MotoGP

Jonas Folger erleichtert: Diagnose steht fest

Die Experten der TU München liefern die Antwort: Eine erblich bedingte Transport- und Stoffwechselstörung ist für die Schwächeanfälle verantwortlich.

Vor dem Beginn des finalen Rennwochenendes der MotoGP-Saison 2017 verkündet das Tech-3-Team die Antwort, warum Jonas Folger seit Japan außer Gefecht ist. Untersuchungen der TU München haben eine erblich bedingte Transport- und Stoffwechselstörung ergeben, die schwer zu diagnostizieren ist. Die Meulengracht-Krankheit, auch Gilbert-Syndrom genannt, bremste Folger ein. Der Deutsche kämpfte seit vielen Jahren mit den Symptomen der Krankheit. In Motegi spitzte sich die Situation zu, Tech 3 zog Folger vorerst aus dem Verkehr, nachdem der Rookie zusammenbrach.

Dank einer Entgiftung und einer Spezial-Diät soll Folger wieder zu Kräften kommen. Weiterhin kämpft er mit den Folgen des Aragon-Sturzes, bei dem er mit dem Hals auf die Scheibe seiner Yamaha M1 krachte. Dabei wurden die Stimmbänder beschädigt. Ein Spezialist erkannte, dass ein Nerv des rechten Stimmbandes in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Heilung dauert vermutlich ein bis zwei Jahre.
Folger plant, so schnell wie möglich wieder auf seine MotoGP-Maschine steigen zu können. Beim Saisonfinale in Valencia wird er erneut von WSBK-Pilot Michael van der Mark ersetzt. "Es ist eine große Erleichterung, nun Gewissheit zu haben, was los ist und wie wir damit umgehen müssen. Die vergangenen sechs Wochen waren sehr schwierig für mich", betont er.

"Ich wusste nicht, was los ist und warum mein Körper komplett geschwächt war. Ich lebte seit 2011 mit den Symptomen, kam aber stets damit zurecht und rätselte immer, was los ist. Es ist schade, dass es soweit kommen musste, damit wir die Diagnose erhalten. Doch jetzt bin ich dankbar, die Antworten zu kennen", erklärt Folger, der zuletzt Mitte September in Aragon fuhr.

"Mir fehlen das Team und meine Freunde im Fahrerlager. Ich erhielt von allen über die sozialen Netzwerke viel Unterstützung – nicht nur von Fans sondern auch von Gegnern. Das bedeutet mir sehr viel", betont der Tech-3-Pilot. "Ich möchte allen bei Tech-3-Yamaha danken, auch meinen Sponsoren für das Vertrauen in mich und die unterstützenden Nachrichten. Ich werde stärker denn je zurückkehren und an der Spitze der MotoGP kämpfen."