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"Ihr Grand Prix": Verantwortliche erklären Erfolg des Sachsenrings

Zwischen Kultstatus, moderner Infrastruktur und Planungssicherheit bis 2031 steht fest: Der Sachsenring als deutsche Heimat der MotoGP weiter wachsen

"Ihr Grand Prix": Verantwortliche erklären Erfolg des Sachsenrings

Der Grand Prix am Sachsenring lockte auch 2026 zahlreiche Fans

Foto: Getty Getty

Der Motorrad-Grand-Prix am Sachsenring setzte seinen Erfolgskurs in diesem Jahr eindrucksvoll fort. Mit 261.831 Zuschauern wurde am Rennwochenende (einschließlich Donnerstag) erneut ein Besucherrekord aufgestellt. Allein am Rennsonntag sorgten 98.423 Zuschauer für eine nahezu ausverkaufte Kulisse sorgten.

Damit wächst das Motorsport-Volksfest in Sachsen weiter und untermauert seinen Status als größte regelmäßige Einzelsportveranstaltung Deutschlands. Im Mittelpunkt der Abschluss-Pressekonferenz standen allerdings nicht nur die Rekordzahlen, sondern vor allem die langfristige Perspektive des Traditionsrennens.

ADAC-Sportpräsident Dr. Gerd Ennser zeigt sich beeindruckt von der Atmosphäre am Sachsenring. "Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue, hier zu sein. Das ist einfach eine ganz tolle, ganz eigene Atmosphäre am Sachsenring", sagt er.

Ennser: Sachsenring-Region lebt Motorsport

Für Ennser ist der Grand Prix längst weit mehr als nur ein Motorsportevent. Mit Blick auf die Zuschauerzahlen sprach er von der "zweitgrößten Einzelsportveranstaltung in Europa". Lediglich das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ziehe noch mehr Besucher an, während selbst Wimbledon und Bundesligaspiele dahinter lägen. "Auf diese Leistung können Sachsen und die gesamte Region unheimlich stolz sein."

Auch Thomas Voss, Leiter Motorsport, Klassik und Veranstaltungen beim ADAC, sieht den Schlüssel des Erfolgs vor allem in der tiefen Verwurzelung der Veranstaltung in der Region.

Wer während des Grand-Prix-Wochenendes durch Hotels oder Ortschaften rund um den Sachsenring fahre, merke sofort, dass die Menschen die MotoGP als ihren eigenen Grand Prix betrachteten. Private Parkplätze, Unterkünfte oder Campingflächen würden vielerorts angeboten - für Voss ein Zeichen, dass das Event nicht künstlich geschaffen wurde, sondern von der Bevölkerung getragen wird.

"Die wollen nicht einfach nur irgendeinen Grand Prix in Deutschland, sondern sie bestehen ausdrücklich darauf, dass er am Sachsenring stattfindet", sagt Voss mit Blick auf Gespräche mit dem MotoGP-Promoter sowie den Eigentümern Liberty Media.

Ausschlaggebend sei die einzigartige Identifikation der Menschen mit der Veranstaltung. Trotz der anspruchsvollen Logistik würden alle Beteiligten mit großem Engagement daran arbeiten, den Grand Prix Jahr für Jahr erneut erfolgreich umzusetzen.

Dass der Sachsenring inzwischen auch offiziell als immaterielles Kulturgut in Sachsen anerkannt wurde, wertet Ennser als Bestätigung dieser besonderen Fankultur. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Tradition und Weiterentwicklung kein Widerspruch seien: "Der Ring muss schon modern bleiben, und er ist auch modern."

Sachsenring-Zukunft: Wachstum ja, aber in Maßen

Nach Angaben Ennsers laufen bereits Gespräche, um den Grand Prix weit über den aktuellen Vertrag hinaus langfristig am Sachsenring zu sichern. Mehr als die Hälfte aller Besucher komme weiterhin aus dem direkten regionalen Umfeld. Deshalb müsse alles darangesetzt werden, diese enge Bindung dauerhaft zu erhalten. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die entsprechenden Bemühungen auszahlen werden.

Der neue Zuschauerrekord bestätigt den anhaltenden Boom der MotoGP am Sachsenring. Voss berichtete, dass bereits am Freitag rund 80 Prozent der Tribünen besetzt gewesen seien. "Samstag und Sonntag war es ohnehin rammelvoll", sagt er. Der erneute Rekord sei deshalb keine Überraschung gewesen.

Besonders hebt Voss die Arbeit seines Teams hervor. "Ich muss an dieser Stelle meinem gesamten Team der Sachsenring Event GmbH ein riesiges Kompliment aussprechen." Gerade einmal sechs Mitarbeiter bereiteten den Grand Prix ganzjährig vor und suchten ständig nach Möglichkeiten, zusätzliche Tribünen zu schaffen. Die Nachfrage sei so groß, dass zusätzliche Kapazitäten regelmäßig benötigt würden.

Gleichzeitig dürfe das Wachstum nicht zulasten der Besucher gehen, betont Voss. Die Organisatoren würden sowohl die Infrastruktur kontinuierlich verbessern als auch die Veranstaltung bewusst bezahlbar halten wollen. Eintrittspreise und Verpflegung sollten "volksnah und zugänglich" bleiben, so der Motorsportchef.

Mit Blick auf die Zukunft spricht sich Voss für Kontinuität aus. Das bewährte Terminfenster in den sächsischen Sommerferien habe sich erneut ausgezahlt, da bereits der Freitag außergewöhnlich gut besucht gewesen sei. Sein Fazit: "Never change a running system", verbunden mit dem Anspruch, notwendige Modernisierungen umzusetzen. Ein bloßes Verwalten des Erreichten reiche heutzutage nicht mehr aus.

Rückendeckung erhält der Grand Prix weiterhin auch aus der Landespolitik. Ennser lobt ausdrücklich die Unterstützung des Freistaates Sachsen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es außergewöhnlich, dass ein Bundesland eine Sportgroßveranstaltung derart nachhaltig unterstütze, betont der Sportpräsident.

Kretschmer kündigt weitere Investitionen an

Und so verwundert es ist, dass auch Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, hervorhebt, wie tief der Motorsport in Sachsen verwurzelt sei. Das zeige auch der erneute Besucherrekord. Die Menschen hätten "Motoröl und Benzin im Blut".

Zugleich sei der Erfolg jedoch keineswegs selbstverständlich, sondern das Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Arbeit mit dem ADAC. Nach schwierigen Diskussionen in der Vergangenheit habe man nun Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre geschaffen. Gleichzeitig kündigt der Ministerpräsident weitere Investitionen an.

Für Sachsen habe der Sachsenring weit mehr als sportliche Bedeutung. Neben dem Rennbetrieb werde die Anlage ganzjährig für die Verkehrssicherheitsausbildung genutzt.

Die Verbindung beider Aufgaben sei anspruchsvoll, aber gewollt. Der Grand Prix sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region und zugleich Sachsens Beitrag zum Spitzensport in Deutschland. Oder, wie Ministerpräsident Kretschmer es formuliert: "Bei uns im Freistaat ist der Motorsport herzlich willkommen."

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