Jorge Lorenzo lobt Marc Marquez: "Heute der intelligenteste Fahrer"
Jorge Lorenzo erklärt, wie sich Marc Marquez in der MotoGP-Saison 2026 mitsamt seiner Verletzung weiterentwickelt hat und wo heute seine größte Stärke liegt
Jorge Lorenzo lobt Marc Marquez für dessen mentale Stärke nach Verletzungen
Foto: LAT Images
MotoGP-Weltmeister Marc Marquez wurde zu Beginn der Saison 2026 erneut auf eine harte Probe gestellt, als er aufgrund seiner jüngsten Schulterverletzung "oft auf seltsame Art und Weise gestürzt" ist und sich damit einen großen Punkterückstand auf die beiden Aprilia-Piloten Marco Bezzecchi und Jorge Martin einfing.
Die Operation direkt nach seinem Sturz beim Sprint in Le Mans hat Marquez' Saison jedoch grundlegend verändert. Mit drei Siegen in den letzten vier Grand Prix vor der Sommerpause hat der Ducati-Pilot nachdrücklich seine Ansprüche auf einen erneuten Titelgewinn angemeldet.
Der dreimalige MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo glaubt, dass Marquez zwar nicht mehr über den ultimativen Speed und die schier grenzenlose Aggressivität verfügt, die seine dominante Zeit bei Honda geprägt haben. Lorenzo ist aber der Meinung, dass der siebenmalige MotoGP-Weltmeister dies nun durch gestiegene mentale Stärke kompensiert.
"Marcs historisches Comeback ist unglaublich. Von einem Rückstand von über 100 Punkten hat er den Abstand auf nur noch 18 Punkte verkürzt", sagt Lorenzo gegenüber dem spanischen TV-Sender DAZN und weiß: "Es ist eine Meisterschaft, in der man extrem schnell fahren muss, vor allem aber muss man durchhalten."

Auf dem Sachsenring feierte Marquez seinen dritten Saisonsieg 2026
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
"Was mir auffällt", so Lorenzo weiter, "das ist, wie sehr er an Intelligenz und Reife gewonnen hat. Er stürzt viel seltener. In Assen, was wahrscheinlich die schlechteste Strecke für ihn, für das Motorrad und für seine körperliche Verfassung war, hat er sich wie ein Löwe behauptet. In einer gewissen Phase im Rennen hat er genug Druck auf Bezzecchi ausgeübt, um ihn in einen Fehler zu treiben."
"Er ist nicht mehr so explosiv und dominant wie vor zehn oder zwölf Jahren, aber er ist heute der vielseitigste und intelligenteste Fahrer im Starterfeld", so die Lobeshymne von Lorenzo auf Marquez.
Marquez begann die Saison 2026, als er sich noch von der Schulterverletzung aus dem Indonesien-Grand-Prix vom Oktober erholte. Die Nachwirkungen der Verletzung seiner rechten Schulter beeinträchtigten Marquez' charakteristischen Speed in Linkskurven - über viele Jahre eine seiner größten Stärken.
Nachdem sich Marquez' körperliche Verfassung bis zum Spanien-Grand-Prix in Jerez im April dieses Jahres nicht ausreichend verbessert hatte, unterzog er sich genau am Tag des Frankreich-Grand-Prix seiner jüngsten Operation. Als er drei Wochen später in Mugello zurückkehrte, zeigte er sofort eine Leistungssteigerung.
Marquez braucht noch immer noch Zeit, um wieder vollständig fit zu werden, doch die Sommerpause dürfte es ihm ermöglichen, seine Genesung zu beschleunigen. Lorenzo glaubt, dass Marquez' Leistungen in der zweiten Saisonhälfte von Rennstrecke zu Rennstrecke schwanken werden. Er glaubt aber, dass der Ducati-Pilot auf Strecken, die gegen den Uhrzeigersinn gefahren werden, schwer zu schlagen bleiben wird.

Linkskurven sind seit Jahren die Stärke von Marquez - und bleiben es laut Lorenzo
Foto: Getty Images Europe
"Wir dürfen nicht vergessen, dass die meisten Rennstrecken hauptsächlich aus Rechtskurven bestehen. Mit diesem Armproblem wird der Unterschied noch deutlicher", erklärt der ehemalige MotoGP-Pilot, der in der Saison 2019 bei Honda Teamkollege von Marquez war.
"Marc hat auf Strecke im Uhrzeigersinn mehr zu kämpfen als früher. Das ermöglicht es den anderen Fahrern, den Rückstand auf ihn zu verkürzen. Auf Strecken mit vielen Linkskurven allerdings, wie etwa Sachsenring, Phillip Island oder Aragon, schneidet er deutlich besser ab."
"Körperlich kann er das Tempo [auf Strecken mit überwiegend Linkskurven] länger durchhalten und muss sich nicht so sehr schonen. Dort kann er dank seiner größten Stärke, nämlich seinem überragenden Speed in Linkskurven, den Unterschied bewirken", analysiert Lorenzo.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.