"Kein verrücktes Manöver" - Mir reißt Petrucci in Misano aus dem Rennen

Joan Mir erlebt einen enttäuschenden Sonntag und stürzt nach einem Frühstart in Danilo Petrucci: Nach zwei Runden geht Petruccis finales Heimrennen zu Ende

"Kein verrücktes Manöver" - Mir reißt Petrucci in Misano aus dem Rennen

Der entthronte MotoGP-Weltmeister Joan Mir (Suzuki) erlebte beim zweiten Misano-Event ein Wochenende zum vergessen. Nach einem verpatzten Qualifying musste Mir von Startplatz 18 ins Rennen gehen und ruinierte seine Chancen durch einen Frühstart. Wenig später endete der Grand Prix im Kiesbett. In Kurve 2 kam Mir zu Sturz und riss auch Lokalmatador Danilo Petrucci (Tech-3-KTM) aus dem Rennen.

Petrucci umarmte Mir nach dem Vorfall und sorgte damit für verdutzte Gesichter. "Joan versuchte, mich in Kurve 2 zu überholen. Dabei stürzte er und wir kollidierten. Viel kann ich dazu nicht sagen. Das kann passieren", kommentiert der Italiener.

"Ich war deutlich langsamer als er. Deshalb wollte er unbedingt an mir vorbei. Ich bin keiner, der sich Strafen wünscht, vor allem nicht in solch einer Situation", erklärt Petrucci, dessen Rennen vorzeitig beendet war. "Das Motorrad war auf der linken Seite beschädigt. Ich probierte, das Motorrad wieder zu starten, doch die Fußrasten waren abgerissen. Es war unmöglich, so weiterzufahren."

Nach den beiden kommenden Rennen geht Petruccis MotoGP-Karriere zu Ende. "Wir hatten in dieser Saison nicht allzu viel Glück. Ich bin enttäuscht", bemerkt Petrucci, der von Startplatz neun ins Rennen ging, unter normalen Bedingungen aber kein Top-10-Kandidat war. "Wir wussten, dass ich nicht besonders schnell bin. Doch es wäre toll gewesen, sich in der Auslaufrunde richtig von den Fans zu verabschieden", so Petrucci.

Joan Mir ärgert sich über den Frühstart und den Sturz

Joan Mir bedauert, dass er Petruccis finales Heimrennen ruinierte: "Es war kein verrücktes Manöver. Bei diesen Temperaturen muss man bei den ersten Runden vorsichtig sein, wenn man auf der linken Flanke fährt. Als ich die Fahrtrichtung änderte, rutschte mir das Vorderrad weg."

"Ich entschuldigte mich bei ihm. Solche Manöver will ich natürlich immer vermeiden", bemerkt Mir. "Ich bin froh, dass sich Danilo nicht verletzt hat. Ich habe es natürlich nicht mit Absicht gemacht." Von der Fahrweise im hinteren Feld war Mir überrascht. "Die anderen Fahrer kreuzen die Linien. Es ist verrückt!", zeigt sich der Suzuki-Pilot schockiert.

Joan Mir

Joan Mir verabschiedete sich nach zwei Runden aus dem Rennen

Foto: Motorsport Images

"Es war ein schwieriges Wochenende. Wenn ein Wochenende so beginnt, dann ist es schwierig, etwas daraus zu machen. Ich hatte einen Frühstart", ärgert sich der Weltmeister der vergangenen MotoGP-Saison und machte zu einem Teil die Komplexität der Startvorrichtungen dafür verantwortlich.

"Man muss auf viele Dinge achten, auf die Front und auf das Heck, auf die Launch-Control. Es ist immer ein bisschen schwierig, das alles im Griff zu haben. Startplatz 18 hat es zusätzlich erschwert", erklärt er. "Ich will mich beim Team entschuldigen. Es war mein Fehler. Ich wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll."

"Ich bin nicht happy. Wir müssen uns das Wochenende noch einmal anschauen, um zu verstehen, warum wir auf Startplatz 18 standen und die Gründe dafür ausfindig machen", fordert Mir und gesteht: "Es ist ziemlich frustrierend."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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