KTM: Tech-3-Pilot Iker Lecuona lässt die Werkspiloten klar hinter sich

Iker Lecuona schafft als einziger KTM-Pilot den Einzug ins Q2 - Miguel Oliveira und Brad Binder wollen für Sonntag auf die Daten der Tech-3-Piloten zurückgreifen

KTM: Tech-3-Pilot Iker Lecuona lässt die Werkspiloten klar hinter sich

Nach dem schwachen Start ins zweite Portimao-Wochenende am Freitag erlebte KTM auch am Samstag einen durchwachsenen Tag. Vorjahressieger und Lokalmatador Miguel Oliveira ist meilenweit von der Leistung von vor zwölf Monaten entfernt und hatte bereits nach dem Q1 Feierabend. Und auch KTM-Teamkollege Brad Binder erlebte kein gutes Qualifying. Bester KTM-Vertreter war Tech-3-Pilot Iker Lecuona, der sich über das Q1 ins Q2 schob und sich Startplatz zehn sicherte.

"Es war ein sehr guter Samstag für mich", freut sich Lecuona. "Ich fühle mich hier sehr wohl auf dem Motorrad. Bei der Zeitenjagd (im FT3) haben wir beim Hinterreifen einen Fehler gemacht. Doch wir konnten gut arbeiten und hatten die Chance auf den Q2-Einzug. Es fehlte nur eine Zehntelsekunde zum Q2. Ich fuhr den ganzen Tag alleine. Ich folgte keinem anderen Fahrer."

"Mit jedem Stint fühlte ich mich wohler und hatte mehr Selbstbewusstsein", berichtet der Spanier, dessen MotoGP-Karriere am kommenden Wochenende vorerst zu Ende gehen wird. Durch das bevorstehende Aus in der Königsklasse lässt sich Lecuona aber nicht aus der Ruhe bringen.

Mit einem frischen Reifen wäre für Iker Lecuona noch mehr drin gewesen

Im Q1 war der Tech-3-Pilot bester KTM-Vertreter und qualifizierte sich zusammen mit Johann Zarco für den zweiten Durchgang. "Im Q1 wurde ich Zweiter und kam ins Q2. Leider hatte ich keinen frischen Reifen übrig. Ich verwendete bereits alle weichen Hinterreifen. Deshalb ging ich mit einem frischen Medium-Hinterreifen auf Zeitenjagd und war damit drei Zehntelsekunden langsamer. Ich bin sicher, dass ich es sonst in die dritte Startreihe geschafft hätte", bemerkt Lecuona.

Iker Lecuona

Iker Lecuona zeigt einen klaren Aufwärtstrend

Foto: Motorsport Images

"Mit dem Medium-Reifen war es aber schwierig. Beim zweiten Versuche verwendete ich einen gebrauchten weichen Hinterreifen. Im Qualifying bringt man den Reifen an seine Grenzen. Deshalb ist er nach zwei oder drei Runden bereits hinüber. Ich konnte mich dennoch um eine Zehntelsekunde steigern. Es war aber richtig schwierig. Mit Platz zehn bin ich aber sehr zufrieden", freut sich Lecuona.

Ist das gute Qualifying-Ergebnis eine Genugtuung? "Ich muss den Leuten nicht mein Potenzial zeigen, denn das konnte ich bereits bei den vergangenen Rennen zeigen. Ich will es mehr für mich. Es ist sehr positiv für mich, diesen Geist beizubehalten, denn in den beiden kommenden Jahren bin ich Werksfahrer und muss konzentriert arbeiten", schaut er auf seine Aufgabe mit Honda in der Superbike-WM.

Zuletzt zeigte das spanische Talent einige starke Leistungen. "Mein Ziel ist es, mich im Vergleich zu meinem ersten Grand Prix auf dieser Strecke zu steigern, denn das erste Rennen hier war ein Desaster. Ich mag den Kurs, doch ich konnte mich beim ersten Rennen hier nicht verbessern", erinnert sich Lecuona.

Liegt es an den Fahrern oder am Material?

Tech-3-Teamkollege Danilo Petrucci war als 15. zweitbester KTM-Pilot und ließ die beiden Werkspiloten knapp hinter sich. "Ich weiß nicht genau, was sie verwenden, habe aber mitbekommen, dass sie im Laufe der Saison einige Updates erhalten haben. Unser Motorrad hingegen ist unverändert", vergleicht der Italiener.

