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Klare Worte von Davide Tardozzi: "Aprilia ist im Moment überlegen"

Ducati erlebt beim Heimrennen in Mugello einen schmerzhaften Realitätscheck - Teammanager Davide Tardozzi spricht offen über den Rückstand auf Aprilia

Klare Worte von Davide Tardozzi: "Aprilia ist im Moment überlegen"

Seit 2022 war Ducati in Mugello ungeschlagen - diesmal gewann Aprilia

Foto: Getty Getty

Die Niederlage beim Heimrennen in Mugello schmerzt Ducati. Während Aprilia auf einer Strecke, die lange als Ducati-Terrain galt, mit einem Doppelsieg triumphierte, zieht Teammanager Davide Tardozzi nach dem Grand Prix ein schonungsloses Fazit und erkannt die derzeitige Stärke der Konkurrenz offen an.

"Die Bilanz ist, dass es schmerzt, ganz eindeutig. Aber man muss sagen: Sie waren besser als wir", erklärt Tardozzi nach dem Rennen bei Sky Sport Italia. "Seit Beginn der Meisterschaft sind sie stärker als wir. Deshalb arbeiten wir daran, Marc und Pecco in die Lage zu versetzen, mit ihnen um den Sieg zu kämpfen."

Der Ducati-Teammanager betont, dass die Fahrer aus seiner Sicht nicht das Problem seien: "Ich glaube nicht, dass die Geschwindigkeit der Fahrer zur Diskussion steht." Was das Motorrad betrifft, sei Aprilia im Moment "leider ein wenig weiter als wir", gesteht er, versichert aber gleichzeitig: "Ich habe absolutes Vertrauen in Gigi [Dall'Igna] und seine Ingenieure, dass wir diesen Rückstand aufholen werden."

Mugello sei für Ducati ein wichtiger Gradmesser gewesen. Das Rennwochenende hat laut Tardozzi deutlich aufgezeigt, wo die Marke aus Borgo Panigale aktuell steht.

"Ja, ich würde sagen, Mugello hat uns genau verstehen lassen, wie groß der Abstand ist", erklärt er. "Ich glaube, er liegt bei zwei bis drei Zehntelsekunden. Vor allem haben wir verstanden, in welcher Phase der Runde sie etwas leistungsfähiger sind als wir."

Tardozzi: Marquez braucht Zeit

Ein weiteres großes Thema war die körperliche Verfassung von Marc Marquez, der aus seiner Verletzungspause zurückkehrte. Er zeigte im Rennen nicht die Aggressivität, die ihn sonst auszeichnet. Laut Tardozzi war das eine bewusste Entscheidung.

"Was Marc betrifft: Er hat verwaltet, er wollte es nicht übertreiben. Natürlich wissen wir, dass Marc leistungsfähiger ist als das, was er gezeigt hat. Aber es war richtig, das Motorrad ins Ziel zu bringen, ohne zu viel zu riskieren, und auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, an dem die körperliche Verfassung wieder da ist."

Auch Mauro Grassilli, Sportdirektor von Ducati Corse, bestätigt, dass die körperliche Situation von Marquez zunächst Fragen aufgeworfen hatte: "Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass Marcs körperliche Situation am Freitag durchaus etwas besorgniserregend war, weil Marc tatsächlich nicht bei hundert Prozent war."

"Wir mussten zunächst verstehen, wie er nach dem ersten Tag das gesamte Wochenende bestreiten kann", erklärt Grasslli. "Es lief deutlich besser, als wir erwartet hatten. Natürlich macht uns eine Schulterverletzung Sorgen, weil das immer etwas Ernstes ist. Aber er bewegt sich mit seiner Genesung in die richtige Richtung."

Mit Blick auf den eng getakteten Rennkalender und die unmittelbar folgenden Grands Prix will Tardozzi die Diskussion um Marquez' Fitness jedoch nicht dramatisieren.

"Man muss sich nicht sorgen, man muss abwarten und Geduld haben", sagt er. "Ich glaube, wir sind uns genauso wie Marc bewusst, dass es Zeit braucht. Das Einzige, was wir tun können, ist, uns von Rennen zu Rennen zu verbessern. Wenn er wieder fit ist, wird Marc seine gesamte Geschwindigkeit zeigen", ist er überzeugt.

Ist der Knoten bei Bagnaia geplatzt?

Positiv fällt das Fazit zu Francesco Bagnaia aus. Der zweimalige Weltmeister hatte nach dem Rennen, dass er als Dritter auf dem Podest abschloss, von Fortschritten im Bereich der Elektronik gesprochen. Tardozzi bestätigt diese Einschätzung.

"Was Peccos Motorrad betrifft, würde ich sagen, dass wir einen kleinen Schritt nach vorne gemacht haben", so der Ducati-Teammanager. "Die Elektronik war schon immer eine unserer Stärken. Deshalb haben wir daran gearbeitet und uns verbessert."

Trotzdem bleibt die Ausgangslage für Ducati herausfordernd. Nachdem Aprilia bereits in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Streckentypen überzeugt hatte, sieht Tardozzi die Konkurrenz aktuell als Referenz in der MotoGP.

Auf die Frage, welche Rolle Ducati im weiteren Saisonverlauf realistischerweise spielen könne, antwortet der Italiener bemerkenswert offen: "Ich glaube, dass Aprilia im Moment überlegen ist. Deshalb wird es etwas Zeit brauchen, um sie einzuholen." Eine klare Ansage nach einem Wochenende, das Ducati einmal mehr verdeutlicht hat, wie groß die Aufgabe im Kampf um die Rückkehr an die Spitze derzeit ist.

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