Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Für Dich empfohlen

Analyse 24h Le Mans 2026: Nicht das schnellste Auto hat gewonnen

WEC
24h Le Mans
Analyse 24h Le Mans 2026: Nicht das schnellste Auto hat gewonnen

"Ich bin keine Maschine": Hadjar fordert Red Bull zum Handeln auf

Formel 1
Barcelona
"Ich bin keine Maschine": Hadjar fordert Red Bull zum Handeln auf

Datenanalyse: Warum Lewis Hamilton auch ohne VSC gewonnen hätte

Formel 1
Barcelona
Datenanalyse: Warum Lewis Hamilton auch ohne VSC gewonnen hätte

Formel-1-Liveticker: Hat Hamilton jetzt echte WM-Chancen?

Formel 1
Formel-1-Liveticker: Hat Hamilton jetzt echte WM-Chancen?

"Der unermüdliche Champion": Dall'Igna lobt Marquez' Ungarn-Gala

MotoGP
Balaton Park
"Der unermüdliche Champion": Dall'Igna lobt Marquez' Ungarn-Gala

"Ein bisschen Glück": Max Verstappen fährt "ziemlich einsames" Rennen

Formel 1
Barcelona
"Ein bisschen Glück": Max Verstappen fährt "ziemlich einsames" Rennen

Toyota zittert sich zum Le-Mans-Sieg: Sensorfehler sorgt für Leistungsverlust

24h Le Mans
24h Le Mans
Toyota zittert sich zum Le-Mans-Sieg: Sensorfehler sorgt für Leistungsverlust

Fahrernoten Barcelona: An Lewis Hamilton führt kein Weg vorbei

Formel 1
Barcelona
Fahrernoten Barcelona: An Lewis Hamilton führt kein Weg vorbei

Kaputter Asphalt, Steinschläge, "wie Motocross": MotoGP-Fahrer mit Klartext

Das Rennen in Goiania wurde kurzfristig verkürzt, die Teams hatten kaum Zeit zu reagieren - Was die Fahrer nach dem Brasilien-GP über Asphalt und Chaos berichten

Kaputter Asphalt, Steinschläge, "wie Motocross": MotoGP-Fahrer mit Klartext

Das MotoGP-Rennen musste von 31 auf 23 Runden verkürzt werden

Foto: Getty Getty

Die Premiere des neuen MotoGP-Wochenendes in Brasilien wurde von mehreren Problemen überschattet. Am Samstag musste ein Sinkloch auf der Start-Ziel-Geraden ausgebessert werden, was zu erheblichen Verzögerungen führte.

Am Sonntag schien zunächst bei trockenem und heißem Wetter alles reibungslos zu verlaufen. Doch unmittelbar vor dem MotoGP-Start verkürzte die Rennleitung die Distanz von 31 auf nur noch 23 Runden. Das Rennen der Königsklasse war somit kürzer als das Moto2-Rennen.

Mit 23 Runden wurde die Marke von zwei Dritteln erreicht und es konnten volle WM-Punkte vergeben werden. Mit den Reifen hatte die Verkürzung nichts zu tun. Michelin zeigte sich von der Entscheidung selbst überrascht und betonte, dass man darin nicht involviert war.

Es stellte sich heraus, dass der Asphalt nach den Rennen der beiden kleinen Klassen stellenweise aufbrach und sich ein problematischer Zustand entwickelte. Einige Fahrer erkannten das schon in der Besichtigungsrunde.

"Ich dachte, irgendwer wäre mit einem Lkw über Kurve 11,12 drübergefahren und hätte da Schlamm erteilt, weil es eine andere Farbe hatte", schildert Binder, der im Rennen stürzte. "Ich fand das komisch. Als sie im Grid etwas gesagt haben, dachte ich mir: okay, das ist also der Grund."

"Und ja, als ich hinter all den Motorrädern war, sah das da aus wie ein kleines Steinfestival. Da sind einfach überall Steine rausgeflogen. Also ja, ein bisschen seltsam, auf jeden Fall, aber es ist nicht das erste Mal, dass wir das erlebt haben."