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci ließ beide Werks-KTMs hinter sich

Foto: Motorsport Images

Die besseren Ergebnisse der Tech-3-Piloten führt Petrucci auf die Fahrer zurück. "Meiner Meinung nach sind wir von den vier KTM-Piloten seit August diejenigen, die besser fahren. Wir geben unser Maximum. Ich kenne nicht ihre Probleme. Sie sind deutlich langsamer als im Vorjahr", erkennt Petrucci, dessen MotoGP-Karriere am kommenden Wochenende in Valencia zu Ende gehen wird.

Vorjahressieger Miguel Oliveira nur auf Startplatz 17

Vor einem Jahr dominierte Miguel Oliveira bei der MotoGP-Premiere in Portimao das Wochenende, holte die Pole und am Sonntag den Sieg. Bereits im Frühjahr tat sicher der Portugiese beim Heimspiel schwer. Dieser Trend setzt sich fort. "Es ist frustrierend, weil es so wirkt, als wären wir jedes Mal langsamer, wenn wir hierhin kommen. Wir befinden uns auf keinem guten Weg und analysieren, warum das so ist", kommentiert Oliveira.

"Wir können die Leistung nicht nutzen. Das Motorrad fährt nicht wie im Vorjahr wie auf Schienen. Es ist ein anderes Motorrad", bemerkt der Portugiese. Liegt es an den 2021er-Reifen? Mit dem 2020er-Vorderreifen kam Oliveira besser zurecht.

Miguel Oliveira

Miguel Oliveira ist weit weg von der Performance von 2020

Foto: Motorsport Images

"Ich denke nicht, dass der Vorderreifen die Lösung wäre. Die Lufttemperatur ist sehr niedrig. Ich weiß nicht, ob wir bei diesen Temperaturen diesen Reifen verwenden könnten. Es wäre vielleichte eine kleine Hilfe, es würde aber nicht unsere Probleme beheben", erklärt Oliveira, der von Startplatz 17 ins zweite Portimao-Rennen gehen wird.

Bereits am Freitag fuhr der Lokalmatador hinterher. "Wir konnten uns heute ein bisschen steigern. Im Q1 waren wir ein bisschen schneller, aber es war nicht ausreichend, um dort zu landen, wo wir sein sollten", bedauert der KTM-Werkspilot.

"Die Tech-3-Piloten sind ein bisschen schneller als wir. Sie verwenden etwas anderes und wir schauen uns das jetzt genauer an, um für morgen eine bessere Abstimmung zu erarbeiten. Auch wenn wir von weit hinten ins Rennen starten, kann ich ein gutes Rennen zeigen", ist Oliveira überzeugt.

Brad Binder erlebt ein desaströses Qualifying

Werkspilot Brad Binder war im Qualifying aus KTM-Sicht das Schlusslicht. Der zweifache MotoGP-Laufsieger stürzte im Q1 und kam nicht über Startplatz 19 hinaus. "Es war ein schwieriger Tag an einem für uns bisher schwierigen Wochenende", bemerkt er.

"Ich hatte vor dem Wochenende ein sehr gutes Gefühl und erwartete, dass wir ein gutes Wochenende haben können. Aus irgendeinem Grund fällt es uns schwer, schneller zu werden. Wir haben keinen guten Rhythmus und sind auch auf eine Runde nicht schnell", bedauert Binder.

"Ich hatte bei meiner zweiten gezeiteten Runde einen kleinen Rutscher. Ich konnte das Motorrad wieder aufheben und einen neuen Reifen aufziehen lassen. Beim ersten Versuch danach wurden gelbe Flaggen geschwenkt und dann machte ich einen Fehler. Ich kam von der Linie ab. Mir gelang im Qualifying keine gute Runde. Es ist frustrierend", so Binder.

Brad Binder

Brad Binder klagt über Probleme am Kurveneingang und -ausgang

Foto: Motorsport Images

Was sagt der KTM-Werkspilot zur Leistung von Markenkollege Iker Lecuona? "Iker fährt richtig gut. Viel mehr steckt da nicht dahinter. Er fährt hier sehr gut und wir haben uns vermutlich ein bisschen zu intensiv damit beschäftigt, die Probleme zu beheben, anstatt es einfach zu versuchen", erklärt der Südafrikaner.

Und welche Probleme werfen Binder in Portimao zurück? "Sobald ich die Bremse ziehe, blockiert das Vorderrad. Selbst wenn ich nicht hart bremse, bereitet uns das Probleme. Zudem dreht das Hinterrad am Kurvenausgang zu sehr durch", schildert der KTM-Pilot.

"Diese beiden Probleme treffen uns, weil man am Kurveneingang nicht hart pushen kann und am Kurvenausgang ebenfalls Zeit verliert. Es ist alles andere als ideal. Die Jungs haben aber ein paar Ideen für morgen", zeigt sich Binder hoffnungsvoll.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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