Joan Mir verrät: Nach Misano 2 "mental ein wenig kollabiert"

Joan Mir offenbart, dass er sich selber 2021 zu stark unter Druck setzte und kürzlich mental ausgebrannt war - Seltene Trainingspause vor Portimao 2 als Notbremse

Joan Mir verrät: Nach Misano 2 "mental ein wenig kollabiert"

Joan Mir setzten die Strapazen der kurz vor dem Abschluss stehenden MotoGP-Saison 2021 stärker zu als er das lange Zeit wahrhaben wollte. Aus diesem Grund hat der mittlerweile von Fabio Quartararo entthronte Weltmeister vor dem Grand Prix der Algarve an diesem Wochenende eine seltene Trainingspause eingelegt.

"Nach dem [zweiten] Misano-Rennen habe ich eine Woche komplett abgeschaltet. Das war notwendig. Ich habe das gebraucht, um eine Batterien wieder aufzuladen", sagt Mir am Freitag in Portimao und schiebt hinterher: "Für andere mag eine freie Woche vielleicht normal sein. Für mich aber ist das eine lange Zeit. Seit Dezember des vergangenen Jahres gab es für mich keine so lange Zeit mehr ohne Training oder ohne Motorrad."

Warum die Pause für ihn gerade jetzt dringend notwendig war, erklärt Mir mit den Worten: "Ich habe das einfach gebraucht. Nach zuletzt zwei schwierigen Grands Prix hintereinander war ich mental ein wenig kollabiert."

Joan Mir, Danilo Petrucci

Beim zweiten Misano-Rennen stürzte Mir früh und riss dabei Danilo Petrucci vom Bike

Foto: Dorna Sports

Damit spricht der Vorjahresweltmeister auf den Grand Prix von Amerika (Austin) und den Grand Prix der Emilia-Romagna (Misano 2) an. Beim kräftezehrenden Rennen in Austin kam Mir mit seiner Suzuki auf P8 ins Ziel. Beim zweiten Misano-Rennen stürzte er direkt in der Anfangsphase und riss Tech-3-KTM-Pilot Danilo Petrucci unglücklich mit ins Aus. Insgesamt hat es Mir bei den 16 bisherigen Saisonrennen fünfmal auf das Podium geschafft. Ein Sieg aber ist ihm in diesem Jahr noch nicht gelungen.

Das zweite Portimao-Wochenende in dieser Saison lässt sich für Mir nach der seltenen Trainingspause direkt richtig gut an. Die beiden Freitagstrainings schloss er auf P5 und P4 ab. "Nach der Pause zurückzukommen und wieder konkurrenzfähig zu sein, das zeigt, dass es richtig war. Ich fühle mich wieder frisch und bin bereit für ein gutes Wochenende. Ich bin wieder motiviert. Das ist die Hauptsache", sagt er.

Trotz aller Zufriedenheit bleibt Mir aber vorsichtig, indem er sagt: "Es ist gerade mal der erste Tag. Wir müssen abwarten." Seine starke Vorstellung am Freitag führt der MotoGP-Champion von 2020 nicht nur auf die einwöchige Trainingspause im Sinne einer mentalen Regeneration zurück. Auch die Suzuki GSX-RR trägt ihren Teil dazu bei.

"Unsere Abstimmung ist hier richtig gut. Und abgesehen davon haben wir nach dem Misano-Test (Mitte September; Anm. d. Red.) eine Weiterentwicklung des Ride-Height-Device erhalten. Seitdem können wir die Schwächen dieser Vorrichtung ein bisschen besser kompensieren", sagt Mir und betont, dass dies in Portimao besonders zur Geltung komme.

Joan Mir

In Portimao 2 fährt Mir nach einer seltenen Trainingspause frisch und befreit auf

Foto: Motorsport Images

Den mentalen Druck während der vergangenen Wochen und Monate hat sich Mir übrigens selber gemacht, wie er zugibt: "Als ich im vergangenen Jahr Weltmeister wurde, ging die Saison in Portimao zu Ende. Am darauffolgenden Dienstag saß ich schon wieder auf dem Motocross-Bike, um zu trainieren."

"Mental hat mir der WM-Titel zusätzliche Motivation verliehen. Ich wollte ihn verteidigen", sagt Mir und erklärt: "Das ist Druck, den ich mir selber auferlegt habe. Und das ist auch der Grund, weshalb ich normalerweise von außen keinen Druck spüre. Mein eigener Druck ist einfach viel größer."

"Im Dezember habe ich eine Woche Pause gemacht, seitdem aber immer trainiert. Mental war ich einzig und allein darauf fokussiert, mich zu verbessern. Jetzt, da das Ende der Saison näher rückt, habe ich einfach diese eine Woche Auszeit gebraucht, um ein bisschen abzuschalten und zu versuchen, bei den letzten beiden Rennen meine beste Performance abzurufen", so der Suzuki-Pilot.

Und nach seiner seltenen Trainingspause weiß Mir jetzt: "Es ist wichtig, richtig gut und regelmäßig zu trainieren. Es ist aber ebenso wichtig, sich auch mal auszuruhen. Mal zur Ruhe zu kommen ist wirklich genauso wichtig wie das Training. Das ist ein Bereich, in dem ich mich noch ein bisschen verbessern muss."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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