"Keine Angst mehr": Jorge Martins Rückkehr nach Portimao

Pramac-Pilot Jorge Martin fährt erstmals wieder auf der Strecke, auf der er so schwer gestürzt war - Zwischenzeitlich wollte er zum Algarve-Grand-Prix nicht antreten

"Keine Angst mehr": Jorge Martins Rückkehr nach Portimao

Die Motorrad-WM gastiert an diesem Wochenende zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Algarve International Circuit in Portimao. Für MotoGP-Rookie Jorge Martin bedeutet das die Rückkehr an den Ort, wo er im April im Samstagstraining zum ersten Portimao-Rennen des Jahres schwer gestürzt war.

Der MotoGP-Rookie aus Spanien hatte sich damals beim Sturz in Kurve 7 mehrere Knochenbrüche in beiden Händen sowie im rechten Fuß zugezogen. Martin wurde anschließend operiert und verpasste inklusive Portimao 1 vier Rennen, bevor er im Juni in Barcelona wieder auf seine Ducati GP21 des Pramac-Teams stieg.

Ungeachtet des Handicaps stürmte Martin im August beim Grand Prix der Steiermark in Spielberg zu seinem ersten MotoGP-Sieg. Nun also steht er vor der Rückkehr nach Portimao. "Seitdem ich weiß, dass wir in diesem Jahr noch einmal in Portimao fahren, hatte ich ein bisschen Angst. Schließlich wurde mein Leben damals ein bisschen verändert", denkt der 23-Jährige am Tag vor Trainingsbeginn zum Algarve-Grand-Prix an den schweren Sturz im Training zum Portugal-Grand-Prix zurück.

Bergung der Pramac-Ducati von Jorge Martin nach Sturz im FT3 zum GP Portugal in Portimao

Bergung der Pramac-Ducati von Jorge Martin nach Sturz im FT3 zum GP Portugal in Portimao

Foto: Motorsport Images

Die Angst ließ Martin vorübergehend sogar daran denken, dass zweite Portimao-Wochenende freiwillig auszulassen. "Es ist wohl ungefähr drei Monate her, als wir erfuhren, dass wir hierher zurückkehren werden. Da sagte ich zu meinem Team, okay, ich werde mich positiv auf COVID testen lassen, um nicht fahren zu müssen", so Martin.

Soweit kam es dann doch nicht. Nachgefragt, was ihm an diesem Wochenende in Kurve 7 durch den Kopf gehen wird, antwortet Martin: "Angst habe ich keine mehr, aber ein bisschen Respekt. Nach dem Sturz wusste ich zunächst nicht, ob ich überhaupt wieder ein Motorrad würde fahren können. Jetzt aber bin ich bereit. Das Bike funktioniert gut und ich glaube, wir können ein gutes Wochenende hinlegen."

Jorge Martin

Keine vier Monate nach dem Portimao-Sturz feierte Martin in Spielberg seinen ersten MotoGP-Sieg

Foto: Motorsport Images

Und weil er in seiner ersten MotoGP-Saison sowohl die Erfahrung seines ersten Sieges als auch die Erfahrung eines schweren Sturzes mit anschließend mehreren Rennen Pause gemacht hat, fasst Martin gegenüber 'MotoGP.com' zusammen: "Es war sowohl das beste als auch das schlimmste Jahr meines Lebens."

Der Pokal für den Sieg in Spielberg, was sowohl für ihn selbst als auch für das Pramac-Team der erste MotoGP-Sieg war, "bleibt in meinem Wohnzimmer", sagt Martin. Und der 23-jährige Spanier kündigt noch etwas anderes an, was ihn künftig immer an seinen Premierensieg in der Königsklasse vom 8. August 2021 erinnern wird: "Ich bereite ein Tattoo vor, weil das so ein wichtiges Datum für mich war."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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