Marc Marquez nach Sepang-Test müde: "Muss noch mehr an mir arbeiten"
Marc Marquez zieht nach dem Sepang-Test Bilanz - Aerodynamik bleibt ein kniffliger Aspekt - Bei der neuen Ducati GP26 spürt er schon einige Verbesserungen
Marc Marquez konnte sich einen guten Eindruck von der neuen Ducati machen
Foto: Getty Getty
Vor den drei MotoGP-Testtagen in Sepang kündigte Marc Marquez an, dass er sich die Kraft einteilen würde, denn zum ersten Mal seit der Verletzung beim Grand Prix von Indonesien im vergangenen Herbst saß er wieder auf der Ducati Desmosedici. Deshalb waren für ihn hauptsächlich kürzere Runs geplant. Am letzten Tag spulte der Weltmeister eine Sprint-Simulation ab.
Wie fühlt er sich nach drei Testtagen körperlich? "Klar, ich muss mich selbst noch verbessern - Schritt für Schritt. Am besten habe ich mich am ersten Tag am Nachmittag gefühlt. Danach wurde es nach und nach etwas schwieriger."
"Heute war ein anstrengender Tag. Dadurch, dass es gestern geregnet hat, war heute alles recht vollgepackt. Aber wir haben gute Arbeit geleistet und viele Runden abgespult. Ich weiß, dass ich morgen müde sein werde, aber wir haben Zeit zur Erholung."
"Aber heute bin ich zufrieden", betont Marc Marquez. "Diese drei Tage waren für mich sehr hilfreich. Mal sehen - Schritt für Schritt müssen wir uns verbessern, denn es gibt zwei oder drei Fahrer, die aktuell schneller sind."
Seine persönlich beste Rundenzeit fuhr er am Donnerstag mit 1:56.789 Minuten. Damit fehlten fast vier Zehntelsekunden auf seinen jüngeren Bruder Alex Marquez. Auch bei der Sprint-Simulation war Marc Marquez langsamer als sein Bruder und als Teamkollege Francesco Bagnaia.
"Es war eine gute Sprint-Simulation", sagt er dennoch. "Und ja, wie schon vorherzusehen war, war sie nicht extrem schnell, aber wir haben sie gut beendet, wir sind gut gefahren. Also ja, man kann sagen, es war ein intensiver Tag, aber wir haben alles geschafft, was auf dem Plan stand."
Auffälligste Neuerung bei der neuen Ducati ist ein überarbeitetes Ride-Height-System, mit dem das Heck noch weiter abgesenkt werden kann. Dadurch ist die Traktion am Kurvenausgang noch etwas besser und der Topspeed steigt am Ende der Geraden.

Mit seiner Sprint-Simulation am letzten Tag ist der Weltmeister zufrieden
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Wie fühlt sich die neue Ducati im Vergleich zum Vorjahr an? "In einigen Bereichen spüren wir schon eine Verbesserung", meint Marc Marquez, "und das hilft, besonders auf dieser Strecke im Moment."
"Aber klar, es gibt immer Punkte, bei denen man vorsichtig sein muss, weil das Bike vom letzten Jahr wirklich gut funktioniert hat. Wir müssen also genau verstehen, welcher Schritt tatsächlich besser ist."
"Das Wichtigste ist aber, dass man während der Saison alles anpassen, zurückgehen oder neue Dinge ausprobieren kann. Wir müssen die Balance noch etwas anpassen. Im Moment habe ich keinen einzigen Klick an der Federung verändert, weil ich größere Dinge teste."
Wie schwierig Aerodynamik-Tests sind
Ein wesentlicher Aspekt war die Aerodynamik. Aus vier verschiedenen Konfigurationen musste ausgewählt werden. Die Ingenieure baten die Fahrer, schon in Sepang eine Vorauswahl zu treffen, die beim nächsten Test in Thailand nur noch bestätigt werden muss.
Das ist selbst für einen Routinier wie Marc Marquez keine einfache Aufgabe, wie er beschreibt: "Man muss vorsichtig sein, weil es auf dieser Strecke viele unterschiedliche Kurventypen gibt. Also versucht man sich vorzustellen, auf welcher Art von Kurs man gerade ist."
"In einem Streckenabschnitt kann man sich einbilden, man wäre eher in Katar, in einem anderen eher in Jerez. So bekommt man eine Vorstellung davon, wie dieses Aero-Paket über 22 Rennen funktionieren könnte."

Die Arbeit mit Verkleidungen stand bei Ducati im Vordergrund
Foto: Hazrin Yeob Men Shah/Icon Sportswire via Getty Images
"Fakt ist: Wenn du ein neues Aero-Paket montierst, musst du die Balance des Motorrads ein wenig verändern. Heute Morgen habe ich ein anderes Aero-Paket mit einer kleinen Modifikation ausprobiert und bin in Kurve 1 gestürzt, weil sich die Balance stark verändert hat."
"Ich bin in die Kurve aber genauso reingefahren wie vorher. Zum Glück war ich mitten in der Kurve schon recht langsam. Aber klar, wenn man etwas gewohnt ist und sich wohlfühlt, ist es schwierig, sich sofort an etwas Neues anzupassen."
Am letzten Tag war die neue Frontverkleidung mit den großen Winglets nicht mehr zu sehen. Stattdessen wurden wieder die kleineren Winglets montiert. Bei Alex Marquez und Bagnaia kamen die Winglets von 2024 zum Einsatz, bei Marc Marquez jene von 2025 mit der kleinen Kante unten.
Kommen noch neue Entwicklungen zum Thailand-Test?
Der aktuelle Trend spricht eher gegen die neuen Aerodynamik-Entwicklungen. Die Sprint-Simulation fuhr Marc Marquez mit einem Gesamtpaket, "mit dem ich mich über die drei Tage am wohlsten gefühlt habe".
"Aber ich muss in Thailand beim Test noch mehr verstehen, vor allem im aerodynamischen Bereich." Erwartet er für den letzten Vorbereitungstest noch neue Entwicklungen? "Nein, nein, nein, keine Ahnung - man weiß nie mit Gigi."

Insgesamt ist Marc Marquez mit den drei Testtagen sehr zufrieden
Foto: Icon Sportswire
"Aber ich habe gehört, dass wir dieselben Teile haben werden. Hier war sozusagen der erste Filter, und in Thailand, wo wir nur zwei Testtage haben, probieren wir dann nur noch die Dinge aus, bei denen wir noch Zweifel haben."
Das Sepang-Fazit von Marc Marquez lautet, dass sich die GP26 zur Vorgängerin sehr ähnlich anfühlt: "Wir haben uns in manchen Bereichen verbessert, aber wenn du schon ein gutes Basis-Motorrad hast, versuchst du an Details zu arbeiten."
"Es stimmt, der Grip hier auf der Strecke ist nicht ganz repräsentativ. Das müssen wir in den Rennen noch besser verstehen. Für mich war das Wichtigste, dass ich mich gleich am ersten Tag auf Anhieb gut gefühlt habe - das war entscheidend."
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