KTM-Debakel: Lecuona torpediert Oliveira, Binder bringt Petrucci zu Sturz

Zwei Zwischenfälle werfen KTM beim Grand Prix der Algarve zurück: Iker Lecuona sorgt mit seinem Manöver gegen Miguel Oliveira für den Abbruch des Rennens

KTM-Debakel: Lecuona torpediert Oliveira, Binder bringt Petrucci zu Sturz

KTM erlebte beim Grand Prix der Algarve in Portimao ein enttäuschendes Wochenende. Bereits am Freitag hatten die vier KTM-Piloten Mühe, konkurrenzfähige Rundenzeiten zu fahren. Im Rennen standen sich die KTM-Piloten dann gegenseitig im Weg.

Kurz nach dem Start gerieten Brad Binder und Tech-3-Pilot Danilo Petrucci aneinander. Zwei Runden vor Rennende wurde Miguel Oliveira von Markenkollege Iker Lecuona zu Sturz gebracht.

Nach der Kollision von Lecuona und Oliveira in Kurve 13 brach die Rennleitung das Rennen ab. Oliveira wurde für eine Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Wie kam es zum Sturz? "Als ich probierte, ihn zu überholen, verlor ich auf einer Bodenwelle die Front und konnte den Sturz nicht verhindern", erklärt Lecuona.

Miguel Oliveira, Iker Lecuona

Nach dem Sturz entschuldigte sich Iker Lecuona bei Miguel Oliveira

Foto: Motorsport Images

"Ich stürzte und mein Motorrad traf ihn. Ich entschuldigte mich bei Miguel und erkundigte mich, ob es ihm gut geht. Er meinte, ich soll mir keine Gedanken machen", schildert der junge Tech-3-Pilot, der beim vorletzten Wochenende der Saison schnell war, aber etwas ungestüm zu Werke ging.

War Iker Lecuona nach dem starken Warm-up zu hitzköpfig?

Bereits zuvor kam Lecuona in Kurve 1 von der Linie ab und verlor viele Positionen. Hatte sich der Spanier nach Platz drei im Warm-up zu viel vorgenommen? "Am Morgen fühlte ich mich richtig gut. Ich hatte das gesamte Wochenende schon ein gutes Gefühl. Doch im Rennen hatte ich Probleme, das Motorrad zu verzögern", berichtet Lecuona.

"Nach zehn Runden bekam ich Probleme mit der Front. Ich blockierte das Vorderrad sehr oft und konnte drei oder vier Mal nur knapp Stürze verhindern - in Kurve 5, Kurve 1 und Kurve 13. Ich hatte große Probleme mit dem Vorderreifen. Wir fuhren zum ersten Mal viele Runden mit dem harten Hinterreifen und dem Medium-Vorderreifen", bemerkt der Tech-3-Pilot.

Iker Lecuona

Iker Lecuona überraschte im Warm-up mit der drittschnellsten Zeit

Foto: Motorsport Images

"Gleichzeitig fühlte ich mich zuversichtlich, in die Top 10 zu fahren. Durch einige Fehler verlor ich den Anschluss an die Spitze, doch ich wusste, dass ich ein gutes Ergebnis einfahren kann. Ich duellierte mich mit Miguel, aber auch mit Brad und Bastianini", berichtet Lecuona, der durch den Sturz ein mögliches Top-10-Finish verschenkte.

Brad Binder bringt Danilo Petrucci zu Sturz

Für Tech-3-Teamkollege Danilo Petrucci war der Grand Prix der Algarve nach vier Kurven vorbei. Ausgerechnet Markenkollege Brad Binder war für den Ausfall verantwortlich. "Es ist das zweite Mal hintereinander und das vierte Mal in dieser Saison, dass ich von einem anderen Fahrer aus dem Rennen gerissen wurde", ärgert sich Petrucci. "Es ist nicht mein Jahr."

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci wurde zwei Mal hintereinander abgeräumt

Foto: Motorsport Images

Binder hatte gar nicht mitbekommen, dass der Kontakt mit Petrucci Folgen hatte. "Ich fand erst nach dem Rennen heraus, dass wir in Kurve 4 aneinander geraten sind. Ich habe es nicht mitbekommen. Mein ehemaliger Crewchief, der jetzt Danilos Crewchief ist, berichtete mir, dass Danilo wegen mir gestürzt ist", kommentiert der zweifache MotoGP-Laufsieger.

"Ich habe das nicht mitbekommen. Ich spürte nur einen leichten Kontakt in Kurve 4, wusste aber nicht, was passiert ist. Es tut mir sehr leid für Petrucci, dass er gestürzt ist. Das war nicht meine Absicht", betont Binder.

Für Petrucci ist es ein schwacher Trost. Am kommenden Wochenende fährt der Italiener sein letztes MotoGP-Rennen. "Ich habe mir überlegt, kein gutes Qualifying zu fahren, denn bei den beiden vergangenen Wochenenden hatte ich gute Qualifyings. Für mich ist es vielleicht besser, aus der letzten Reihe zu starten. Dann kann ich andere Fahrer überholen und werde ich nicht vom Motorrad gefahren", scherzt er.

"Nein, Spaß beiseite, ich bin wirklich enttäuscht, weil das eines unserer besten Wochenenden in dieser Saison war. Der Kurs macht mit der MotoGP-Maschine viel Spaß und ich wollte das Rennen genießen. In Valencia will ich mich aus allem heraushalten, doch das versuche ich immer", so Petrucci.

Nur eine KTM schafft es in die Wertung

Nach dem Abbruch wurde Brad Binder als Zehnter gewertet und war damit der einzige KTM-Pilot, der in der Wertung auftauchte. "Es war ein richtig schwieriger Tag. Von Samstag zu Sonntag konnten wir aber einen guten Schritt machen. Mein Gefühl war deutlich besser", erklärt Binder.

Brad Binder

KTM-Werkspilot Brad Binder wurde als Zehnter gewertet

Foto: Motorsport Images

"Mir fiel es zu Beginn des Rennens schwer, konstant zu sein", berichtet der KTM-Werkspilot. "Das Wochenende fiel es mir allgemein schwer, solide Rundenzeiten zusammenzubringen. Gegen Rennende konnte ich mich steigern. Ich fuhr in Runde 19 meine schnellste Runde. Diese Runde war schneller als meine Runde im Qualifying", staunt der Südafrikaner.

Binder hatte im Rennen ähnliche Probleme wie Lecuona. "Es fiel mir schwer, das Motorrad zu verzögern. Der Vorderreifen war das gesamte Rennen über am Limit. Deshalb war es schwierig, präzise zu fahren", schildert der ehemalige Moto3-Weltmeister.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Erster Rennsturz von Fabio Quartararo: "Gegen Ducati ist es ein Albtraum"
Vorheriger Artikel

Erster Rennsturz von Fabio Quartararo: "Gegen Ducati ist es ein Albtraum"

Nächster Artikel

Darryn Binder und sein wildes Moto3-Manöver im Fokus der MotoGP-Stars

Darryn Binder und sein wildes Moto3-Manöver im Fokus der MotoGP-Stars
Kommentare laden