Keine Aprilia in Sepang in den Top 10: Wie Bezzecchi und Co. das erklären
Von der Siegform zum Sorgenfall - Aprilia kämpft in Sepang mit Gripproblemen - Marco Bezzecchi und Raul Fernandez sehen die Ursache beim Hinterreifen
Phillip-Island-Sieger Raul Fernandez hatte am Freitag eine Sekunde Rückstand
Foto: Getty Getty
So schnell kann sich in der MotoGP alles drehen. In puncto Performance dominierte Aprilia die vergangenen beiden Rennwochenenden in Indonesien und Australien, aber am Trainingstag in Malaysia schaffte es am Freitag kein Fahrer in die Top 10.
Ai Ogura, Marco Bezzecchi und Raul Fernandez belegten die Plätze 14, 15 und 16. Der Rückstand betrug im Qualifying-Versuch zwischen acht Zehntelsekunden und einer Sekunde. Auch bei der Rennpace mischte Aprilia in Sepang bisher nicht im Spitzenfeld mit.
"Ich habe das Gefühl, dass wir fast dasselbe Problem wie im vergangenen Jahr haben", rätselt Phillip-Island-Sieger Fernandez. "Wir können den Hinterreifen nicht richtig nutzen, und das bedeutet, dass wir nicht wirklich schnell sind."
"Außerdem baut der Hinterreifen stark ab. Das hilft natürlich nicht fürs Rennen. Wir müssen also weiterarbeiten. Ein positiver Punkt ist, dass wir bei allen Aprilias fast dasselbe Problem haben. Das heißt, wir wissen, in welche Richtung wir gehen müssen."
"Für mich ist das ziemlich seltsam, weil ich in den letzten drei Rennen recht konkurrenzfähig war. Jetzt aber habe ich das Gefühl, das Motorrad nicht so fahren zu können, wie ich will. Das bedeutet, dass wir insgesamt nicht wirklich konkurrenzfähig sind."
Vor dem Malaysia-Wochenende wurde diskutiert, ob die RS-GP zu Ducati aufgeschlossen hat - und womöglich bereits das beste Motorrad im Feld ist. Der Freitag in Sepang zeigte bei beiden italienischen Marken Schwierigkeiten.
Bezzecchi beschreibt seine Schwierigkeiten
Bezzecchi teilt Fernandez' Einschätzung in Bezug auf den Hinterreifen: "Ich hatte ein bisschen zu kämpfen, aber auf dieser Strecke ist das normal. Ich hatte eher in anderen Bereichen größere Schwierigkeiten."
Und in welchen anderen Bereichen? "Ein wenig bei der Gasannahme, speziell bei der Traktion beim Beschleunigen", erläutert der Italiener. "Ich hatte Mühe, die gesamte Leistung auf den Boden zu bringen. Das war das Hauptproblem. Alles andere ist dann eine Folge davon."
Fernandez sprach auch den starken Abbau des Hinterreifens an. Dieser Einschätzung stimmt Bezzecchi ebenfalls zu: "Ja, der Drop war heute ehrlich gesagt ziemlich groß. Aber auch die Streckenbedingungen sind recht ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Jahren hier."

Marco Bezzecchi spricht offen darüber, dass Aprillia vor viel Arbeit steht
Foto: Getty Images AsiaPac
"Für mich war der Abbau recht stark. Wir werden im Rennen auf jeden Fall sehr auf die Reifen achten müssen. Ich denke, wenn wir beim Fahren und am Motorrad Fortschritte machen und flüssiger sowie präziser werden, wird auch der Reifen länger halten."
Im Vormittagstraining nutzten nahezu alle Fahrer den Medium-Hinterreifen und wechselten am Nachmittag auf die weichere Variante, die sich zwar als schneller, jedoch mit stärkerem Abbau über die Distanz erwies.
Wäre der Medium-Hinterreifen für Aprilia besser geeignet? "Nein, nein, nein", verneint Fernandez vehement. "Sogar schlimmer. Wir können den Medium gar nicht benutzen. Niemand kann das. Wir haben hier nicht denselben Medium wie auf Phillip Island oder in Mandalika."
Rookie Ai Ogura kennt Sepang vom Wintertest
Bemerkenswert war, dass Rookie Ogura am Freitag einen Tick schneller war als Bezzecchi und Fernandez, obwohl er in den vergangenen Wochen nicht an deren Performance anknüpfen konnte und weiter daran arbeitete, sein Selbstvertrauen wiederzufinden.
Sepang kennt Ogura mit der MotoGP bestens, da er im Februar auch den Shakedown-Test fahren durfte. Trotzdem tat sich auch der Japaner schwer: "Vor allem bei der Zeitattacke. Ich hatte in den meisten Kurven Probleme, gut zu beschleunigen, also war es nicht einfach."

Rookie Ai Ogura war am Freitag der bestplatzierte Aprilia-Fahrer
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"Aber wir sind nicht so weit weg wie im letzten Rennen, das ist positiv. Ich denke, das Gripniveau war heute extrem niedrig - besonders in Schräglage. Einige Aprilia-Fahrer hatten in diesem Bereich Schwierigkeiten, glaube ich. Ich weiß es nicht genau."
Am Samstag besteht in Q1 noch die Möglichkeit, zwei Q2-Plätze zu ergattern. Mit Luca Marini (Honda) und den beiden Ducati-Fahrern Fermin Aldeguer und Francesco Bagnaia hat das Aprilia-Duo harte Konkurrenten um diese beiden wichtigen Plätze.
"Ja", seufzt Bezzecchi, "es ist immer sehr schwierig, von Q1 in Q2 zu kommen. Es wird also wie immer hart, aber wenn wir einen guten Schritt machen können, dann können wir es versuchen. Im Moment bin ich nicht wirklich schnell - das weiß ich. Aber ich versuche, es morgen zu sein."
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