Jorge Lorenzo: "Der Titel ist nicht unmöglich"

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Jorge Lorenzo:
20.08.2018, 09:44

Beim privaten Test in Misano poliert Jorge Lorenzo sein Selbstbewusstsein mit einer Fabelzeit weiter auf – Der Spanier weiß bereits, was ihm 2019 bei Honda fehlen wird

Podium: 1. Jorge Lorenzo, 2. Marc Marquez, 3. Andrea Dovizioso
Jorge Lorenzo, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team, Andrea Dovizioso, Ducati Team
1. Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team
1. Jorge Lorenzo, Ducati Team
1. Jorge Lorenzo, Ducati Team

Spielberg-Sieger Jorge Lorenzo ist zweifellos der Mann der Stunde. Der Spanier setzte beim Grand Prix in Österreich ein Ausrufezeichen und ließ seine Kritiker erneut verstummen. Das Selbstbewusstsein des WM-Dritten wurde weiter aufpoliert, denn beim privaten MotoGP-Test in Misano fuhr Lorenzo am Sonntag die Bestzeit. Ducati kommunizierte, dass Lorenzo den Kurs in 1:31.9 Minuten umrundete. Das ist in etwa so schnell wie Lorenzos bestehender Rundenrekord in Misano, den er 2016 mit der Yamaha M1 fuhr.

"Ich fühle mich mit jedem Mal besser, wenn ich auf das Motorrad steige. Ich sammle Erfahrungen und kann das Motorrad näher an das Limit bringen. Ich konnte sehr schnelle Rundenzeiten fahren, wenn man die Streckenbedingungen und die Hitze bedenkt. Ich war mit gebrauchten und mit neuen Reifen schnell", freut sich Lorenzo im Gespräch mit 'GPOne'. "Ich glaube nicht, dass auf dieser Strecke jemals ein anderer Ducati-Fahrer eine 1:31.9er-Runde fuhr. Es ist interessant und ich denke, dass wir für das Rennen eine gute Basis gefunden haben."

Seit mehr als zehn Jahren wartet Ducati auf einen Sieg beim Heimrennen in Misano. Ist Lorenzo der Favorit für den San-Marino-Grand-Prix, der am 9. September gestartet wird? "Es kann sich alles von einem Tag zum nächsten ändern. Es lief gut, doch in drei Wochen könnte es ganz anders aussehen", weiß der Spanier.

In der Fahrerwertung liegt Lorenzo nach seinem Sieg in Spielberg auf Platz drei. Zu WM-Leader Marc Marquez fehlen aber bereits 71 Punkte. "Es gibt eine Strecke, auf der wir leiden werden: Phillip Island. Auf den anderen Strecken können wir mindestens ums Podium kämpfen. Ich möchte so viele Rennen wie möglich gewinnen und um Platz zwei in der Meisterschaft kämpfen. Der Titel ist nicht unmöglich, aber es wird schwierig. Ich möchte es Rennen für Rennen angehen", erklärt Lorenzo seine Strategie für die ausstehenden Grands Prix.

Es werden die finalen Rennen mit der Ducati Desmosedici sein. Im November wechselt Lorenzo nach dem Saisonfinale in Valencia den Arbeitgeber und übernimmt die Honda RC213V von Dani Pedrosa. Honda-Pilot Cal Crutchlow ist überzeugt, dass Lorenzo die Ducati vermissen wird. Der Brite kam ebenfalls von Ducati zu Honda.

Auf Crutchlows Kommentar geht Lorenzo nur bedingt ein: "Cal wird es wissen, denn er beschwert sich immer über sein Motorrad. Er sollte mehr an sich selbst arbeiten, anstatt immer nur über das Motorrad zu sprechen."

"Ducati ist eine große Familie. Die Fans sind stolz auf ihre Marke und haben sehr viel Respekt für die Fahrer. Das werde ich aus menschlicher Sicht vermissen. Aus technischer Sicht? Den Motor, die Leistung und die Bremsstabilität", schildert Lorenzo.

Ducati hat beim Kampf um die WM nicht nur ein Eisen im Feuer. Vizeweltmeister Andrea Dovizioso stand zwar zuletzt im Schatten von Lorenzo, doch in der Meisterschaft liegt "Dovi" nur einen Punkt hinter dem dreifachen Saisonsieger. Beim privaten Test in Misano spulte Dovizioso 90 Runden ab und war 0,6 Sekunden langsamer als Lorenzo.
"Ich drehte viele Runden, weil ich einige Vergleiche machen wollte. Diese Vergleiche waren sehr gut, beinahe zu gut. Die Zeiten waren sehr schnell, doch es ist nicht so gut, sich zu sehr darauf zu konzentrieren", bemerkt Dovizioso. "Wir hatten keine neuen Teile, doch es war eine schöne Überraschung, hier das bisher beste Gefühl zu haben."

Neben den beiden Werks-Ducatis waren auch LCR-Pilot Cruchlow und das Yamaha-Werksteam sowie die Aprilia-Gresini-Mannschaft vor Ort. Valentino Rossi und Maverick Vinales verloren mehr als eine Sekunde auf Lorenzo Test-Bestzeit. Die beiden Yamaha-Piloten probierten neue Elektronik-Einstellungen. Neue Teile erhielten sie nicht. Aprilia rüstete die Maschinen von Aleix Espargaro und Scott Redding mit neuen Motorteilen aus.

Die inoffiziellen Zeiten aus Misano (Sonntag):
1. Jorge Lorenzo (Ducati) – 1:31.9 Minuten
2. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,6s
3. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,2s
4. Valentino Rossi (Yamaha) +1,3s
5. Maverick Vinales (Yamaha) +1,5s
6. Aleix Espargaro (Aprilia) +1,6s
7. Scott Redding (Aprilia) +1,9s

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