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Marc Marquez am Freitag nur Neunter: So erklärt er seine Strategie

Honda-Pilot Marc Marquez setzt am Freitag in Barcelona auf eine neue Strategie, um "Missverständnisse" aus der Welt zu schaffen - Cal Crutchlow erlebt "Murmeltiertag"

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Marc Marquez am Freitag nur Neunter: So erklärt er seine Strategie

Platz siebzehn im zweiten Freien Training, Rang neun in der kombinierten Zeitenliste am Freitag: Das sind Ergebnisse, die wir von Marc Marquez (Honda) in dieser Saison eigentlich nicht gewohnt sind. Schob er sich am Morgen mit einem frischen Satz weicher Reifen noch an die Spitze, konnte er sich am Nachmittag nicht mehr steigern.

MotoGP 2019 in Barcelona:

Das war vor allem seiner Strategie geschuldet, die keine Zeitattacke, sondern volle Konzentration auf Reifen und Rennpace vorsah. "Heute änderten wir ein wenig die Strategie von Mugello, vor allem um die Reifen zu verstehen", erklärt Marquez in Barcelona. "Wir hatten zwei verschiedene Motoräder, Set-ups und unterschiedliche Reifen."

"Am Nachmittag habe ich keinen neuen Reifen aufgezogen, aber auch so fuhr ich mit dem gebrauchten Medium Zeiten im Bereich 1:44.9, was nicht schlecht ist. Im Grunde genommen ist das nicht unsere tatsächliche Position, aber es ist eine Strecke, die Mugello ähnlich ist, nicht eine Strecke wie Le Mans und Jerez", so Marquez.

Marquez zieht Lehren aus Mugello

Und weil er in Mugello nicht hundertprozentig zufrieden war, entschied er sich dieses Mal für eine andere Herangehensweise. "Dort habe ich mich zu sehr auf die Reifenkombi hard/hard konzentriert, und dann nach dem Rennen wurde mir klar, dass ein anderer Reifen vielleicht besser gewesen wäre", analysiert der Spanier im Rückblick.

"Aus diesem Grund änderte ich meine Strategie. Als alle am Morgen mit dem weichen Vorderreifen unterwegs waren, fuhr ich den Medium. Am Nachmittag war es genau umgekehrt. In Mugello haben wir etwas missverstanden, und auch in Katar. Wir hatten dort mehr oder weniger den gleichen Vorderreifen. Es ist Zeit, das zu verstehen."

Im zweiten Training wurde das Programm von Marquez jedoch durch eine kleine Verzögerung unterbrochen. Als er das Bike wechseln wollte, sei ein Problem aufgetreten. Ins Detail will der Honda-Pilot zwar nicht gehen, gibt aber zu, dass ihn die Situation durchaus ein wenig nervös machte und sein Crew-Chief ihn beruhigen musste.

Crutchlow fehlt weiter das Gefühl

"Santi (Hernandez; Anm. d. R.) sprach mit mir, denn er sah, dass ich immer nervöser wurde. Er kennt mich eben sehr gut und versuchte, mich zu beruhigen", verrät Marquez. "Was positiv ist: Wir konnten drei Runden mit dem einen und drei Runden mit dem anderen Motorrad fahren und sind mit dem, was wir erfahren haben, zufrieden."

Markenkollege Cal Crutchlow kann das von sich nicht behaupten. Zwar schloss er den Trainingstag nur einen Platz hinter Marquez auf Rang zehn ab, klagt aber auch in Barcelona über dieselben Probleme, die ihn schon die ganze Saison über plagen. "Heute fühlte sich an wie der Murmeltiertag, du weißt schon, der Film", witzelt der Brite.

Cal Crutchlow

LCR-Pilot Cal Crutchlow hadert auch in Barcelona mit der neuen Honda RC213V

Foto: LAT

"Ich bin nicht in schlechter Stimmung, ich bin nicht wütend oder enttäuscht. Es gibt einfach nichts, was ich tun kann. Ich habe das Gefühl, dass ich die richtigen Informationen gebe. Ich bin glücklich in dem Sinne, dass Honda die Situation kennt, und Honda erwartet auch nicht, dass wir mehr tun als das, was wir tun", erklärt er weiter.

Nakagami profitiert vom Vorjahresbike

Mit dem neuen Motor und veränderten Chassis sucht Crutchlow weiterhin vergeblich nach dem Gefühl aus dem Vorjahr, als er jene Honda pilotierte, mit der LCR-Teamkollege Takaaki Nakagami am Freitag auf Platz drei stürmte. Aus Crutchlows Sicht ist das vor allem dem besseren Kurvenverhalten des Vorjahresmodells geschuldet.

"Taka hat das WM-Bike aus dem vergangenen Jahr und es spielt keine Rolle, wie schnell dein Motorrad auf der Geraden ist. Du möchtest lieber gut durch die Kurven kommen und dich mit dem Bike dort wohlfühlen, denn das macht den größten Teil der Runde aus." Hat man sich bei der Entwicklung also zu sehr auf den Topspeed konzentriert?

Crutchlow jedenfalls sagt: "Wir dachten immer, mehr Leistung wäre besser, aber im Moment scheint es nicht so. Das wird auch Taka merken, wenn er das neue Bike fährt. Es unterscheidet sich stark von dem, was er kennt. Und was wir auf der Geraden gewinnen, ist vielleicht ein Zehntel, was er in einer Kurve gewinnt, könnten drei Zehntel sein."

Mit Bildmaterial von LAT.

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