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MotoGP Aragon

Jack Miller beste Yamaha in Aragon, doch eine große Schwäche bleibt

Yamaha zeigte sich in Aragon konkurrenzfähiger als zuletzt: Vor allem Jack Miller konnte mit der M1 überzeugen - Dennoch sind längst nicht alle Probleme gelöst

Juliane Ziegengeist Ruben Carballo Rosa

Veröffentlicht: 01.09.2026, 08:31

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Jack Miller beste Yamaha in Aragon, doch eine große Schwäche bleibt

Pramac-Fahrer Jack Miller verpasste die Top 10 in Aragon nur knapp

Foto: AFP

Jack Miller war beim Grand Prix von Aragon einmal mehr der bestplatzierte Yamaha-Pilot. Der Australier überquerte die Ziellinie auf Rang elf, 27,206 Sekunden hinter Sieger Marc Marquez. Alex Rins folgte auf Platz 13, während Fabio Quartararo 18. wurde. Toprak Razgatlioglu schied gestürzt aus.

Miller resümiert seine Performance entsprechend positiv: "Ein ordentliches Wochenende insgesamt", bilanziert der Australier. Er habe im Rennen "alles gegeben", ohne große Fehler zu machen, und sei mit seinem Tempo zufrieden gewesen.

Mehr Traktion, mehr Stabilität

Ein wichtiger Baustein für die Fortschritte der Yamaha war ein neuer beziehungsweise überarbeiteter Schwingarm. Während Teamkollege Quartararo am Wochenende verschiedene Fahrwerkslösungen ausprobierte, hatte Miller nach eigener Aussage zunächst noch keinen Zugriff auf das neue Chassis.

Mit der eingesetzten Schwinge zeigt sich der 31-Jährige zufrieden. Es handle sich gewissermaßen um ein "altes, neues Konzept", das der M1 mehrere kleine Verbesserungen beschere: "Ein bisschen mehr Traktion, ein bisschen mehr Einlenken, ein bisschen mehr Stabilität. Alles Teil der täglichen Arbeit."

Gerade die Traktion scheint in Aragon ein entscheidender Faktor gewesen zu sein. Miller erklärt, Yamaha könne auf der spanischen Rennstrecke im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich besser mit der verfügbaren Haftung arbeiten.

"Es fühlt sich an wie ein Tag Unterschied, daher denke ich, dass wir hier die Vorteile des V4 gegenüber den Nachteilen des Reihenmotors nutzen können", sagt Miller.

Yamaha fehlt weiter Topspeed

Der Blick auf das Rennen offenbarte allerdings auch die Grenzen des Fortschritts. Miller konnte sich lange im Bereich der Top 10 behaupten, musste in der Schlussphase aber Positionen an die KTM-Piloten Enea Bastianini und Brad Binder abgeben. Zwar habe er versucht, ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen, sei dabei aber praktisch "mit hinter dem Rücken gefesselten Händen" gefahren.

Der Grund liegt für Miller auf der Hand: Yamaha fehlt auf den Geraden weiterhin Geschwindigkeit. "Wir verlieren auf den Geraden zu viel, aber das wissen wir", erklärt er. Viel ändern könne man kurzfristig nicht. "Es hat keinen Sinn, sich darüber zu beschweren. Wir müssen einfach mit dem weitermachen, was wir tun."

In den Kurven sieht Miller die M1 dagegen deutlich besser aufgestellt. "Ehrlich gesagt kann ich dem Motorrad in den Kurven nichts vorwerfen", betont er. Sobald Yamaha allerdings den Vorteil beim Kurvengrip verliere, werde es schwierig.

Dass Miller dennoch mit einem positiven Gefühl aus Aragon abreiste, lag vor allem an seiner eigenen Rennleistung. Er habe keine Fehler gemacht und das Rennen über eine konstante Pace gehalten. Lediglich eine kleine Auseinandersetzung mit Johann Zarco in der ersten Runde sorgte für einen kurzen Rückfall.

