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"Kein Thema": Warum Quartararo die MotoGP-Sicherheitskommission meidet

Die Sicherheitsdebatte in der MotoGP ist entbrannt - Doch nicht alle Fahrer wollen mitreden - Fabio Quartararo macht seine Haltung unmissverständlich klar

"Kein Thema": Warum Quartararo die MotoGP-Sicherheitskommission meidet

Fabio Quartararo hat kein Interesse an der Sicherheitskommission

Foto: Getty Getty

Die schweren Unfälle beim MotoGP-Rennen in Barcelona haben die Sicherheitsdebatte neu entfacht. An jedem Rennwochenende findet am späten Freitagnachmittag das Treffen der Sicherheitskommission statt.

Dort tauschen sich die Rennleitung, Promoter MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG) und die Fahrer aus. Allerdings waren in jüngster Zeit kaum noch Fahrer dabei, manchmal sogar nur vier.

In Mugello, dem Rennen nach Barcelona, kamen zwölf Fahrer. "Ich hoffe", sagt Francesco Bagnaia, der regelmäßig dabei ist, "dass wir in Zukunft die Anzahl der [teilnehmenden] Fahrer weiter erhöhen."

"Damit wir auch anfangen können, Dinge per Abstimmung zu ändern. Denn wenn man nur zu zwölft ist, kann man nicht abstimmen. Man braucht alle, jeden Einzelnen. Aber es ist schon ein Schritt nach vorne, und wir hoffen, dass es so weitergeht."

"Es ist schwierig, andere Fahrer zu überzeugen, zu kommen, weil es eine halbe Stunde ihres Tages ist. Vielleicht hat jemand einen Termin, Physiotherapie oder arbeitet in der Box. Also schwierig."

"Für mich ist es eine wichtige halbe Stunde", betont Bagnaia. "Gerade in solchen Situationen brauchen wir mehr Stimmen, und um mehr Stimmen zu haben, brauchen wir mehr Leute in der Sicherheitskommission."

Fabio Quartararo ist zum Beispiel ein Fahrer, der nicht in die Sicherheitskommission geht. Er hält die Teilnahme für Zeitverschwendung: "Ich gehe nicht in die Sicherheitskommission. Wir sind zum Fahren hier."

"Natürlich: Wenn wir zu Hause blieben, würde nie etwas passieren. Aber wir alle im Fahrerlager wissen, dass wir einen Hochrisikosport betreiben. Ich denke, wir sind zum Fahren hier."

"Wir alle wissen, dass wir uns morgen das Bein brechen können. Morgen kann man sich den Arm brechen, eine schlimme Verletzung erleiden. Aber ich denke, wir sind hier, um zu fahren. Und ja, das gehört zu unserem Beruf dazu."

Auf die Nachfrage, ob es in der Sicherheitskommission keine wichtigen Themen zu besprechen gebe, antwortet Quartararo klar: "Für mich gibt es kein Thema." Die Fahrer sind also nicht geeint.

Fahrer sprechen nicht mit einer Stimme

Es gibt in der MotoGP keine Interessenvertretung der Fahrer. Die Hersteller sind in der MSMA zusammengeschlossen und die Teams in der IRTA. Dazu gibt es den Weltverband FIM sowie die MotoGP SEG als Promoter.

In der Formel 1 gibt es die Fahrervereinigung GPDA. Bemühungen, ein ähnliches Modell in der Motorrad-WM einzuführen, sind bislang gescheitert. Auch aktuell sieht es nicht nach einer Einigung aus.

Jack Miller

Jack Miller versteht nicht ganz, warum es keine Fahrervereinigung gibt

Foto: Getty Images Europe

"Ja, das ist eine schwierige Sache", meint Jack Miller diesbezüglich. "Ich verstehe, dass die Formel 1 das schon lange hat - und die Egos dort sind kein bisschen kleiner. Ich verstehe also nicht, warum wir das nicht haben."

"Gleichzeitig verstehe ich, dass jeder macht, was er will. Was Gehalt, Sicherheit oder was auch immer betrifft - wir sind an einem Punkt, wo man seine Seele verkaufen muss, um auf die guten Motorräder zu kommen."

"Man muss springen, wenn man dazu aufgefordert wird, und tut, was man gesagt bekommt." Da die Fahrer nicht mit einer Stimme sprechen, sind sie gegenüber den anderen Gremien politisch machtlos. Viel wird über sie entschieden.

Carlos Ezpeleta: "Wir arbeiten für die Fahrer"

FIM und MotoGP SEG sehen die Sicherheitskommission als den Ort an, an dem die Stimmen der Fahrer gehört werden. Aus ihrer Sicht bieten sie den Fahrern die Möglichkeit, über alle relevanten Themen zu diskutieren.

"In dieser Hinsicht arbeiten wir für die Fahrer", sagt MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta. "Wenn sie zu beschäftigt sind, um zu kommen, kann ich nicht derjenige sein, der Mitleid hat."

"Aber ich freue mich, dass sie kommen, wenn sie können, und - um ehrlich zu sein - ich denke, es ist ein Zeichen dafür, dass nach den Ereignissen in Barcelona mehr als sonst gekommen sind, um darüber zu diskutieren."

Ob auch bei den kommenden Rennen die Hälfte des Fahrerfeldes die Sicherheitskommission besucht, bleibt abzuwarten. Miller glaubt, dass die hohe Beteiligung in Mugello allein auf die Unfälle in Barcelona zurückzuführen war.

"Ich denke, es braucht immer erst ein großes Rennen, damit mehr Fahrer in die Sicherheitskommission kommen. Mit einem großen Rennen meine ich: wenn Zwischenfälle passieren. Dann kommen viele Fahrer zur Sicherheitskommission."

"Aber am Ende des Tages ist es nicht verpflichtend", sagt Miller. "Ich denke auch, dass es nicht verpflichtend sein sollte, aber wir sollten alle gemeinsam für dasselbe kämpfen: Strecken sicherer machen, Motorräder sicherer machen, Rennen sicherer machen."

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