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Marc Marquez: Nach einem Sturz "will man manchmal nicht mehr, aber ..."

Marc Marquez und MotoGP-Kollegen sprechen über den nicht immer einfachen, aber oft pragmatischen Umgang mit Unfällen im Motorradrennsport

Marc Marquez: Nach einem Sturz "will man manchmal nicht mehr, aber ..."

Marc Marquez kennt das Gefühl von Stürzen ebenso wie das Gefühl von Siegen

Foto: Vincent Vincent

Freude und Enttäuschung liegen im Sport naturgemäß nah beieinander, insbesondere im Motorsport, wo neben den reinen athletischen Fähigkeiten auch der Faktor Technik eine große Rolle spielt. Auch in der Motorrad-WM spielt die Technik eine immer größere Rolle.

Die stetige technische Weiterentwicklung lässt auch die Geschwindigkeiten ansteigen. Das ist in der Regel solange der Fall, bis die Motorräder über das Reglement mal wieder eingebremst werden. Mit steigenden Geschwindigkeiten steigt trotz aller Sicherheitsvorkehrungen auch das Risiko, konkret das Risiko von Verletzungen. Das gilt für den Motorradrennsport ganz besonders.

Ganz egal, in welcher WM-Klasse: Stürze gehören für die Fahrer ebenso dazu wie der Jubel über ein starkes Rennen oder Qualifying, oder auch die Enttäuschung über einen individuellen Fehler oder technisch bedingten Ausfall. Was die Stürze betrifft, so pflegen die MotoGP-Piloten einen pragmatischen Umgang.

So sagte etwa Alex Marquez wenige Tage nach seinem Horrorcrash beim diesjährigen Grand Prix von Katalonien in Barcelona, dass er noch im Krankenhaus darum gebeten hat, die Aufnahmen des Unfalls zu sehen. Einerseits wollte der jüngere Bruder von Marc Marquez den Unfallhergang verstehen, andererseits wollte er das Geschehene damit für sich im Kopf abschließen.

Alex Marquez, Pedro Acosta

Der Barcelona-Sturz von Alex Marquez war einer der wildesten seit Jahren

Foto: Getty Images Europe

Auch Marc Marquez kennt genau dieses Gefühl. "Nach einem heftigen Sturz will man manchmal nicht wieder fahren, aber man muss. Es ist Teil unseres Jobs", sagt der neunmalige Motorrad-Weltmeister, der in seiner seit 2008 laufenden WM-Karriere schon den einen oder anderen heftigen Sturz verkraften musste.

Insbesondere seit Jerez 2020 hat Marc Marquez zahlreiche Rennen auslassen müssen, weil er sich nach unterschiedlichen Zwischenfällen mal wieder operieren lassen und entsprechend erholen musste. "Es ist eine Tatsache, dass wir nach einem heftigen Unfall leidenschaftlich sind und am liebsten sofort wieder fahren würden. Es ist unser Job", so Marc Marquez.

Mit ihren Ansichten stehen Marc und Alex Marquez nicht allein da. Auch Marco Bezzecchi kennt das Gefühl. "Das Beste, was du nach einem Sturz machen kannst, das ist, sofort wieder auf das Motorrad zu springen und zu versuchen, das Fahren zu genießen", so "Bez".

"Denn das Fahren ist nun mal das, was wir am liebsten tun", sagt der Aprilia-Werkspilot, der den Großteil der laufenden MotoGP-Saison als Tabellenführer verbracht hat, seit ein paar Wochen aber mehr mit Stürzen als mit Siegen Schlagzeilen macht.

Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi ist zuletzt häufig gestürzt und ist aktuell nicht mehr WM-Leader

Foto: Mirco Lazzari gp / Getty Images

"Es stimmt, dass das Risiko immer mitfährt", so Bezzecchi. "Aber das wissen wir vom ersten Moment an. Was mich betrifft, so kann ich nur sagen, dass ich [nach einem Sturz] jedes Mal so schnell wie möglich wieder auf dem Motorrad sitzen will."

Pedro Acosta sieht es ganz ähnlich. Auch er, der ab 2027 im Ducati-Werksteam an der Seite von Marc Marquez fahren wird, blendet den Faktor Risiko aus, so gut das eben geht. "Ich glaube, es ist besser, nicht zu viel darüber nachzudenken und stattdessen einfach zu fahren, einfach weiterzumachen", sagt Acosta.

Acosta war derjenige, der Mitte Mai im Katalonien-Grand-Prix den heftigen Sturz von Alex Marquez ohne eigenes Zutun ausgelöst hat, weil es an Acostas KTM direkt vor dem jungen Marquez fahrend einen technischen Defekt gab.

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