KTM: Günther Steiner stoppt Gerüchte um Aus von Maverick Vinales
Entlassung? Noch nicht! Rückkehr? Möglich - Günther Steiner erklärt, warum sich die Zukunft von Maverick Vinales bei Tech3-KTM kompliziert gestaltet
Maverick Vinales' Rückkehr in dieser Saison bleibt weiterhin unklar
Foto: Getty Getty
Die Zukunft von Maverick Vinales bei Tech3-KTM bleibt auch nach dem Grand Prix von Großbritannien am vergangenen Wochenende ungeklärt. Teameigner Günther Steiner widerspricht allerdings jüngsten Spekulationen, wonach der Spanier bereits vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen worden sei.
Auf die direkte Frage, ob Vinales aktuell nicht entlassen sei, antwortete Steiner in Silverstone unmissverständlich: "Nein, in diesem Moment ist Maverick nicht entlassen."
Damit bleibt die Situation rund um den 31-Jährigen vorerst offen und zugleich kompliziert. Vinales fehlte in Silverstone wegen seiner neuerlichen Schulterprobleme, während KTM-Test- und Ersatzfahrer Pol Espargaro sein Motorrad übernahm.
Dass diese Vertretung über das Wochenende hinausgehen könnte, hatte zuletzt Spekulationen über das unmittelbare Ende von Vinales' Zeit bei Tech3 befeuert. Steiner wollte sich an diesen Diskussionen jedoch nicht beteiligen. Für ihn steht zunächst die gesundheitliche Situation des Spaniers im Vordergrund.
Steiner: Die Gesundheit steht über allem
"Die Situation ist offensichtlich aufgekommen, ohne dass sie jemand ausgesucht hätte, auch er nicht", erklärt Steiner. Entscheidend sei für ihn, dass man bei der Bewertung der Situation die gesundheitlichen Probleme nicht ausblende. "Das Grundproblem ist, dass es ein gesundheitliches Thema gibt, mit seiner Schulter."
Der Tech3-CEO betont zugleich, dass er selbst nicht über die medizinischen Details verfüge. "Ich kenne die genauen Einzelheiten nicht. Und nebenbei: Ich bin kein Arzt", stellt Steiner klar. Es gebe unterschiedliche Einschätzungen darüber, warum die Probleme bestünden und welche Maßnahmen notwendig seien.
Für Steiner ist deshalb eine Frage wichtiger als die sportliche Zukunft des Fahrers: "Für mich ist das Wichtigste, dass er um seiner selbst willen gesund wird. Das ist das Allerwichtigste. Ob er dann Motorrad fährt oder nicht... Zuerst muss der Körper wieder in Ordnung gebracht werden", bekräftigt der 61-Jährige.
Die Schulterverletzung begleitet Vinales bereits seit seinem schweren Sturz beim Deutschland-Grand-Prix 2025. Im Frühjahr 2026 musste der Spanier erneut pausieren, nachdem sich eine eingesetzte Schraube in der linken Schulter verschoben hatte. Nach einer Operation kehrte er zwar in Barcelona wieder ins MotoGP-Feld zurück, doch die körperlichen Probleme blieben ein wiederkehrendes Thema.
Rückkehr auf die KTM weiterhin möglich
Dass Vinales grundsätzlich nicht mehr für Tech3 fahren soll, wollte Steiner am Rande des Silverstone-Rennens ausdrücklich nicht bestätigen. Auf die Frage, ob weiterhin die Absicht bestehe, den Spanier wieder auf das Motorrad zu setzen, antwortete er: "Wenn die Gesundheit wieder da ist, ja. Aber das müssen wir sehen."
Gleichzeitig sei noch nicht entschieden, was als Nächstes geschehen müsse. Dabei verweist Steiner erneut auf das Urteil der Ärzte: "Ich möchte mein Wissen über die Situation nicht überschreiten. Sie müssen das klären - er und die Ärzte, nicht ich."
Soll heißen: Erst muss feststehen, dass Vinales körperlich wieder vollständig belastbar ist. Erst danach lässt sich seriös beurteilen, ob und wie es mit ihm im KTM-Umfeld weitergeht.
Steiner: Vinales steht bei KTM unter Vertrag
Eine Besonderheit der Situation liegt allerdings in den Vertragsstrukturen. Obwohl Steiner als Teameigner von Tech3 für den Rennbetrieb verantwortlich ist, läuft Vinales' Vertrag nicht direkt über das von Steiner geführte Team. Genau deshalb hält sich der ehemalige Haas-Teamchef bei der Angelegenheit bewusst zurück.
