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Luca Marini: "Für mich kein Problem, Fragen über Rossi zu beantworten"

Der Italiener Luca Marini spricht ausführlich über seine Ziele mit Ducati, die Evolution der VR46-Akademie und über seinen Halbbruder Valentino Rossi

Luca Marini: "Für mich kein Problem, Fragen über Rossi zu beantworten"

Mit 25 Jahren steht Luca Marini vor seiner dritten MotoGP-Saison. Zwei vierte Plätze waren seine bisher besten Ergebnisse. Bemerkenswert ist, dass der Italiener erst einen Ausfall hatte - und das war ein technischer Defekt.

Die Ziele von Marini sind klar. Er will 2023 mit VR46-Ducati seinen ersten Podestplatz schaffen. Mittelfristig schielt der Halbbruder von Valentino Rossi auch auf einen Platz in einem Werksteam. "Das ist natürlich das Ziel", hält er fest.

"Ich möchte sobald wie möglich in einem Werksteam sein. Es ist schon anders, wenn man in einem Werksteam fährt als in einem Satellitenteam. So war es schon immer. Im Werksteam gibt es immer mehr, obwohl es jetzt schon sehr ausgeglichen ist."

"Man kann auch jetzt in einem Privatteam großartige Ergebnisse erobern. Aber wenn man die Weltmeisterschaft gewinnen will, dann muss man in einem Werksteam sein. So ist es eben", sagt Marini im Podcast unserer spanischen Kollegen von 'Motorsport.com'.

Und um sich einen Platz in einem Werksteam zu verdienen, braucht Marini Topergebnisse. In seinen ersten beiden Jahren war eine Steigerung zu erkennen. Aber im Vorjahr stand er im Schatten seines Teamkollegen Marco Bezzecchi, der eine Poleposition und einen Podestplatz erobert hat.

"Ich möchte so rasch wie möglich auf das Podium", hält Marini deshalb fest. "Ich denke, wenn wir in Portimao einen guten Test haben, dann könnte es dort gelingen. Ich liebe die Strecke und wir testen dort zwei Wochen vor dem ersten Rennen."

"Es wird aber nicht einfach, weil alle dort testen werden. Ich habe die Ducati von 'Pecco' Bagnaia aus dem Vorjahr. Ich könnte zu Saisonbeginn bereit sein, während die Werksteams wie Honda oder Ducati noch Dinge testen müssen. Das könnte für uns ein Vorteil sein."

Guter Saisonstart wird für Marini wichtig

Im Vorjahr fuhr Marini eine GP22, aber in dieser Saison bleibt er bei dieser Version, die nun das Vorjahresmodell ist. VR46 hat sich dagegen entschieden, wieder eine aktuelle Desmosedici zu leasen. Kann das langfristig ein Nachteil sein, je länger die Saison dauert?

"Es ist wie es ist. Das liegt nicht in meinen Händen", meint Marini. "Ich kann nur mein Maximum geben. Bei Ducati weiß man nie. Wenn man gute Ergebnisse hat, dann hilft einem vielleicht das Werk. Das war im Vorjahr bei Enea Bastianini der Fall."

Luca Marini

Luca Marini und das VR46-Team setzen sich hohe Ziele

Foto: Motorsport Images

Bastianini ist das perfekte Vorbild. Mit dem bewährten Motorrad kann Marini theoretisch sofort loslegen und mit Schwung in die Saison starten: "Ich denke, es wird für mich sicher einfacher. In meinem ersten Jahr [2021] hatte ich ein viel älteres Motorrad [2019]."

"Im Vorjahr war der Sprung auf das 2022er-Motorrad groß. Jetzt werde ich ein ähnliches Motorrad haben und ich glaube auch nicht, dass das 2023-Modell groß anders sein wird. Es werden nur Details sein, die aber sicher helfen werden. Wir müssen schauen, dass es bei uns funktioniert."

Sprintrennen: Samstag wird "härtester" Tag

Inklusive der neuen Sprints wächst die Anzahl der Rennen auf 42. Zweimal pro Wochenende haben die Fahrer die Chance, sich zu präsentieren. Wie sich das in der Praxis auswirken wird, bleibt abzuwarten. Die Vorbereitung für Fahrer und Teams hat sich bereits geändert.

