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Jorge Martin rastet aus: Schubser nach Crash mit Raul Fernandez

Der Crash zwischen Martin und Fernandez sorgte für Wirbel bei Aprilia - Rivola marschierte zur Trackhouse-Box, Martin schubste seinen Teammanager

Jorge Martin rastet aus: Schubser nach Crash mit Raul Fernandez

Der Moment, der in Barcelona bei Aprilia die Wogen hochgehen ließ

Foto: Getty Getty

Bei Aprilia gingen die Wogen nach dem MotoGP-Rennen in Barcelona hoch. Nach dem zweiten Neustart duellierten sich Jorge Martin und Raul Fernandez in den ersten Kurven hinter der KTM von Pedro Acosta um den zweiten Platz.

Als sie im Laufe der ersten Runde zur engen Linkskurve 5 kamen, war Martin außen. Fernandez probierte innen ein Überholmanöver, aber das klappte nicht. Er kollidierte mit Martin, der sofort stürzte. Auch Fernandez geriet ins Kiesbett.

Beide fuhren am Ende des Feldes weiter. Fernandez wurde schließlich als 17. gewertet. Martin kam nicht in die Wertung. Damit vergrößerte sich Martins WM-Rückstand auf seinen Teamkollegen Marco Bezzecchi auf 15 Punkte.

Als Martin zurück an die Box kam, entlud sich sein Frust. Er ging wüst Teammanager Paolo Bonora an. "Ja, dafür möchte ich mich entschuldigen", sagt Martin etwas später zu diesen Szenen.

"Zuerst beim Team und bei Bonora, weil ich ihn etwas geschubst habe. Ich war wegen der Situation so frustriert über das, was passiert ist. Ich habe versucht, mich während des Rennens zu beruhigen."

"Aber sobald ich reingekommen bin, ist alles wieder hochgekocht - die Anspannung. Und ja, ich möchte mich bei Paolo Bonora entschuldigen. Es war völlig unnötig, dass ich ihn geschubst habe."

Schon während des Rennens kochten bei Aprilia die Emotionen hoch. Unmittelbar nach der Kollision marschierte Aprilia-Rennchef Massimo Rivola zur Trackhouse-Box und warf Davide Brivio, dem Teamchef des US-Teams, einen verärgerten Blick zu.

"Was Raul betrifft", sagt Brivio bei DAZN Spanien. "Das ist sicher eine gute Gelegenheit für die Aprilia-Fahrer, miteinander zu reden und etwas klüger vorzugehen."

"Durch das, was passiert ist, hat sich am Kurveneingang eine kleine Lücke aufgetan. Raul hat sie genutzt, und Jorge hat die Linie genommen, als wäre Raul nicht da gewesen", bewertet Brivio die Situation.

"Ich sehe keine klare Verantwortung auf Rauls Seite. Es waren erst wenige Runden, und Raul hat eine Gelegenheit gesehen. Hätte man es vermeiden können? Vielleicht." Doch dazu hätten beide Fahrer mitspielen müssen.

Raul Fernandez sieht keine Schuld bei sich

Auch Fernandez spricht von einer unglücklichen Situation. "Ich kam zu Kurve 5 und war bereit, ihn zu überholen", berichtet der Trackhouse-Fahrer aus seiner Sicht. "In dem Moment, als ich bremste, sah ich, dass er zu früh bremste, und ich griff an."

"In dem Moment, als ich ihn fast überholt hatte, hat er das Motorrad leicht aufgerichtet. Man kann es gut vom Helikopter oder im Video sehen. Er richtete das Motorrad auf."

"Als er dann sah, dass ich derjenige war, der ihn überholte, tat er dasselbe wie im Sprint: Er löste die Bremse und legte das Motorrad wieder in die Kurve. Ich glaube, ich habe keinen Fehler gemacht", so Fernandez.

"Ich bin nicht zu schnell zu dieser Kurve gekommen, ich war einfach am Überholen. Aber in dem Moment, als er mich sah, hat er das Motorrad aufgerichtet und ist wieder in die Schräglage gegangen."

"Ich war auf meiner Linie, ich habe ihn überholt, aber in dem Moment, als er das Motorrad vor mein Vorderrad schob, konnte ich nichts mehr machen. Und in diesem Moment haben wir uns berührt und lagen beide im Kiesbett."

Als Beweis für seine Unschuld sagt Fernandez: "Wir haben die Daten, und ich sehe dort klar, dass er in dem Moment, als ich ihn überholte, zwei Kurven gemacht hat." Dennoch fühlt er sich "schlecht" für Aprilia, dass beide ins Kiesbett gerieten.

Martin will ausgebliebene Strafe nicht kommentieren

Und was sagt Martin zu der Situation? "Dazu habe ich nichts zu sagen. Man kann es im Fernsehen sehen." Die Rennkommissare um Simon Crafar werteten es als Rennunfall und sprachen keine Strafe aus.

"Dazu habe ich keinen Kommentar", sagt Martin auch zu dieser Entscheidung. "Man kann es sich noch einmal im Fernsehen ansehen. Im Sprint ist dasselbe passiert, diesmal wieder. Das ist eben Racing."

Martin schied auch im Sprint durch einen Sturz in Kurve 10 aus. Obwohl er in Barcelona schneller war als sein Teamkollege Bezzecchi, konnte er durch beide Ausfälle nicht die WM-Führung übernehmen.

Im Verlauf des Wochenendes hatte Martin fünf Stürze. Beim Test am Montag gab es einen weiteren Sturz. Er blieb zwar unverletzt, wurde aber zur Sicherheit für Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.

Abschließend erklärt Martin, er habe das Potenzial in Barcelona ungenutzt gelassen: "Das Potenzial war da. Ich war in den Rennen schnell, also war ich selbst an einem wirklich schwierigen Wochenende in der Lage, um den Sieg oder das Podium zu kämpfen."

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