"Abgesehen davon war es ein ziemlich sauberes Rennen bis zum Ende", so Miller. Auch der Reifenverschleiß hielt sich für seine Verhältnisse im erwartbaren Rahmen.

"Ich habe alles gegeben, wie gesagt, und bin praktisch genau zum richtigen Zeitpunkt mit dem Reifen am Ende angekommen." In der letzten Runde sei es zwar "ziemlich heikel" geworden, bis dahin habe er die Performance aber als gut empfunden.

Rins: "Ich habe keine Erklärung"

Auch Alex Rins hält nach dem Wochenende in Aragon fest: "Die Yamaha scheint auf dieser Strecke im Vergleich zu einigen anderen etwas besser zu sein. Es scheint, als wäre das Motorrad hier konstanter." Auf die Frage, warum das so sei, gibt der Spanier jedoch zu: "Ich habe keine Erklärung." Dennoch fiel ihm auf, dass die Yamaha-Piloten diesmal näher beieinander lagen als auf anderen Kursen.

Am Sonntag sollte sich schließlich zeigen, dass die Yamaha zwar ordentlich funktionierte, aber keineswegs plötzlich in der Lage war, um die vorderen Plätze mitzukämpfen. Rins startete zudem nur von Platz 19, kämpfte sich im Rennen aber bis auf Rang 13 nach vorne. Damit übertraf er sein eigenes Positionsziel.

Alex Rins

Alex Rins konnte sich im Rennen einige Plätze nach vorn arbeiten

Foto: Getty Images Europe

Zufrieden war der Spanier trotzdem nur bedingt. "Es war ziemlich warm da draußen und sehr frustrierend", sagt Rins. Seine Pace sei eigentlich gut gewesen, insbesondere habe er sich schneller als der direkt vor ihm fahrende Joan Mir gefühlt. Überholen konnte er den Honda-Konkurrenten jedoch nicht.

Als Brad Binder schließlich an Rins vorbeiging, versuchte der Yamaha-Pilot, dessen Linie zu studieren und den Überholvorgang gegen Mir zu wiederholen. Doch Rins beklagt: "Ohne Motorleistung und ohne Traktion ist es unmöglich."

Toprak hadert mit Reifenabbau

Noch schwieriger verlief der Sonntag für Toprak Razgatlioglu. Er konnte zunächst mit Konkurrenten verschiedener Hersteller kämpfen und sah darin einen wichtigen Fortschritt.

"Für mich war es ein positives Wochenende", sagt der Pramac-Pilot. Besonders im Rennen habe sich das Gefühl nach einem schwierigen Beginn verbessert. Er fand seinen Rhythmus und konnte den Anschluss an die Gegner herstellen.

Doch im Rennverlauf veränderte sich das Verhalten des Motorrads. Als der Vorderreifen nachließ, wurde Razgatlioglu zunehmend zum Passagier. "Ich konnte meine Pace nicht mehr halten", erklärt er. In nahezu jeder Kurve sei er weit gegangen, weil das Motorrad beim Anbremsen nicht mehr so reagiert habe wie zuvor.

Schließlich kam es zum Sturz. Razgatlioglus Rennen endete damit vorzeitig. "Mein größtes Problem war das fehlende Gefühl für die Front", erklärt der Türke rückblickend. Ohne den Einbruch am Vorderreifen hätte er sich durchaus Chancen auf ein Ergebnis im Bereich von Platz zehn bis zwölf ausgerechnet.

Trotz der Enttäuschung nimmt der MotoGP-Rookie einen positiven Aspekt mit. Denn anders als bei vielen bisherigen Rennen sei er diesmal nicht isoliert unterwegs gewesen, sondern habe mit Fahrern und Motorrädern anderer Hersteller kämpfen können. "Wir haben wieder etwas gelernt", sagt Razgatlioglu. "Wir haben an diesem Wochenende mit verschiedenen Marken gekämpft. Das ist positiv für mich."

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