Jorge Martin mit Gripproblemen in Aragon: "Muss mehr Flattrack trainieren"
Im Sprint und Grand Prix jeweils nur Rang 5 - Jorge Martin spricht offen über fehlenden Grip am Vorderrad - WM-Vorsprung auf Marquez schmilzt auf 19 Punkte
Mehr als fünfte Plätze waren für Jorge Martin in Aragon nicht möglich
Foto: Burak Akbulut/Anadolu via Getty Images
Jorge Martin war zwar im MotorLand Aragon in der Spitzengruppe dabei, konnte aus eigener Kraft aber nicht um einen Podiumsplatz kämpfen. Sowohl im Sprint als auch im Grand Prix fuhr er als Fünfter ins Ziel, während sein Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi in beiden Rennen auf dem Podium war.
"Ich denke ehrlich gesagt", sagt Martin, "dass dies eine unserer schlechtesten Strecken ist, und trotzdem kämpfen wir hier eng mit den Ducatis. Deshalb habe ich das Gefühl, dass wir definitiv in einer guten Position sind."
Dennoch hielt er nach dem Sprint fest, dass Platz fünf "mehr war", als er sich erwartet hatte. Denn insgesamt war es für den Spanier ein schwieriges Wochenende.
Es gab ein Hauptproblem: "Ich spüre nicht besonders viel Grip. Vielleicht muss ich mehr Flattrack trainieren, denn ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass ich ständig am Rutschen bin. Ich fühle mich auf dem Motorrad nicht wirklich wohl."
"Ich muss es verstehen. Ich brauche einfach mehr Grip am Vorderrad. In den ersten Runden fühle ich mich gut, weil die Reifen frisch sind. Aber sobald der Grip nachlässt, ist es für mich schwierig, die Pace zu halten."
"Ich habe ein gutes Gefühl für das Vorderrad. Das Problem ist, dass der Grip nachlässt. Ich verliere zunehmend Grip. Ich denke, das Motorrad funktioniert wirklich gut. Ich muss mich nur darin verbessern, bei immer weniger Grip zu fahren."
Im Grand Prix profitierte Martin in der Startphase von einem Fehler von Marc Marquez. Der Ducati-Werksfahrer vergaß nach der ersten Kurve, das Ride-Height-System zu deaktivieren. Dadurch löste er ein kleines Chaos aus.
Martin nutzte das Durcheinander und drang auf Platz zwei nach vorne, doch noch in der ersten Runde wurde er von Marc Marquez und Pedro Acosta überholt. In der zweiten Runde fiel er auch hinter Alex Marquez zurück.
Von da an wurde es für Martin ein einsames Rennen an der fünften Stelle. "Es war schwierig, aber nicht anders, als ich erwartet hatte", kommentiert er sein Rennen. "Ich habe versucht, optimistisch zu sein."
"Vielleicht hätte ich mit einem guten Start etwas mehr machen können. Aber das konnte ich nicht. Die Top 5 waren das Maximum, und ich bin zufrieden, dass ich dieses Maximum erreicht habe."
"Der Grip insgesamt war während des gesamten Wochenendes mein Limit. Ich habe viel versucht, um mit dem Grip umzugehen. Ich denke, zur Rennmitte oder zum Rennende hin fühlte ich mich etwas besser."
"Wie ich schon gesagt habe, waren die Top 5 das Maximum. Ich habe die Punkte mitgenommen. Das ziehe ich dem Risiko vor, zu stürzen. Ich denke, genau das muss ich im Moment tun."
"Vielleicht muss ich in den nächsten Rennen mehr Risiken eingehen, aber nicht bei diesem Rennen", sagt Martin. Er behielt die WM-Führung, aber sein Vorsprung auf Marc Marquez, der nun Zweiter ist, schrumpfte auf 19 Punkte.
Macht er sich Sorgen, dass der amtierende Weltmeister immer mehr aufholt? "Ich arbeite daran, mich jeden Tag zu verbessern. Ich liege noch immer in Führung, also mache ich offenbar etwas richtig", antwortet Martin auf diese Frage.
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