Jorge Martin sicher: 2026 wird "ein Jahr, auf das ich mich freuen kann"
Aprilia-Pilot Jorge Martin schöpft beim Thailand-Test Zuversicht für die MotoGP-Saison 2026, von der er glaubt, dass sie für ihn viel besser laufen wird als 2025
Jorge Martin ist beim Buriram-Test "ein großes Stück vorangekommen"
Foto: Lillian Suwanrumpha / AFP via Getty Images
Für Jorge Martin war der letzte MotoGP-Test in Vorbereitung auf die Saison 2026, der Zweitagestest am vergangenen Wochenende in Buriram (Thailand), das Comeback auf der Rennstrecke. Nachdem er den Großteil der vergangenen Saison aufgrund mehrerer Verletzungen verpasst hatte und er sich seit Saisonende noch zweimal hat operieren lassen, saß Martin nun erstmals seit dem Valencia-Test vom November 2025 wieder auf dem Motorrad.
Im Aprilia-Werksteam war Martin beim Buriram-Test erstmals mit der RS-GP26 unterwegs, nachdem er beim Valencia-Test einen Prototypen des 2026er-Bikes pilotiert hatte. Mit der aktuellen Spezifikation hat er den Buriram-Test trotz seiner langen Auszeit in den Top 10 abgeschlossen. Nach P13 am ersten Tag steigerte er sich am zweiten Tag auf P8.
Seine persönlich beste Rundenzeit hat Martin vom ersten auf den zweiten Tag von 1:29.813 Minuten auf 1:29.167 Minuten gedrückt. Am ersten Tag ging es ihm darum, "zu verstehen, wie mein Körper reagiert", wie Martin berichtet. Seine Erkenntnis? "Viel besser als ich das erwartet hatte. Die Hand ist gesund, die Schulter ebenfalls. Ich spüre Kraft und habe das Gefühl, attackieren zu können."
Aprilia-Technikchef Fabiano Sterlacchini sagte am Rande der Testfahrten gegenüber Sky Italia: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Jorge im vergangenen Jahr quasi eine ganze Saison übersprungen hat. Und jetzt ist er vom ersten Tag an vorne mit dabei. Wahnsinn! Woran wir im Winter mit ihm gearbeitet haben, ist ein solides Fundament. Schritt für Schritt bauen wir das Paket um ihn herum, damit er sein Potenzial voll entfalten kann."
Wenngleich sich Martin für die MotoGP-Saison 2027 bereits mit Yamaha einig ist, ist er fest entschlossen, sein zweites Aprilia-Jahr angenehmer und erfolgreicher zu gestalten als das erste.
"Ich glaube, bezogen auf die Aerodynamik sind wir gut aufgestellt. Wir haben mehrere Optionen. Es wird von der jeweiligen Strecke abhängen, für welche wir uns entscheiden. Das ist gut", so Martin und weiter: "Gut ist auch, dass wir im Hinblick auf das Rennwochenende [in Buriram] intensiv an den Einstellungen der Elektronik gearbeitet haben und ich ein konstant gutes Gefühl hatte."
Seine 0,5 Sekunden Rückstand auf Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi am Schlusstag der Testfahrten sieht der MotoGP-Weltmeister von 2024 noch nicht als das Ende der Möglichkeiten. "Ich glaube, in Bezug auf die reine Pace habe ich noch zwei, drei Zehntelsekunden liegengelassen. Ich habe aber das Gefühl, dass ich Vergleich zur vergangenen Saison schon ein großes Stück vorangekommen bin."

So happy wie in Buriram hat man Martin in der Aprilia-Box lange nicht gesehen
Foto: Getty Images AsiaPac
Aprilia-Teammanager Paolo Bonora gab am Rande des Buriram-Tests gegenüber MotoGP.com offen zu, dass man "von Jorges Ergebnissen ehrlich gesagt überrascht" war. "Wir konnten sehen, dass es für ihn das erste Mal seit langer Zeit war, dass er das Fahren eines MotoGP-Bikes wirklich genossen hat", so Bonora.
Martin selber bilanziert nach den zwei Tagen: "Ganz ehrlich, ich bin mit diesem Test richtig happy. Ich will aber noch nicht zu optimistisch klingen, denn es ist nun mal eine Strecke mit langen Geraden und Stop-and-Go-Charakter. Viele Kurven gibt es hier nicht. Womöglich sieht die Sache ein wenig anders aus, wenn wir in Austin oder in Jerez fahren. Das erste Gefühl ist aber auf jeden Fall richtig gut."
Auf Nachfrage, ob er sich zu Prognosen für die Saison 2026 hinreißen lassen könne, antwortet Martin: "Ich bin kein Hellseher. Prognosen würde ich allenfalls von Tag zu Tag, von Rennen zu Rennen abgeben. Aber was auch immer da kommen mag, es wird gut sein. Wenn ich alleine diese zwei Testtage als Basis nehme, dann wird es ein Jahr, auf das ich mich freuen kann."
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