Asphalt in Goiania

Die betroffene Stelle nach dem MotoGP-Rennen

Foto: Guilherme Longo

Honda-Fahrer Joan Mir, der im Rennen stürzte, berichtet: "In der Besichtigungsrunde bin ich hinter Marc gefahren und da ist ein großer Stein gegen mein Knie geflogen und ich dachte mir: Da werden wir vielleicht Probleme bekommen, wenn wir alle Runden fahren."

"Und ich hatte recht. Diese Kurve wurde immer stärker beschädigt. Es war die richtige Entscheidung, das Rennen zu verkürzen. Außerdem war es sogar so schon lang genug, also stell dir 31 Runden vor. Ich denke, das hat allen geholfen, auch Michelin."

Laut Mir brach der Asphalt vor allem in den Kurven 11 und 12 auf. Die Teams wurden schließlich nur wenige Minuten vor der Aufwärmrunde über die Verkürzung der Distanz informiert, genauso wie das Fernsehpublikum.

Teams von der Verkürzung überrascht

Der Start wurde nicht verschoben, um den Teams etwas Zeit zu geben, darauf zu reagieren. Sie konnten also weder Kraftstoff ablassen noch die Elektronik anpassen. Wenige Fahrer wechselten vom Medium-Hinterreifen auf Soft, darunter Pedro Acosta, der auf Startplatz neun stand.

Mit dem Vorgehen der Offiziellen war sein KTM-Markenkollege Enea Bastianini nicht einverstanden. Denn sie gingen von vorne nach hinten durch die Startaufstellung und informierten die Teams über die Verkürzung.

Asphalt in Goiania

So sah der Asphalt in den Kurven 11 und 12 nach dem MotoGP-Rennen aus

Foto: Guilherme Longo

Bastianini, der auf dem 22. und letzten Startplatz stand, hatte deshalb keine Zeit mehr, um ebenfalls auf den weichen Reifen zu wechseln. Das Rennen wurde schließlich gestartet. Abseits der Fernsehkameras spürten die Fahrer die Folgen des aufbrechenden Asphalts.

Alex Marquez berichtet bei DAZN Spanien, wie sich die ganze Situation aus seiner Sicht entwickelt hat: "Es waren noch vier Minuten bis zur Aufwärmrunde, da haben sie mir von der Verkürzung erzählt. Wir hatten keinerlei Infos."

"Ich habe zu Michele Masini (Gresini-Teammanager; Anm. d. Red.) gesagt, er soll einen verspäteten Start fordern, damit wir die Elektronik und Reifen checken können, aber sie hielten das nicht für nötig."

Alex Marquez

Alex Marquez wurde am linken Arm von Steinen getroffen

Foto: Getty Images South America

"Es ist nicht schlecht gelaufen, aber es gab zwei Kurven, wo der Asphalt aufgebrochen ist, und wenn Fahrer vor dir waren, haben sie Steine hochgeschleudert. Das fühlte sich mehr wie Motocross an als wie ein Rundstreckenrennen. Ansonsten war es okay."

"Es war insgesamt wirklich seltsam", meint Alex Marquez dennoch. "Weniger Runden, keine einfachen Bedingungen. Zwischen den Kurven 11 und 12 ist der Asphalt komplett aufgebrochen, mit all den Steinen. Also ehrlich gesagt waren die Bedingungen heute ziemlich inakzeptabel. Aber es ist wie es ist, wir sind gefahren und es war eine tolle Show."

Fahrer von Steinen getroffen: Rins am Finger verletzt

Als Alex Marquez nach dem Rennen in ein T-Shirt wechselte, waren auf seinem linken Arm einige rote Stellen von Steinschlägen deutlich erkennbar. Noch schlimmer hatte es Alex Rins erwischt, der am rechten Zeigefinger von einem Stein getroffen worden war.

"Frag mal meinen Finger, ob man die Steine in Kurve 11 und 12 gespürt hat - einer hat mich getroffen", ärgert sich der Yamaha-Fahrer. "Das war gleich zu Rennbeginn. Es hat mich nicht davon abgehalten, zu fahren, aber es hat gestört, weil ich mit dem Finger bremse."

