Joan Mir kann in Jerez nicht überholen: "Man fährt gegen eine Wand"

Mit Platz fünf sammelt Joan Mir in Jerez solide WM-Punkte - Teamkollege Alex Rins stürzt in der Anfangsphase - Qualifying schränkt Rennstärke der Suzuki ein

Joan Mir kann in Jerez nicht überholen: "Man fährt gegen eine Wand"

MotoGP-Weltmeister Joan Mir beendete den Grand Prix von Spanien auf dem fünften Platz. Sein Suzuki-Teamkollege Alex Rins stürzte schon in der Anfangsphase. Rins fuhr dem Feld hinterher und ging als 20. leer aus. Nach vier Rennen ist Mir in der WM-Wertung Vierter. Sein Rückstand auf Tabellenführer Francesco Bagnaia (Ducati) beträgt 17 WM-Punkte.

"Das Gefühl ist okay", beginnt der Weltmeister sein Fazit. "Man erwartet natürlich immer mehr. Wir haben an diesem Wochenende einen guten Schritt gemacht und ich hatte bei der Rennpace ein sehr gutes Gefühl." Aber Überholen gestaltete sich als sehr schwierig.

"Hier in Jerez passiert das glaub ich allen, aber vor allem bei Yamaha und Suzuki. Wir haben nicht die Power für Überholmanöver. Man steckt hinter einem Fahrer fest, man fährt gegen eine Wand. Dadurch überhitzt man den Vorderreifen", erklärt Mir.

"Man hat das Gefühl, dass man mehr machen kann, aber es funktioniert nicht. Das ist frustrierend. Ich glaube nicht, dass ich der einzige Fahrer mit diesem Problem war. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass ich deutlich schneller hätte fahren können, wenn ich niemanden vor mir gehabt hätte.

Deshalb bleibt bei Mir die schon lange bekannte Erkenntnis: "Wir müssen das Qualifying verbessern." In der Startaufstellung entschied sich der Spanier so wie lediglich zwei andere Fahrer für den weichen Vorderreifen. War das im Rückblick ein Fehler?

"Mit dem Medium-Reifen hatte ich weder den Grip noch das Gefühl. Es war keine schlechte Wahl." Aber sicher ist sich Mir nicht: "Vielleicht wäre der andere Reifen besser gewesen." Am Testtag am Montag will er deshalb mehr Runden mit dem härteren Vorderreifen fahren.

Alex Rins wirft alle Chancen früh weg

Teamkollege Rins hatte den zweiten Rennsturz hintereinander. Das warf ihn in der WM-Wertung auf Rang neun zurück. "Was ist passiert? Ich glaube, den Sturz hat jeder gesehen", lacht Rins. "Sagen wir, dass es Pech war. Dort ist eine kleine Bodenwelle, über die man drüberspringt."

"Vielleicht lag es am vollen Tank, oder ich habe falsch gebremst. Ich habe hart gebremst, das Hinterrad ist in die Luft gestiegen. Dann habe ich die Bremse gelöst und wieder gebremst. Dadurch bin ich nach außen getragen worden. Auf dem Dreck ist dann das Vorderrad weggerutscht."

 

Das restliche Rennen von Rins verlief einsam am Ende des Feldes. Obwohl beim Sturz das rechte Winglet abgebrochen ist, konnte er gute Rundenzeiten fahren. Das untermauerte die These von Mir, dass Suzuki alleine fahrend deutlich schneller gewesen wäre.

"Wenn ich mir die Pace ansehe, dann war ich sehr schnell, obwohl ich ein Winglet verloren hatte. In den letzten Runden war ich ein, zwei Zehntelsekunden schneller als die Spitze", betont Rins. Er schildert, dass es ohne den rechten Luftleitelementen in den Rechtskurven schwierig war.

"Auf der Geraden war der Wheelie mehr oder weniger gleich, aber in den schnellen Rechtskurven musste ich mit dem Körper viel mehr Druck machen. Ich bin gespannt, wie der Verschleiß des Vorderreifens im Detail aussehen wird."

Auch für Rins ist klar, worauf sich Suzuki konzentrieren muss: "Unser Ziel für Le Mans muss das Qualifying sein. Wir müssen aus den ersten beiden Reihen starten. In allen Rennen hatten wir die Pace, aber wenn man weit hinten startet, dann ist das nicht gut."

Nach vier Rennen ist Suzuki in der Konstrukteurswertung auf dem dritten Platz. Auch bei den Teams hält Suzuki Rang drei.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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