Jorge Martin bestätigt Red-Bull-Ende: "Stand heute getrennte Wege"
Jorge Martin hat seine Partnerschaft mit Red Bull nach dem Einstieg von Monster als Aprilia-Hauptsponsor beendet - Warum dieser Schritt unumgänglich war
Mit Monster-Logo, aber ohne Red-Bull-Branding auf dem Helm: Jorge Martin
Foto: Getty Getty
Die neue Sponsoring-Partnerschaft zwischen Aprilia und Monster Energy hat für Jorge Martin weitreichende Konsequenzen. War zunächst angenommen worden, dass seine langjährige Zusammenarbeit mit Red Bull zunächst nur auf Eis liegt, bestätigte der Spanier in Mugello, dass diese beendet ist.
Damit endet eine Partnerschaft, die den Spanier seit seinen Anfängen im internationalen Motorradrennsport begleitet hat. Für Martin ist die Entwicklung ein schmerzhafter Einschnitt. Gleichzeitig erkennt er jedoch die Vorteile an, die der neue Sponsor der Werksmannschaft von Aprilia langfristig bringt.
"So ist es nun einmal. Jede wirtschaftliche Verbesserung, die dem Team zusätzlichen Wert bringt, führt am Ende zu Verbesserungen und Weiterentwicklungen", erklärt Martin.
Martin: "Das konnte ich nicht kontrollieren"
Der Spanier betont dabei die besondere Bedeutung seiner bisherigen Partnerschaft mit Red Bull: "Für mich persönlich waren es 15 Jahre mit Red Bull, und ich werde ihnen immer dankbar sein für die Chance, die sie mir gegeben haben, in den Rookies Cup einzusteigen. Aber das war etwas, das ich nicht kontrollieren konnte."
Aprilia hatte am vergangenen Freitag offiziell bekanntgegeben, dass Monster Energy neuer Hauptsponsor des Werksteams wird. Bereits in Barcelona vor zwei Wochen war Martin über die bevorstehende Veränderung informiert worden.
In Mugello trat der Spanier erstmals ohne seine Red-Bull-Kappe auf und präsentierte stattdessen Teamkleidung von Aprilia. Auch die RS-GP trug bereits das Monster-Logo.
Keine Pause, sondern das Ende der Zusammenarbeit
Zunächst war im Umfeld von Martin darüber spekuliert worden, ob die Kooperation mit Red Bull lediglich für eine gewisse Zeit ruhen könnte. Er stellte jedoch klar: "Sie ist vorerst beendet. Ich weiß nicht, ob wir in Zukunft eines Tages wieder zusammenfinden werden, aber Stand heute gehen wir getrennte Wege."
Neben den finanziellen Auswirkungen verliert Marin damit auch seinen Status als offizieller Red-Bull-Athlet. Dazu gehörte bislang unter anderem der Zugang zum exklusiven Red Bull Athlete Performance Center (APC) in Salzburg. Trotzdem betont Martin, dass das Verhältnis zum Energydrink-Riesen weiterhin ausgezeichnet sei.
"Unsere Beziehung war immer großartig, und ich glaube, sie wird auch weiterhin sehr, sehr gut bleiben. Es ist eine Verbindung, die über viele Jahre gewachsen ist. Wenn ich darum bitten würde, die Einrichtungen zu nutzen, gäbe es sicher kein Problem."
Rivola: Vertragslage ließ keine andere Lösung zu
Dass Martin sich nach Aprilias Monster-Deal von Red Bull lösen musste, war unausweichlich. Aprilia-CEO Massimo Rivola erläutert die Hintergründe: "Natürlich steht in unseren Verträgen, dass die Fahrer keine Sponsoren haben können, die Wettbewerber eines Teamsponsors sind. Das gilt für jeden Sponsorenvertrag des Teams."
Rivola bestätigt auch, dass Aprilia nach dem Einstieg von Monster entsprechende Maßnahmen ergreifen musste und dabei Gespräche mit Red Bull führte. "Wir haben mit ihnen geregelt, was geregelt werden musste", so der Aprilia-Rennchef.
Gleichzeitig zeigt der Italiener Verständnis für die Situation seines Fahrers, der nach anderthalb Jahrzehnten die Verbindung zu Red Bull aufgeben musste. Das sei nach 15 gemeinsamen Jahren sicher "nicht leichtgefallen, aber es war zum Wohl des Teams".
Auf die Frage, ob Aprilia Martin für den Verlust seines persönlichen Sponsors und damit einhergehende finanzielle Einbußen entschädigen musste, geht Rivola nicht direkt ein. Er macht lediglich deutlich: "Wir haben die Vereinbarungen durchgesetzt. Es wäre nicht angemessen gewesen, mit beiden Logos anzutreten."
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