Marc Marquez verspielt Podestchance in Le Mans: "Zweiter Sturz war unnötig"

In Le Mans führte Marc Marquez zum ersten Mal seit seinem Comeback wieder ein MotoGP-Rennen an, doch gleich zwei Stürze warfen den Spanier aus der Bahn

Marc Marquez verspielt Podestchance in Le Mans: "Zweiter Sturz war unnötig"

"Wir haben die Chance, die uns der Regen heute geboten hat, nicht genutzt. Und das enttäuscht mich", sagt Marc Marquez nach dem Flag-to-Flag-Krimi in Le Mans, den er nach zwei Stürzen ohne Punkte beenden musste. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte der Spanier um das Podest und gar den Sieg kämpfen.

Denn als kurz nach dem Start der Regen einsetzte und alle zum Bikewechsel an die Box kamen, führte Marquez zurück auf der Strecke erstmals seit seiner langen Verletzungspause wieder ein MotoGP-Rennen an. Beim Boxenstopp hatte er Fabio Quartararo überholt und baute sich in Führung rasch einen Vorsprung auf.

Doch dieser hielt nur bis zur achten Runde: In Kurve 14 brach Marquez das Heck aus. "Ich stürzte, als ich überhaupt nicht damit rechnete. Ich habe nicht wirklich gepusht und doch ist es passiert", beschreibt er den Moment des Abflugs. "Aber so ist das in einem Flag-to-Flag-Rennen. Wir haben heute einige Stürze gesehen."

Warum Marc Marquez vor allem der zweite Sturz ärgerte

Der 27-Jährige hob seine Honda wieder auf und fuhr weiter, lag allerdings nur noch auf Platz 18. Doch ihm gelang es, Runde für Runde Boden gutzumachen. In dieser Phase war Marquez der schnellste Fahrer auf der Strecke. Bei noch zehn zu fahrenden Runden war er schon Elfter, stürzte dann aber ein zweites Mal.

In Kurve 6 klappte dem Spanier das Vorderrad ein. Sein Motorrad überschlug sich im Kies und wurde beschädigt, sodass er das Rennen endgültig aufgeben musste. "Ich bin wütend auf mich selbst, weil der zweite Sturz unnötig war", ärgert sich Marquez. "Der erste kann passieren, aber der zweite war vollkommen unnötig."

"Ich dachte in dem Moment mehr über andere Dinge nach, über die Position auf dem Motorrad. Ich bin einfach nur gefahren und habe nicht über die Streckenbedingungen nachgedacht. Den zweiten Sturz hätte ich also besser vermeiden können." Zumal der Honda-Pilot sogar mit dem Gedanken spielte, das Bike nochmal zu wechseln.

Eingeschränkte Physis bleibt im Trockenen ein Problem

"In dieser Runde habe ich meinem Team mitgeteilt, dass ich an die Box komme, um auf Slicks zu wechseln", verrät der Spanier, "denn die Strecke war aus meiner Sicht trocken genug." Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Trotzdem zieht Marquez ein versöhnliches Fazit und spricht von einem insgesamt positiven Wochenende.

"Wir haben gesehen, dass der Speed da ist, wenn ich aufgrund der Bedingungen nicht so sehr unter körperlichen Einschränkungen leide. Ja, mir ist ein Fehler passiert, aber das gehört dazu, wenn man in den Rennsport zurückkehrt. Heute sah ich eine Gelegenheit, vielleicht habe ich es deshalb zu sehr gewollt und übertrieben."

Im Nassen sei seine Physis, die immer noch nicht bei 100 Prozent ist, kein Problem gewesen. "Ich konnte mehr oder weniger so fahren, wie ich wollte. Das ist gut", resümiert er. "Aber im Trockenen habe ich immer noch die Grenzen gemerkt. Wir machen Fortschritte und vielleicht war das heute ein weiterer Schritt in meiner Genesung."

Trotzdem macht sich Marquez noch auf "einen langen Weg" gefasst, bis er wieder bei voller Fitness ist. Mit Blick auf den nächsten Doubleheader in Mugello und Barcelona sagt er: "Es sind zwei Rennen in Folge und ich werde zu kämpfen haben. Aber jetzt lassen wir dieses Wochenende erstmal sacken und versuchen, uns zu erholen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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