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Joan Mir statt Jorge Lorenzo: Suzukis riskante Philosophie zahlte sich aus

Eigene Talente statt MotoGP-Superstars: Seit dem Comeback in der Saison 2015 setzte Suzuki immer wieder auf junge Fahrer, anstatt auf Nummer sicherzugehen

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Joan Mir statt Jorge Lorenzo: Suzukis riskante Philosophie zahlte sich aus

Mit Maverick Vinales, Alex Rins und zuletzt Joan Mir holte Suzuki bereits drei junge Talente in die MotoGP und baute sie zu Laufsiegern und im Fall von Mir auch zu einem Weltmeister auf. Davide Brivio war als Teammanager der Mann, der hinter der Philosophie der jungen Moto2-Talente stand. Im Gespräch mit 'MotoGP.com' erklärt der Italiener, warum er sich lieber für Joan Mir als für Ex-Champion Jorge Lorenzo entschied.

Joan Mir zog bereits in der Moto3 das Interesse von Brivio auf sich. Der damalige Suzuki-Teammanager erinnert sich: "Wir verfolgten die Idee, junge Fahrer wie Rins zu verpflichten. Vinales, Rins, ... Lasst uns versuchen, einen Weiteren zu holen. Wir dachten an Joan Mir, weil er die Moto3-Meisterschaft mit zehn Siegen gewann und dadurch meine Aufmerksamkeit hatte."

"Zu dieser Zeit bestand auch die Möglichkeit, Jorge Lorenzo zu verpflichten", blickt Brivio zurück. "Schlussendlich mussten wir uns zwischen Lorenzo und Mir entscheiden. Es war keine Entscheidung zwischen zwei Fahrern sondern eine Frage der Philosophie und der Richtung, die wir einschlagen wollen. Wollten wir lieber einen erfahrenden Fahrer wie Lorenzo oder wollten wir lieber ein junges Talent aufbauen?"

Joan Mir

Joan Mir: Erster MotoGP-Viertakt-Champion mit Suzuki

Foto: Motorsport Images

"Je mehr wir über Joan erfuhren, desto stärker stellte sich heraus, dass wir es mit einem besonderen Fahrer zu tun haben", berichtet Brivio und erinnert sich an eine Hürde, die gemeistert werden musste: "Er mochte Suzuki, doch sein Manager teilte uns mit, dass es ein Problem gibt, weil er eine Option mit Honda hat."

Brivio fragte Mir, ob ihm Honda oder Suzuki lieber wäre. "Er teilte mir mit: 'Ich möchte zu Suzuki wechseln, weil die Suzuki ein Motorrad ist, das sich an meinen Stil anpasst.' Als er mir das sagte, gingen meine Augen auf und ich dachte mir, 'er ist der richtige Mann!'"

Der Rest ist Geschichte. Nach einer soliden MotoGP-Debütsaison, die durch einen schweren Teststurz in Brünn erschüttert wurde, holte Mir bereits in seiner zweiten Saison den WM-Titel. Damit wurde der junge Spanier zum ersten Suzuki-Weltmeister in der MotoGP-Viertaktära.

Suzukis Risiko, lieber auf ein junges Talent zu setzen, zahlte sich aus. Einfach war es aber nicht immer. Brivio erinnert sich, wie holprig der Weg mit Alex Rins war. Beinahe hätte Suzuki den späteren WM-Dritten geopfert.

Johann Zarco konnte sich zwischenzeitlich sehr gute Chancen auf einen Platz im Suzuki-Werksteam ausrechnen. "Wir einigten uns mit Zarco auf einen Vertrag, als er in der Moto2 fuhr. Er stand also während seiner finalen Moto2-Saison bei Suzuki unter Vertrag. Wir mussten uns zwischen Zarco und Rins entscheiden", bestätigt Brivio.

"Rins entwickelte sich als Talent. Es war eine sehr schwierige Entscheidung und wir setzten auf Rins", erklärt der ehemalige Suzuki-Teammanager. "Das sorgte 2017 für reichlich Kritik, weil Zarco zu Tech-3-Yamaha wechselte und sehr stark war. Er holte Podestplätze, während Rins Pech hatte und mit Schwierigkeiten kämpfte. Die Ergebnisse waren 2017 sehr enttäuschend, doch 2018 funktionierte das Rins-Projekt gut. Der talentierte junge Mann entwickelte sich weiter."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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