Alex Rins

Der linke Zeigefinger von Alex Rins wurde von einem Stein getroffen

Foto: Getty Images South America

Rins hoffte unmittelbar nach dem Rennen, dass er sich den Finger nicht gebrochen hat. Er war beim Gelenk blau und sichtbar angeschwollen. Toprak Razgatlioglu brachte zu seinem Interviewtermin einige Steine mit, die er nach dem Rennen in seinem Stiefel gefunden hatte.

Trotz der Steinschläge und des problematischen Asphalts in den beiden Kurven war es laut Marc Marquez "akzeptabel", das Rennen fortzusetzen. Im Duell mit Fabio Di Giannantonio um Platz drei wurde ihm dennoch dieser Streckenabschnitt zum Verhängnis.

Marc Marquez, Fabio Di Giannantonio

Marc Marquez verlor an der problematischen Stelle den dritten Platz

Foto: Anadolu

"Wenn du diese Stelle berührt hast, das war die Ideallinie, war es super rutschig", beschreibt der Ducati-Werksfahrer. "In jener Runde habe ich diese Stelle ein wenig berührt, habe den Vorderreifen verloren und bin dann auf den Randstein gekommen."

"Auf dem Randstein habe ich mich entschieden, nicht stark einzulenken, weil ich wusste, dass 'Diggia' dicht hinter mir war und mich überholen würde. Aber ein vierter Platz ist besser als ein Crash."

Die Strecke hat für nächstes Jahr viel Arbeit

Es ist klar, dass der lokale Veranstalter viel Arbeit hat, um die Strecke und das Paddock für das kommende Jahr in Ordnung zu bringen. "Eine der Sachen, die uns Sorgen machen, ist, was nächstes Jahr passiert", sagt Marc Marquez.

"Über das ganze Wochenende hinweg wurden die Unebenheiten immer schlimmer. An der Stelle, wo heute der Asphalt aufgeplatzt ist, lag mit jeder Runde mehr Schotter drauf. Genau da habe ich meinen Podestplatz verloren."

Trotzdem wird auch anerkannt, welche Bemühungen in den vergangenen Tagen vollbracht wurden. Von den Überschwemmungen im Vorfeld, dem Sinkloch im Asphalt am Samstag bis zum Sonntag, als trotz der verkürzten MotoGP-Renndistanz alle Rennen über die Bühne gehen konnten.

Fans in Goiania

60.000 brasilianische Fans waren am Sonntag vor Ort

Foto: Getty Images South America

"Am Ende ist es für ein Land nicht einfach", sagt Di Giannantonio, "auf dieses Niveau zu kommen, mit all den Anforderungen der MotoGP. Die Strecke selbst ist fantastisch, die Fans waren echt, die Organisation hat ihr Bestes gegeben."

"Ich finde, sie haben sich dieses Wochenende und das Event wirklich zu Herzen genommen und alles Mögliche getan, um es so gut wie möglich zu machen. Klar gibt es ein paar Stellen, wo sie sich verbessern können."

"Aber insgesamt denke ich, das war der beste Ansatz, den ein Land bieten kann, damit wir uns wohlfühlen. Klar könnte der Asphalt besser sein, aber es war insgesamt ein wirklich tolles Wochenende. Ich habe jeden Moment genossen, also freue ich mich, dass wir in Brasilien waren."

Am Sonntag wurden auch die Zuschauerzahlen veröffentlicht. Am Donnerstag und Freitag kamen zusammengerechnet 40.503 Fans. Am Samstag waren es 47.008 Besucher. Den Grand Prix verfolgten 60.873 Fans auf den Tribünen. Insgesamt kamen an diesem Wochenende 148.384 Zuschauer.

Vorheriger Artikel MotoGP-Liveticker Brasilien: Aprilia feiert Doppelsieg, Marquez verpasst Podest
Nächster Artikel Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: MSEG (ehemalige Dorna)