Kevin Schwantz über Suzuki: Weltmeister Joan Mir muss ein Statement setzen

Der MotoGP-Weltmeister kann nach vier Rennen nur ein Podium vorweisen: Motorrad-Legende Kevin Schwantz erkennt Parallelen zur MotoGP-Saison 2020

Kevin Schwantz über Suzuki: Weltmeister Joan Mir muss ein Statement setzen

Weltmeister Joan Mir erlebte einen soliden Start in die MotoGP-Saison 2021. Drei der vier bisherigen Rennen beendete Mir in den Top 5, ein Mal schaffte er es aufs Podium. In der Meisterschaft liegt Mir aktuell 17 Punkte hinter Ducati-Pilot Francesco Bagnaia zurück und ist WM-Vierter. Somit hat der Titelverteidiger noch alle Chancen. Doch wenn der Spanier erneut um den Titel kämpfen möchte, dann muss er zeitnah ein Statement setzen, meint Motorrad-Legende Kevin Schwantz.

"Ja, das ist genau das, was er tun muss. Sonst verliert man jedes Wochenende Punkte an jemanden, der immer vor einem ins Ziel kommt, was bisher in dieser Saison glücklicherweise nicht der Fall war", kommentiert Schwantz im Podcast 'Tank Slappers' der englischen Edition von Motorsport.com.

"Quartararo war der einzige Fahrer, der wirklich konstant war. Doch dann hatte er das Problem mit dem Armpump", bemerkt Schwantz mit Blick auf den Spanien-Grand-Prix in Jerez und fügt hinzu: "Ich denke, diese Weltmeisterschaft ist noch völlig offen. Jeder, der bisher in diesem Jahr gepunktet hat, ist, glaube ich, noch im Rennen."

Kann sich Joan Mir bei den kommenden Rennen steigern?

Doch auch wenn Platz vier in der Fahrerwertung und lediglich 17 Punkte Rückstand kein Grund zur Sorge sind, so sind die Plätze vier, sieben, drei und fünf alles andere als berauschend für den amtierenden Weltmeister.

Joan Mir

Joan Mir konnte bei keinem der bisherigen Rennen um den Sieg kämpfen

Foto: Motorsport Images

"Wenn wir zurückblicken, denke ich, dass er vergangenes Jahr bis etwa zur Mitte der Saison nicht wirklich brillant war", erinnert sich Schwantz an die Saison 2020. "Und dann zur Mitte der Saison haben er und auch Alex (Rins) große Schritte gemacht und das wirklich geändert. Vielleicht ist Joan einer der Fahrer, der den Druck spürt?"

"Wir alle wissen, wie schwer diese Weltmeistertitel wiegen. Ich fand das immer wirklich, wirklich schwierig. Also spürt er vielleicht ein bisschen den Druck", grübelt Schwantz. "Sie haben diese Qualifying-Schwäche, sind aber schnell im Rennen, gut zum Rennende hin. Jetzt, wo Jerez hinter uns liegt, glaube ich, dass wir diese Meisterschaftsanwärter mehr sehen werden."

"Jack Miller könnte einer von ihnen sein. Auch seine Saison hat beim besten Willen nicht so angefangen, wie er es wollte. Aber wer weiß, er hat jetzt einen Sieg in der Tasche und Selbstvertrauen getankt. Er könnte zwei oder drei oder vier Rennen in Folge auf dem Podium stehen oder jedes Wochenende Rennen gewinnen", bemerkt der 500er-Weltmeister der Saison 1993.

Kevin Schwantz sieht in Joan Mir den ruhigen Arbeiter

Mit seinen konstanten Ergebnissen hat Mir laut Schwantz den Grundstein gelegt, um im restlichen Saisonverlauf einen weiteren Schritt zu machen: "Ich denke, Joan war gut unterwegs, er war beständig und hat sich keine dummen Fehler geleistet, denn man kann sich in diesen ersten vier Rennen sehr leicht ein Loch graben. Und das hat er nicht getan."

Kevin Schwantz

Kevin Schwantz erwartet von Joan Mir keine aggressiven Aussagen

Foto: LAT

"Er führt die Meisterschaft nicht an, aber er liegt nicht sehr weit zurück. Und wir haben vergangenes Jahr gesehen, wie er sich durch die Saison getragen hat. Als er sich im Titelkampf befand, machte er das Beste daraus. Ich glaube, das ist mehr so ein Joan-Mir-Ding: Er ist eher der ruhige Typ da draußen", stellt Schwantz fest.

"Vielleicht hilft es ihm, sich mehr auf das zu konzentrieren, was er zu tun versucht, das Motorrad abzustimmen und mit dem Team zu kommunizieren, als zu versuchen, irgendwie aufzufallen", analysiert der langjährige Suzuki-Pilot.

Weitere Co-Autoren: Oriol Puigdemont. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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