Kein Gefühl in der Hand: Pedro Acosta muss sich operieren lassen
Pedro Acosta gibt das Rennen in Assen auf - Der Grund liegt nicht an der Technik, sondern an einem körperlichen Problem, das ihn schon länger begleitet
Pedro Acosta hatte kein Gefühl in der rechten Hand und musste aufgeben
Foto: Getty Getty
Bei Pedro Acostas KTM traten in Assen vor allem am Samstag erneut technische Probleme auf. Sowohl im Freien Training vor dem Qualifying als auch in Q2 rollte sein Motorrad aus.
Die Vorbereitung auf den Sprint war deshalb alles andere als ideal, da er nur wenige Runden drehen konnte. Im Sprint sammelte Acosta schließlich als Neunter einen WM-Punkt.
Auch im Grand Prix schied der Spanier aus. Zu Beginn der 13. Runde fuhr Acosta neben die Strecke und kehrte anschließend langsam an die Box zurück, wo er die KTM abstellte. Diesmal war es allerdings kein technisches Problem.
Bereits als er neben die Strecke fuhr, schüttelte der 22-Jährige seine rechte Hand. "Es ist kein Armpump", bekräftigt er und erklärt das Problem: "Es ist das Tunnelsyndrom."
Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Einengung des Medianusnervs im Bereich des Handgelenks, wodurch es zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Schmerzen und manchmal auch zu Kraftverlust in Daumen, Zeige- und Mittelfinger kommt.
"Es ist etwas im Handgelenk, das mir das Gefühl nimmt", sagt Acosta. "Auf manchen Strecken ist es schlimmer, auf anderen besser, aber schon im Sprint hatte ich ab Runde drei Probleme."
"Aber zumindest wusste ich mehr oder weniger, wo der Bremshebel ist. Aber heute hinter Marc habe ich manchmal die Bremse gelöst, um ihn nicht zu berühren, weil ich nicht einmal richtig gespürt habe, ob ich den Hebel überhaupt in der Hand habe."
Deswegen entschied sich Acosta, den Grand Prix zu beenden, um keinen Unfall zu riskieren. Dieses Taubheitsgefühl in der rechten Hand ist nicht neu, sondern trat bereits im vergangenen Jahr auf.
"Wenn man sich erinnert, letztes Jahr in Motegi bin ich in Kurve 1 weit raus ins Kiesbett gefahren. Das war, weil irgendwann der Moment kam, in dem ich kein Gefühl mehr hatte und mir einfach der Hebel aus den Fingern gerutscht ist."
"Heute war das vielleicht der schlimmste Fall, den ich je hatte. Deshalb kam irgendwann der Moment, als ich bei meinem letzten Überholversuch in Kurve 1 weit nach außen gegangen bin, weil ich Marc sonst voll getroffen hätte."
"Es ist ziemlich seltsam, wenn man nicht einmal weiß, wie viel Druck man auf die Bremse ausübt. Unsere Idee war, die Operation nach sechs, sieben Rennen durchzuführen, aber jetzt ist es besser, wenn wir es sofort tun."
Bereits am kommenden Dienstag wird sich Acosta operieren lassen. Er geht dennoch davon aus, in zwei Wochen beim Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring starten zu können.
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