mich, die ganze Saison so weiterzumachen, denn ich hoffe, wenn ich diese Entwicklung fortsetze, kann ich auch um große Dinge kämpfen." Mit lediglich vier Punkten Rückstand auf Bezzecchi ist Martin im WM-Kampf dabei.

Jorge Martin fühlt sich auf der aktuellen Aprilia RS-GP wohl
Foto: Getty Images North America
Martin fühlt sich auf der aktuellen RS-GP wohl. Die technischen Weiterentwicklungen spürt auch er. Aprilia hat in den vergangenen Monaten die richtigen Schritte gemacht. Das hatte sich bereits im Herbst des vergangenen Jahres abgezeichnet.
"Ja, ich glaube, die Aerodynamik war der Schlüssel für mich", erklärt Martin. "Als ich in Thailand ankam, fühlte ich mich sofort wohl. Ich habe auch meinen Fahrstil geändert, beim Bremsen und auch bei der Beschleunigung."
"Ich habe meine Körperhaltung angepasst und ein bisschen verändert, wie ich bremse. Und genau deshalb fühle ich mich jetzt viel besser auf der Aprilia." Trotzdem sieht Martin noch Spielraum, um auf das Niveau von Bezzecchi zu kommen.
Was macht er beim Bremsen jetzt anders? "Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen. Ich will nicht, dass die anderen das übernehmen, wobei Marco das sicher schon herausgefunden hat. Aber ja, es ist einfach anders, deutlich anders als bei Ducati."
"Das Bremsen ist auch bei Ducati einer der starken Punkte, aber die ganze Art, wie man an den Bremshebel herangeht, ist vollkommen verschieden." Ende April steht für Martin mit dem Grand Prix von Spanien das Heimrennen im Kalender. In Jerez gewann er 2024 den Sprint.
2026 wird seine zweite und letzte Saison mit Aprilia. Im nächsten Jahr wird Martin zu Yamaha wechseln. Seinen Platz wird Francesco Bagnaia übernehmen.
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