Johann Zarco: Nach der Sommerpause "zu sehr unter Druck gesetzt"

Im Sommer träumte Johann Zarco noch vom WM-Titel - Laut Gigi Dall'Igna hat er sich zu sehr unter Druck gesetzt - Trotzdem ist Zarco mit seiner Saison zufrieden

Johann Zarco: Nach der Sommerpause "zu sehr unter Druck gesetzt"

Johann Zarco beendete die MotoGP-Saison 2021 als bester Fahrer eines Satellitenteams. Viermal stand der Franzose von Pramac-Ducati als Zweiter auf dem Podest. Auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse muss der 31-Jährige weiterhin warten. Schlussendlich wurde Zarco WM-Fünfter.

"Ich muss zufrieden sein, denn es war meine beste Saison bisher", sagt Zarco. Bei Tech-3-Yamaha wurde er in den Jahren 2017 und 2018 jeweils WM-Sechster. Auffällig war, dass seine Saison praktisch zweigeteilt war.

In den ersten sieben Rennen stand Zarco viermal auf dem Podest. Er ging als WM-Zweiter in die Sommerpause, aber dann riss der Faden: "Auf den ersten Blick wirkt es wie eine enttäuschende Saison, weil ich Platz zwei in der Weltmeisterschaft verloren habe."

"Zu einem Zeitpunkt während der Saison konnte ich sogar daran denken, dass ich um den WM-Titel kämpfen kann. Das ist nicht zu erwarten gewesen, aber davon träume ich. Deshalb war ich glücklich, in dieser Position gewesen zu sein."

"Wenn man an den WM-Titel denkt und dann ein paar schlechte Rennen hat, dann entsteht das Gefühl, dass man seine Saison komplett verliert. Aber dann analysiert man alles und kann positive Rückschlüsse ziehen. Insgesamt war es eine gute Saison", findet Zarco.

Wie Gigi Dall'Igna Zarcos Saison einschätzt

War es der entscheidende Fehler, dass er im Sommer zu viel über eine mögliche WM-Chance nachgedacht hat? Nach Spielberg 1 schaffte es Zarco in den folgenden fünf Rennen nicht in die Top 10. Zweimal schied er aus, einmal kam er außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel.

"Ich finde", meint Ducati-Motorsportchef Gigi Dall'Igna, "dass es normal ist, wenn ein Fahrer daran denkt, dass er die Weltmeisterschaft gewinnen kann. Ich würde nicht mit einem Fahrer arbeiten wollen, der das nicht in seinem Kopf hat. Wir sind aus diesem Grund hier."

Gigi Dall'Igna

Für Gigi Dall'Igna ist Johann Zarco ein wichtiger Teil des Ducati-Systems

Foto: Motorsport Images

"Auch als ich 2014 zu Ducati gekommen bin, habe ich daran gedacht, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Man braucht diese Mentalität, wenn man die gewünschten Ergebnisse erreichen will. Ich finde, Johann hatte eine sehr gute erste Saisonhälfte."

"Aber dann hat er sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Das hat ihn destabilisiert, aber in den letzten Rennen hat er wieder seine Performance gefunden. Das macht mir für 2022 Hoffnung, denn Johann ist ein starker Fahrer, den ich als wichtiges Element im Ducati-System sehe."

Die letzten drei Rennen waren sehr wichtig

Speziell die Rennen in Silverstone, Aragon, Misano 1 und Austin waren für Zarco hart. "In Silverstone habe ich das Gefühl verloren und es erst in Portimao wieder komplett gefunden", gibt er selbst zu. Misano 2 leitete die Rückkehr zur alten Performance ein, Portimao 2 war die Bestätigung.

Was war in Misano 2 anders? "Es war ein gutes Resultat, ich konnte überholen und besser kämpfen als in den Rennen vorher. Deshalb war ich auf dem Motorrad glücklich und fand mehr Vertrauen. Ich kenne die Gründe dafür nicht, aber die Performance war wieder zurück. Das war sehr wichtig."

Johann Zarco

In Barcelona Anfang Juni stand Johann Zarco zum letzten Mal auf dem Podest

Foto: Motorsport Images

Die Saison schloss Zarco mit zwei fünften und einem sechsten Rang ab. "Das ist der positive Aspekt vom Saisonende", nickt er zufrieden. "Ich höre mit einem guten Gefühl auf und weiß, dass es für mich ein sehr großes Potenzial gibt."

"Es ist manchmal wichtig sich daran zu erinnern, wie man seine Karriere begonnen hat und wie ich mit Ducati gestartet bin. Das hat dazu geführt, dass ich über den WM-Titel nachdenken konnte. Aber schließlich hat 'Pecco' den Job am Saisonende besser gemacht."

"Ich muss lernen, was mir nach der Sommerpause gefehlt hat. Aber meine Saison war gut und besser als man erwarten konnte. Nur wegen einiger schlechter Rennen war es keine schlechte Saison."

"Es ist auch immer ein Ziel, der beste Satellitenfahrer zu sein. Das Team ist auch sehr glücklich. Wir haben mit mir Konstanz gefunden und auch Martin hat unglaublich gute Ergebnisse erzielt. Wir haben die Chance, im nächsten Jahr sehr stark zu sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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