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"Macht mehr Spaß": Aleix Espargaro über das neue 850er-MotoGP-Bike

Erste Aussagen zum neuen MotoGP-Bike sind selten - Aleix Espargaro spricht dennoch über Fahrverhalten, Grip und Unterschiede zum bisherigen 1.000er-Prototypen

"Macht mehr Spaß": Aleix Espargaro über das neue 850er MotoGP-Bike

Aleix Espargaro (li.) mit seinem Bruder Pol (re.) in Barcelona

Foto: Gold Gold

Im Hintergrund läuft die Entwicklung der neuen MotoGP-Prototypen auf Hochtouren. Die Eckpunkte des neuen Reglements ab 2027 sind eine Verringerung des Hubraums von 1.000 Kubikzentimetern auf 850.

Dazu werden die Ride-Height-Systeme verboten und die Größe der Winglets etwas reduziert. Eine wesentliche Änderung betrifft die Reifen. Pirelli wird in Zukunft statt Michelin die Königsklasse ausrüsten.

Die bisherigen Privattests fanden hinter verschlossenen Türen statt. Abgesehen von wenigen Fotos in den sozialen Medien drang kaum etwas an die Öffentlichkeit. Es wird noch dauern, bis man sich ein Bild der neuen Motorräder machen kann.

Am Montag (22. Juni) findet nach dem Grand Prix von Tschechien in Brünn ein Testtag statt. Dann werden erstmals auch die Stammfahrer mit den neuen 850er-Prototypen fahren.

Allerdings findet auch dieser Testtag hinter verschlossenen Türen statt. An diesem Montag in Brünn sind keine Medienvertreter im Paddock erlaubt. Ob der Montagstest am 21. September in Spielberg öffentlich zugänglich ist, ist noch nicht entschieden.

Auch die Testfahrer der fünf MotoGP-Marken dürfen bisher nicht im Detail über die neuen Prototypen sprechen. Aber jüngst verriet Honda-Testfahrer Aleix Espargaro einige Eindrücke.

"Ich darf wirklich nicht über dieses Projekt sprechen, aber was ich sagen kann: Das Motorrad macht unglaublich viel Spaß", sagt Espargaro gegenüber MotoGP.com. "Es macht deutlich mehr Spaß als das 1.000er-Motorrad.

"Die Pirelli-Reifen haben super Grip, und mit etwas weniger Drehmoment unten heraus kann man beim Scheitelpunkt ein bisschen mehr spielen. Das Motorrad ist über zehn Kilo leichter, daher sind die Richtungswechsel ausgezeichnet."

"Ich glaube, auch die Fans zu Hause werden Spaß haben, weil es meiner Meinung nach viel mehr Zweikämpfe geben wird. Ich kann es kaum erwarten, allen das neue Motorrad zu zeigen."

Obwohl der neue 850er-Prototyp etwas weniger Leistung hat und durch das Verbot des Ride-Height-Systems auf der Geraden etwas langsamer sein wird, wird es dennoch ein extrem schnelles Motorrad sein.

Bei den bisherigen Testfahrten sickerte durch, dass das 850er-Motorrad zwar etwas langsamer als die aktuellen Bikes ist, aber nicht deutlich langsamer. Je nach Strecke sollen es nur zwei bis drei Sekunden sein.

Diesen Trend bestätigt auch Espargaro: "Ich kann keine genauen Zahlen nennen, aber was ich sagen kann: Wir haben beide Motorräder verglichen, die 1.000er und die 850er, und sie liegen näher beieinander, als die Leute behauptet haben."

Espargaro muss noch einige Wochen pausieren

Der 36-Jährige besuchte jüngst sein Heimrennen in Barcelona. Da LCR-Fahrer Johann Zarco nach dem schweren Startunfall aufgrund seiner Knieverletzung länger pausieren muss, benötigt Honda einen Ersatzfahrer.

Dass Espargaro dafür infrage kommt, ist wenig wahrscheinlich. Im April hatte er bei privaten Testfahrten in Sepang (Malaysia) einen schweren Sturz. Er zog sich Wirbelbrüche zu und musste operiert werden.

"Mir geht es gut", sagt Espargaro Ende Mai und schildert den Unfall: "Es war komplett mein Fehler. Ich habe auf der langen Gegengeraden zu spät gebremst, habe die Hinterradbremse blockiert und bin abgeflogen."

"Es war ein heftiger Highsider, wahrscheinlich der schlimmste Sturz meiner Karriere. Ich bin auf dem Rücken gelandet und habe mir vier Wirbel gebrochen. Zum Glück haben die Chirurgen bei der Operation sehr gute Arbeit geleistet."

Espargaro bestätigt auch, dass es noch eine Zeit dauern wird, bis er wieder auf das Motorrad steigen kann: "Jetzt ist es ein Monat her. Ich brauche noch ein paar Monate zur Erholung."

"Hoffentlich kann ich im letzten Teil des Sommers zurückkommen, wenn der neue 850er-Prototyp aus Japan eintrifft. Dann sind wir hoffentlich bereit, die Weiterentwicklung voranzutreiben."

Denn bisher arbeitete in erster Linie Takaaki Nakagami mit dem neuen Prototypen. Es war von Beginn an geplant, dass Espargaro zunächst noch mit dem 1.000er Motorrad arbeitet und im Laufe des Sommers zum 850er-Projekt wechselt.

Ob Nakagami bei den kommenden Rennen in Italien (Mugello) und Ungarn (Balaton Park) Zarco im LCR-Team vertreten wird, hat Honda noch nicht bestätigt.

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