KTM: 2021 für Brad Binder in vielerlei Hinsicht noch eine "Rookie-Saison"

KTM-Pilot Brad Binder fiel in der ersten MotoGP-Saisonhälfte durch schwankende Leistungen auf - Wie KTM und der Südafrikaner die Achterbahnfahrt erklären

KTM: 2021 für Brad Binder in vielerlei Hinsicht noch eine "Rookie-Saison"

Für Brad Binder war die erste Hälfte der MotoGP-Saison 2021 ein Auf und Ab. Dreimal in neun Rennen schaffte es der KTM-Pilot unter die Top 5, erreichte aber anders als sein Teamkollege Miguel Oliveira bisher nicht das Podest. KTM-Teammanager Mike Leitner hat für die Schwankungen eine plausible Erklärung.

"Brad ist letztes Jahr als Rookie zu uns gekommen. Die Saison hat im Juli angefangen und im November aufgehört. Wir sind auf 60 Prozent der Rennstrecken, die man normalerweise in einer Rookie-Saison fährt, gar nicht gewesen", erinnert er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' an die wegen Corona verkürzte Saison 2020.

"Brad ist also heuer das erste Mal mit der MotoGP in Mugello gefahren, in Assen, am Sachsenring. Das sind Sachen, die kannst du nicht abkürzen. Die Erfahrungen machst du und bist dann eben im FT3 noch nicht bereit, direkt ins Q2 zu fahren."

Leitner nimmt Binder in Schutz: Vielerorts noch Rookie

Einige Mal schrammte Binder nur knapp daran vorbei, weiß Leitner. "Dann bist du halt 14. oder 15. in der Startaufstellung. Deshalb sehe ich Brad an vielen Plätzen noch in seiner Rookie-Saison, wo er diese Aufs und Abs haben wird", so der Österreicher.

"Auf den Strecken, wo er schon mal gewesen ist, hat er eigentlich auch saubere Ergebnisse gebracht. Er ist in Portugal Fünfter geworden, in Doha Achter, wo wir wirklich kein gutes Motorrad gehabt haben. Am Sachsenring war er sogar Vierter, und das vom 13. Platz", erinnert er an Binders Höhepunkte in der ersten Saisonhälfte.

Die Ausreißer nach unten dürfe man nicht überbewerten, meint Leitner: "Ich glaube, man darf sich jetzt noch nicht die Sorgen machen, weil er schwankt. Das ist nur den ganzen Umständen geschuldet." Binder selbst sucht den Grund bei sich selbst und analysiert: "Ich glaube, dass ich es zuletzt oft zu sehr versucht habe."

Binders Ziel: Nichts erzwingen, sondern frei auffahren

"Ich habe es nicht natürlich passieren lassen. Dabei ist das etwas, in dem ich normalerweise gut bin: einfach kontinuierlich daran zu arbeiten, nicht nervös zu werden und am Ende das Ziel zu erreichen. Genau das habe ich mir für dieses Wochenende vorgenommen - das Fahren wieder zu genießen. Alles andere kommt dann automatisch."

Der Südafrikaner weiß, dass nicht viel fehlt. "Wir sind nicht weit weg. Es geht nur um einen klitzekleinen Schritt, und wenn man den macht, ist man dabei", sagt der KTM-Pilot, der in der WM-Tabelle aktuell an neunter Stelle rangiert, Oliveira ist Siebter.

Brad Binder

Binder sagt, er habe vor allem aus den schwierigen Rennwochenenden gelernt

Foto: Motorsport Images

"Wir hatten ein paar gute Rennen, ich war dreimal in den Top 5. Natürlich gab es auch ein paar schwierige Wochenenden, aber an denen lernt man das meiste." Das will er sich in der zweiten Saisonhälfte zunutze machen und aufschließen.

KTMs Reifenprobleme vom Saisonbeginn ad acta gelegt

Wie konkurrenzfähig das Paket von KTM mittlerweile ist, hat Oliveira bewiesen, der in dieser Saison schon dreimal auf dem Treppchen stand (darunter ein Sieg). "Ich denke, wir haben einen etwas anderen Fahrstil", zieht Binder den Vergleich zum Teamkollegen, "aber gleichzeitig nutzen wir recht ähnliche Abstimmungen."

"Die Unterschiede sind sehr gering, vielleicht ist die Position, wie wir auf dem Motorrad sitzen, etwas anders. Miguel lehnt sich weiter nach vorne als ich. Das ist einer der Hauptunterschiede", erklärt er. Damit, dass es den von KTM favorisierten Vorderreifen aus dem Vorjahr nicht mehr gibt, hatten anfangs beide zu kämpfen.

"Ich bevorzuge den Reifen aus dem vergangenen Jahr", bestätigt Binder. "Ich denke, dieser Umstand hat uns vor allem zu Beginn der Saison zu schaffen gemacht. Aber wir konnten uns gut anpassen, je weiter die Saison voranschritt. Wir haben verstanden, wie wir damit umgehen müssen. Jetzt wir sind schnell, egal mit welchem Reifen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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