Jack Miller noch ohne WM-Punkt: "Fühlt sich verdammt nochmal nicht gut an"
Yamaha kämpft 2026 nicht um Siege, sondern um Daten - Vier Fahrer, kaum Punkte, ein schwacher V4-Motor - Jack Miller spricht offen über Frust und die schwierige Lage
Jack Miller hat noch keinen WM-Punkt gesammelt
Foto: Getty Getty
Yamaha ist mit dem neuen V4-Projekt das Schlusslicht in der MotoGP. Fabio Quartararo sammelte an den ersten drei Rennwochenenden sechs WM-Punkte. Bemerkenswert war der sechste Platz in Brasilien im Sprint. Begünstigt wurde dieses Ergebnis vom wechselhaften Wetter am Freitag, als der Ex-Weltmeister sich direkt für Q2 qualifizieren konnte.
Quartararos Teamkollege Alex Rins konnte bislang drei WM-Punkte sammeln. Rookie Toprak Razgatlioglu sammelte zuletzt in Austin seinen ersten Zähler in der Königsklasse, als er als 15. zugleich der beste Yamaha-Fahrer war.
Razgatlioglus Pramac-Teamkollege Jack Miller, der erfahrenste Fahrer dieses Quartetts, steht noch bei null Punkten. Der Australier hat im Winter betont, dass er sich nach fast 200 MotoGP-Rennen in die Arbeit hineinkniet und Yamaha mit seiner Erfahrung beim V4-Projekt helfen will.
Auf die Frage, ob es zum ersten Mal für ihn in seiner Karriere nicht um Ergebnisse geht, antwortet Miller: "Es geht immer um Ergebnisse, egal wie man es dreht und wendet." Denn sobald das Visier heruntergeklappt ist, sind Rennfahrer Vollblut-Racer.
"In Brasilien als Letzter ins Ziel zu kommen und im zweiten Rennen gar nicht zu finishen - ich kann versichern, das fühlt sich verdammt nochmal nicht gut an. Dafür bin ich nicht hier. Ich will mich verbessern, ich will besser werden und ich will Fortschritte machen."
"Wir müssen besser werden. Ich versuche alles, was ich kann, arbeite härter als jemals zuvor. Ich versuche, das hier zum Laufen zu bringen. Ich mache das Beste aus den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen. Denn letztendlich ist es das Einzige, worauf ich Einfluss habe."
Aber ist die Einstellung bei einem Entwicklungsprojekt anders? "Man geht es ein bisschen anders an, aber gleichzeitig gilt: Sobald der Helm auf ist, versucht man, jeden zu schlagen, der vor einem ist. Ja und nein. Ich glaube, das ist eine gute Antwort darauf."

Pramac-Duo in Austin: Toprak Razgatlioglu vor Jack Miller
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Miller hat in seiner MotoGP-Karriere vier Rennen gewonnen. Eines im Honda-Satellitenteam MarcVDS und drei im Ducati-Werksteam. In seinen beiden Jahren im KTM-Werksteam gelang kein großer Erfolg.
Miller kennt die V4-Motoren von Ducati und KTM, die zu den stärksten im Feld zählen. "Wir hatten damals einen wirklich starken Motor, und jetzt haben wir einen ziemlich schwachen", verweist er auf die langsamen Topspeed-Werte der Yamaha.
Die japanische Marke hat den Konzeptwechsel mit Blick auf die Zukunft vollzogen. 2026 ist praktisch ein Testjahr unter Rennbedingungen, um Erfahrungen für das neue Reglement zu sammeln, wenn 2027 der Hubraum auf 850 Kubikzentimeter verkleinert wird.
Warten auf den nächsten Schritt
Im Februar musste der Wintertest in Malaysia für einen Tag unterbrochen werden, um die Ursache für Motorprobleme zu finden. Wann ein weiterentwickelter und stärkerer Motor kommen wird, ist öffentlich nicht bekannt. Quartararos Frustration über die Situation ist offensichtlich.
"Wir sind gerade an diesem Punkt", meint Miller über das Gesamtbild, "an dem man kurz auf der Stelle tritt. Die große Hürde war natürlich, vier Motorräder auf die Strecke zu bringen. Das haben wir geschafft."
"Die nächste Hürde ist, okay, man landet sozusagen, holt kurz Luft, aber man kommt gar nicht dazu, Luft zu holen, weil dann sofort die ganzen Daten aus unseren Tests reinkommen, alle sagen: das taugt nichts, das taugt nichts - na ja, das ist halt, was Fahrer am Ende des Tages machen."

Jack Miller fährt auch um seine MotoGP-Zukunft
Foto: Getty Images North America
"Also versucht man herauszulesen, was sie mit ihren Aussagen wirklich meinen, und dementsprechend Verbesserungen vorzunehmen. Man wäre extrem naiv, wenn man glauben würde, dass das von Anfang an einfach funktioniert."
Austin fühlte sich für Miller wieder "normaler" an. Der Rückstand betrug im Ziel 25 Sekunden, aber die Gruppe mit Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati), Brad Binder (KTM), Diogo Moreira (LCR-Honda) und Franco Morbidelli (VR46-Ducati) lag nur knapp vor der Yamaha-Gruppe.
"Ich hatte das Gefühl, dass wir gegen Ende des Rennens ein gutes Tempo hatten", findet der 31-Jährige. "Ich selbst bin persönlich ein solides Rennen gefahren, also auf persönlicher Ebene bin ich zufrieden. Es ist nur so, dass wir als Team besser zusammen werden müssen."
Miller fährt auch um seine Zukunft in der MotoGP. Im vergangenen Jahr gab ihm Yamaha den Vorzug vor Miguel Oliveira, der in die Superbike-WM wechseln musste. Millers Vertrag endet 2026. Ob er eine weitere Chance im Pramac-Yamaha-Team erhalten wird, ist derzeit unklar.
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