"Seine Kommunikationslinie läuft hauptsächlich über KTM", erklärt Steiner. "Ich bin der Teamchef. Aber so, wie es aufgebaut ist, ist er bei KTM unter Vertrag." Diese Konstellation habe Steiner beim Einstieg in das Team übernommen. "Das konnte ich nicht ändern. Deshalb muss ich grundsätzlich in meiner Box bleiben."
Der Südtiroler sieht darin eine klare Abgrenzung: Er habe zwar eine Meinung dazu, wie die Kommunikation in der Angelegenheit gelaufen sei. Teilen wolle er sie öffentlich aber nicht.
"Wenn du nicht verantwortlich oder vertraglich nicht involviert bist, hast du ohnehin keine Macht", so Steiner. "Diejenigen, die die Macht haben, müssen sich darum kümmern. Das ist auch richtig so." Er respektiere seine Verträge und wolle sich nicht in Angelegenheiten einmischen, für die er nicht verantwortlich sei.
Seine Zusammenarbeit mit KTM beschreibt Steiner aber dennoch als gut funktionierend. "Ich stehe mit KTM in Kontakt. Ich werde informiert. Sie kommunizieren sehr gut mit mir darüber, was gemacht wird, und damit bin ich zufrieden", betont er.
"So eine Situation hatte ich auch noch nie"
Dass die Lage ungewöhnlich ist, räumt Steiner offen ein. In seiner langen Motorsportkarriere habe er noch keine vergleichbare Situation erlebt. Normalerweise sei klar, welches Problem ein Fahrer habe und was anschließend getan werden müsse.

Für Tech3-KTM war Vinales zuletzt am Sachsenring 2026 im Einsatz
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Der Fall von Vinales sei anders gelagert: "Im Moment gibt es diese Sache, und wir wissen nicht wirklich, was getan werden muss. Nicht einmal die Ärzte können entscheiden, was gemacht werden muss. Also nein: Mit so etwas hatte ich noch nie zu tun. Aber es gibt im Leben immer etwas Neues, das man lernen muss."
Die gesundheitliche Problematik ist allerdings nur eine Seite der Geschichte. Gleichzeitig hat sich das Verhältnis zwischen Vinales und KTM zuletzt deutlich verschlechtert.
Der Spanier hatte öffentlich seinen Frust über die Behandlung seiner Vertragssituation geäußert und unter anderem erklärt, KTM habe ihm zunächst Hoffnungen auf einen Platz im Werksteam gemacht. Später beklagte er, dass eine aus seiner Sicht zugesagte Vereinbarung nicht eingehalten worden sei.
Darauf angesprochen äußert sich Steiner diplomatisch: "Beim Tango sind immer zwei dabei. Gleichzeitig will er ausdrücklich kein Urteil über die Vergangenheit fällen. Die Auseinandersetzungen hätten bereits vor seiner Zeit begonnen.
"Wer bin ich, dass ich das beurteilen kann?" Er wolle nicht bewerten, wer in diesem Konflikt Recht oder Unrecht habe. Stattdessen gehe es ihm darum, die Zukunft anders zu gestalten. "Was ich für die Zukunft versuche - nicht besser oder schlechter - ist, mit jedem um mich herum korrekt umzugehen", erklärt Steiner.
Er räumt ein, dass es zwischen den Beteiligten offenbar "ein bisschen Reibung" gegeben habe. "Das war vor mir. Ich kann daran nichts ändern. Und ich möchte nicht Teil davon sein." Seine Aufgabe sieht er darin, das Tech3-Team für die Zukunft aufzustellen.
Paarung für 2027 "hoffentlich bald" fix
Dazu gehört zwangsläufig auch die Fahrerplanung für die kommende Saison. Schon vor Silverstone war klar, dass Vinales' Zukunft bei Tech3 über 2026 hinaus äußerst unsicher ist. Steiner hatte in den Wochen zuvor einen Neuanfang für das Team angedeutet. Als Kandidaten für die beiden Plätze wurden unter anderem Luca Marini sowie die Moto2-Fahrer Senna Agius und Manuel Gonzalez gehandelt.
Zudem hatte Steiner bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass er nicht einfach alte Strukturen fortführen wolle. Tech3 solle künftig stärker auf eigenen Füßen stehen, während die Fahrer direkt über das Team verpflichtet werden sollen.
In Silverstone konnte er die endgültige Besetzung noch nicht verkünden. "Hoffentlich bald", so seine Aussage. Eigentlich habe er beabsichtigt, die Entscheidungen bereits vor dem Großbritannien-Grand-Prix bekanntzugeben. "Aber wir sind noch nicht bereit. In den nächsten Wochen auf jeden Fall", kündigt Steiner an.
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