"Das Training hat sich im Winter etwas geändert, denn es geht mehr um Ausdauer und Explosivität. Man muss sich auch von einem zum nächsten Rennen gut erholen, weil wir viele Grands Prix hintereinander haben werden."

Luca Marini und Freundin

Luca Marini mit seiner Verlobten Marta

Foto: Motorsport Images

"Die Fähigkeit sich zu erholen, wird ein Schlüssel sein. Der Sprint geht zwar nur über einige Runden, aber in einem Rennen ist es immer intensiver als in einem vierten Training. Mit Qualifying und Sprint wird der Samstag der härteste Tag des Wochenendes."

"Wir werden sehen, wie man Sonntag aufwacht. Es wird extrem wichtig werden, körperlich und mental fit zu sein", blickt Marini voraus. Er wird wie seine Kollegen von der VR46-Akademie betreut. Dazu gehört auch Training auf Rossis MotoRanch.

Aber der Italiener hat sein Training mit Dirtbikes reduziert: "Ich habe gesehen, dass die MotoGP eine ganz andere Disziplin als jedes andere Motorrad ist, mit dem man daheim trainieren kann. Man hat nie das gleiche Gefühl oder die gleiche physische Belastung."

"Es ist jetzt kein Schlüssel mehr, mit einem Motorrad zu trainieren. Sicher werde ich noch auf der Ranch fahren, weil es Spaß macht und gutes Training ist. Aber ich werde weniger mit dem Motorrad fahren."

Die VR46-Akademie ist nun professioneller

Mit Bagnaia hat die VR46-Akademie erstmals die MotoGP-Weltmeisterschaft gewonnen. Vier Fahrer hat die Akademie in die Königsklasse gebracht. Ist das Projekt, das Rossi gegründet hat, um die nächsten italienischen Topfahrer zu finden, am Zenit angelangt?

"Es verändert sich", findet Marini. "Die Akademie wächst und wird mehr zu einer Firma. Es ist nun weniger familiär, aber viel professioneller. Mir gefällt es, weil es wichtig ist, zu 100 Prozent zu arbeiten. Es ist wichtig, dass das Level der Leute im Hintergrund sehr hoch ist."

Ende Januar trainierten die Fahrer der Akademie mit Superbikes in Portimao. Auch Rossi war dabei und ließ es sich neben seiner Automobilrennen nicht nehmen, wieder auf ein Motorrad zu steigen. Seine Besuche der MotoGP-Rennen sind aber selten geworden.

Marini glaubt, dass Rossi damit auch das Zepter an die jungen Fahrer übergeben hat: "Wenn man über das Telefon spricht, dann ist es schwierig, ein Coach zu sein. Ich denke, jetzt ist unsere Zeit gekommen. Wir haben ein gutes Alter und Erfahrung."

"Es ist nicht mehr die Akademie wie vor vier Jahren. Wir Fahrer sind reifer und haben tolle Ergebnisse. Wir müssen unseren eigenen Weg finden und gewinnen. Natürlich feuert uns Valentino daheim an. Er kann uns immer Ratschläge geben. Es ist gut zu wissen, dass er immer da ist."

Als Halbbruder wird Marini fast in jedem Interview nach Rossi gefragt. Nervt ihn das? "Er wird immer mein Bruder sein. Wenn ich nach ihm gefragt werde, ist es kein Problem für mich. Es ist eine Freude, darauf bin ich stolz."

"Ich wäre noch gerne ein weiteres Jahr gegen ihn gefahren. Auf der Ranch ist er nach mir der stärkste Fahrer. Mit ihm zu kämpfen, ist immer produktiv und sehr interessant. Er hat mehr als die anderen Fahrer. Das spürt man, wenn man mit ihm kämpft."

"Ich hätte diese Situation gerne öfter in der MotoGP erlebt. Er versucht mich auf der Ranch immer zu besiegen. Er erfindet immer irgendetwas. Das ist interessant, weil man von ihm lernen kann. Selbst in seinem Alter hat er mehr als der Rest."

Mit Bildmaterial von VR46.

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