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Jorge Martin zu Sturz in Kurve 12: "Musste sofort an Luis Salom denken"

Kurve 12 in Barcelona sorgt für Diskussionen - Jorge Martin stürzt und erinnert sich an Luis Salom - Die Fahrer fordern seit Jahren mehr Sicherheit an dieser Stelle

Jorge Martin zu Sturz in Kurve 12: "Musste sofort an Luis Salom denken"

Jorge Martin hatte bei seinem Sturz in Kurve 12 viel Glück

Foto: LLUIS LLUIS

Am MotoGP-Trainingstag für den Grand Prix von Katalonien gab es einige Stürze, die letztendlich glimpflich ausgingen. Bei bewölktem Himmel und einer kühlen Außentemperatur von 13 Grad Celsius stellte vor allem das Vormittagstraining für die Reifentemperatur eine Herausforderung dar.

Jorge Martin stürzte etwa bei Trainingshalbzeit in Kurve 12. Das ist im letzten Streckenabschnitt die erste Rechtskurve. Dort gibt es auf der Außenseite nicht viel Auslauffläche. Vor der Streckenbegrenzung stehen dort Airfences.

Martins Aprilia prallte fast ungebremst gegen den Airfence. Martin folgte seiner Maschine nach und schlug ebenfalls ein. Auf den TV-Bildern war das nicht genau zu erkennen, da die Kamera hinter der Leitplanke stand.

"Mir geht es gut", sagt Martin und betont, dass er bei dieser Situation auch Glück hatte: "Ich kann mich glücklich schätzen, dass am Morgen nichts passiert ist, denn ich glaube, es war ein gefährlicher und für mich wirklich erschreckender Sturz."

"Ich glaube, es ist wirklich gefährlich, dort zu stürzen. Ich sage es nicht gerne, aber es erinnert mich sehr stark an Luis Salom. Als ich gestürzt bin, musste ich sofort an ihn denken."

"Zum Glück hat sich das Motorrad gedreht, sodass ich in die Verkleidung geflogen bin und nicht in den Lenker oder andere Teile", berichtet Martin. "Es ist auf jeden Fall eine Stelle, an der Verbesserungen notwendig sind, weil es wirklich gefährlich ist."

In diesem Jahr jährt sich der tödliche Unfall von Luis Salom zum zehnten Mal. Der Spanier stürzte am 3. Juni 2016 im zweiten Freitagstraining der Moto2-Klasse in der 13. Kurve. Die Auslaufzone von Kurve 13 war damals asphaltiert.

Luis Salom

In diesem Jahr jährt sich der tödliche Unfall von Luis Salom zum zehnten Mal

Foto: GP-Fever.de

Saloms Motorrad rutschte über den Asphalt und prallte in den Airfence. Dabei wurde es ausgehebelt. Da es kein Kiesbett gab, das Fahrer und Motorrad trennte, rutschte Salom auf demselben Weg in den Airfence und wurde von seinem Motorrad getroffen.

Nachdem die MotoGP 2016 und 2017 nach Saloms Unfall auf das Schikanen-Layout im letzten Sektor ausgewichen war, kehrte man ab 2018 zum ursprünglichen Layout zurück, als in Kurve 13 wieder ein erweitertes Kiesbett errichtet wurde.

Kühle Temperaturen ein Mitgrund für Martins Sturz

Martin kennt die Ursache seines Sturzes: "Ich hatte mehr Schräglagenwinkel und mehr Bremse als in der Runde zuvor. Wir hatten am Morgen große Schwierigkeiten, Temperatur in den Vorderreifen zu bekommen."

"Und wenn man nicht pusht, wärmt sich der Reifen nicht auf, und dann kommt man aus diesem Kreislauf nicht mehr heraus. Das Problem liegt definitiv mehr auf der linken Seite, aber es ist auch auf der rechten Seite aufgetreten."

"Wir müssen also wirklich vorsichtig sein. In diesem Moment wollte ich hinter Fabio fahren, nur um den Reifen aufzuwärmen, und dann bin ich gestürzt. Wie gesagt, ich bin froh, dass mir heute nichts passiert ist und ich morgen weiterarbeiten kann."

Fahrer weisen auf Problemstelle hin, nichts ändert sich

Martins Sturz in Kurve 12 war am späten Nachmittag auch ein großes Thema im MotoGP-Paddock. Einige Fahrer äußerten Bedenken, dass die Streckenbegrenzung dort zu nah an der Strecke steht.

Vorjahressieger Alex Marquez übt scharfe Kritik: "Es wird nicht das erste und nicht das letzte Mal sein, dass wir sagen, dass diese Kurve nicht sicher genug ist, aber bisher hat sich, wie man sieht, nichts geändert."

Die Fahrer weisen also schon länger auf diese Problemstelle hin? "Ja", sagt der Gresini-Fahrer, "denn wenn man dort ankommt, sieht man einfach nur die Mauer. Ich glaube, letztes Jahr im Rennen ist Rins dort gestürzt und gegen die Mauer geprallt."

"Das ist also etwas, das gelöst werden muss. Das gilt auch für viele ähnliche Stellen auf anderen Strecken. Es stimmt zwar, dass es durch die dort aufgebauten Tribünen manchmal schwierig oder mit großem Aufwand verbunden ist."

"Aber ich denke, dass wir dort mehr Kiesbett brauchen. Das könnte meiner Meinung nach eine Lösung sein." Mit dieser Ansicht ist Alex Marquez unter den Fahrern nicht alleine. Über die Problemstelle wird in der Sicherheitskommission gesprochen.

Insgesamt sieben Stürze in beiden MotoGP-Trainings

Im Vormittagstraining gab es zwei weitere Stürze, allerdings an einer anderen Stelle. Die KTM-Fahrer Pedro Acosta und Brad Binder stürzten beim Richtungswechsel in Kurve 2. Im Nachmittagstraining gab es vier Stürze.

Alex Rins (Yamaha) stürzte in Kurve 5, Joan Mir (Honda) in Kurve 10 und Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) in Kurve 2. Und Martin hatte ebenfalls in dieser Kurve 2 seinen zweiten Sturz des Tages.

Nach dem Vormittagssturz hatte Martin Schmerzen im linken Unterarm. Auch MotoGP-Chefarzt Angel Charte war während des Nachmittagstrainings in der Aprilia-Box. Aber Martin gibt Entwarnung, dass er in Ordnung sei.

"Mir geht es gut, wirklich gut. Zum Glück haben wir großartige Ärzte und ich habe großartige Physiotherapeuten. Im zweiten Run habe ich vom ersten Sturz nichts mehr gespürt." Martin beendete den Freitag schließlich als 17.

Damit muss er erstmals in dieser Saison in Q1 antreten. "Das gehört zu unserem Sport", nimmt er es pragmatisch. "Es gibt Tage, an denen man mehr pushen muss als sonst, an denen man mehr leidet als sonst. Morgen habe ich eine weitere Chance auf Q2."

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