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KTM verlässt Katar dank Binder mit Top-10-Ergebnis - Technikteufel bei Oliveira

Brad Binder schafft es beim Grand Prix von Doha mit einer riskanten Reifenwahl in die Top 10 - Miguel Oliveira fällt aufgrund eines Technikproblems weit zurück

KTM verlässt Katar dank Binder mit Top-10-Ergebnis - Technikteufel bei Oliveira
Mit Platz acht fuhr Brad Binder am Sonntag das bisher beste MotoGP-Ergebnis für KTM in Katar ein. Von Startplatz 18 machte er bereits auf der ersten Runde viel Boden gut und schob sich auf Rang zehn. Im letzten Umlauf kämpfte er sich dann noch an Aleix Espargaro (Aprilia) und Jack Miller (Ducati) vorbei.

"Ich bin sehr glücklich, eine Top-10-Platzierung nach Hause gebracht zu haben. Es war ein sehr hartes Rennen. Der größte Unterschied im Vergleich zur Vorwoche war, dass der Vorderreifen bis zum Schluss durchgehalten hat", erklärt Binder.

Anders als damals entschied man sich bei KTM nicht für den weichen, sondern den Medium-Vorderreifen. "Damit konnte ich das ganze Rennen über pushen, während ich letztes Mal bei noch neun zu fahrenden Runden nur Passagier war."

Binder musste Fahrstil an den Medium anpassen

Ganz geheuer war Binder die Reifenwahl vorab aber nicht: "Ich war besorgt, denn ich bin mit dem Medium-Vorderreifen hier schon dreimal gestürzt, und das ziemlich unerwartet. Aber wir hatten keine Wahl, der Soft war für uns keine Option wegen des hohen Verbrauchs. Uns war schon am Samstag klar: Selbst wenn wir den Medium nicht mögen, müssen wir ihn nutzen, sonst kommen wir nicht ins Ziel."

"Gerade beim Umlegen musste ich vorsichtig sein", erklärt er weiter. "Ich musste meinen Fahrstil also etwas anpassen, insbesondere in den Rechtskurven. Aber als ich den Dreh einmal raushatte, hat das ganz gut funktioniert und ich konnte pushen."

"Das Team hat tolle Arbeit geleistet. Wir probierten viele Dinge aus, im Warm-up gelang uns dann ein kleiner Fortschritt, der mir etwas mehr Gefühl für das Vorderrad gab. Ich bin froh, dass ich das im Rennen dann auch umsetzen konnte." Auf Rennsieger Fabio Quartararo (Yamaha) fehlten ihm im Ziel nur knapp fünf Sekunden.

Raketenstart von Oliveira: Plötzlich auf Platz vier

Ebenfalls nur neun Sekunden fehlten Teamkollege Miguel Oliveira, der damit allerdings nur Fünfzehnter wurde. "Ich bin sehr gut gestartet, fiel aber Runde für Runde zurück", fasst der Portugiese sein Rennen am Sonntag zusammen.

Tatsächlich befand sich Oliveira kurz nach dem Start an vierter Stelle. Ihm war von Position zwölf ein ähnlicher Raketenstart gelungen wie Jorge Martin (Pramac-Ducati) vor einer Woche. "Für mich war es ein normaler Start, so wie ich ihn immer trainiere. Ich hatte eine gute Reaktionszeit, und das, obwohl sich Bradl neben mir bewegte, als die Ampel noch rot war. Da passiert einem selbst auch leicht ein Frühstart."

Letzten Endes sei der Start "das Positivste an diesem Rennen" gewesen. Denn kurz darauf ereilte Oliveira ein technisches Problem: "Mein Dashboard wurde nach dem Start schwarz, ich hatte also keinerlei Informationen darüber, in welchem Gang ich gerade fuhr, welches Mapping, Reifeninfos, das war alles weg."

KTM hatte bei Reifenwahl "nichts zu verlieren"

"Es war hart, das Rennen allein nach Gefühl zu bestreiten. So konnte ich nur schwer das Maximum aus dem Motorrad herausholen", gibt der KTM-Pilot zu. "Ich hatte auch Probleme beim Richtungswechsel und konnte nicht wirklich attackieren."

Wie Binder war auch Oliveira mit dem Medium-Vorderreifen unterwegs. "Die Reifenwahl fiel nach dem Warm-up" verrät er. "Wir schauten uns die Temperaturen an, um zu sehen, ob es sicher sein würde, mit diesem Reifen zu fahren. Aber im Grunde genommen hatten wir nichts zu verlieren. Wären wir mit dem Soft am Vorderrad gefahren, hätten wir nach zehn Runden keinen Reifen mehr übrig gehabt."

Daher entschied man sich für den etwas härteren Reifen. "Und er funktionierte recht gut. Für die Bremsstabilität und Bremsperformance ist das nicht der beste Reifen, aber ich hatte zumindest kein Untersteuern." Und so ergatterte Oliveira noch einen Punkt.

Petrucci kollidiert in Schlussphase mit Nakagami

Tech-3-KTM ging wie in der Vorwoche hingegen leer aus. Iker Lecuona stürzte in der zwölfte Runde und konnte das Rennen nicht wieder aufnehmen. Danilo Petrucci kam als Neunzehnter und Vorletzter ins Ziel. Er kollidierte in der Schlussphase mit Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und beschädigte dabei sein Motorrad.

"Ich versuchte ein Überholmanöver, denn Taka war im kurvenreicheren Teil der Strecke langsamer als ich. Aber er machte die Tür zu und mein Winglet wurde beschädigt. Wir wussten, dass das Rennen schwierig werden würde, aber ich hatte es nicht so schwierig erwartet. Aber auf der Gerade haben sie mich immer wieder überholt."

So sei es unmöglich gewesen, die Position zu halten, zumal Petrucci gegen Ende hin auch in Reifenprobleme kam. Aber immerhin konnte der KTM-Neuling diesmal die volle Renndistanz bestreiten. In Katar 1 war er kurz nach dem Start gestürzt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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