Marco Bezzecchi spricht erstmals nach Assen-Crash: "Einer der schlimmsten"
"Nur Kies, Kies, Kies, und am Ende die Mauer" - So beschreibt Marco Bezzecchi seinen schweren Sturz in Assen - Er ist dankbar, ohne Verletzungen davongekommen zu sein
Marco Bezzecchi hat sich erstmals über seinen schweren Sturz in Assen geäußert
Foto: Getty Getty
Marco Bezzecchi hat seinen schweren Sturz bei der Dutch TT in Assen glimpflich überstanden. Der Aprilia-Fahrer stürzte in der zweiten Runde in der Ramshoek-Kurve. Es ist die ultraschnelle Linkskurve im letzten Sektor vor der Geert-Timmer-Schikane.
Sowohl die Aprilia als auch der Italiener überquerten bei der wilden Rutschpartie das Kiesbett, den Asphalt der Kurzanbindung der Strecke, und schließlich noch den Rasen.
Das Motorrad schlug in die Streckenbegrenzung ein und wurde entsprechend beschädigt. Das Wichtigste aber: Bezzecchi, der sich im Kiesbett mehrfach überschlagen hat, kam glücklicherweise ohne schwere Verletzungen davon.
Nun hat sich Bezzecchi in seinem Blog auf seiner Webseite erstmals selbst zu seinem schweren Sturz geäußert: "Ich habe schon viele schlimme Stürze erlebt, aber der von Sonntag war wahrscheinlich einer der schlimmsten."
"Zum Glück habe ich mir keine Brüche zugezogen, aber der Aufprall war wirklich heftig." Zu diesem Zeitpunkt lag Bezzecchi auf Platz vier, direkt hinter der Ducati von Marc Marquez.
"Ich griff Marc an und fuhr etwas härter, als es das Motorrad vertragen hat", schildert er. "Ich habe das Vorderrad bei fast 200 km/h verloren. Von da an hatte ich über nichts mehr Kontrolle, nur Kies, Kies, Kies, und am Ende die Mauer."
"Ich blieb inmitten der Sportwarte ein paar Sekunden liegen, um wieder zu Atem zu kommen. Sie halfen mir hoch, und ich konnte auf eigenen Beinen zum Krankenwagen gehen."
"Allein das ist schon ein Grund zur Dankbarkeit nach einem solchen Sturz. Im Medical Center verliefen die ersten Untersuchungen gut. Nichts Neurologisches, Arme und Beine reagierten normal."
"Allerdings hatte ich starke Schmerzen im Nacken, und zu Recht wollte das medizinische Personal kein Risiko eingehen: Man verlegte mich zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus von Groningen."
"CT, Röntgenaufnahmen, das komplette Protokoll. Ich verbrachte den Nachmittag dort und wartete auf die Ergebnisse mit der gleichen Anspannung, die wohl auch diejenigen zu Hause verspürt haben, die mitgefiebert haben."
"Zum Glück keine Brüche, keine Verletzungen. Am Abend wurde ich entlassen." Bezzecchi kehrte anschließend in seine Heimat Italien zurück, wo er sich seither von dem wilden Sturz erholt.
Verlust der WM-Führung kein Drama
Assen hätte nach zwei enttäuschenden Rennwochenenden eigentlich die Wende für den Italiener einleiten sollen. In Ungarn wurde Bezzecchi beim Startunfall, den sein Teamkollege Jorge Martin auslöste, aus dem Rennen gerissen.
In Tschechien ohrfeigte Bezzecchi nach seinem Sturz im Sprint einen Sportwart. Als Strafe wurde er für das Rennen gesperrt. In Assen startete er gut ins Wochenende und stellte in den ersten drei Freien Trainings die Bestzeit auf.
"Die Motivation, an diesem Wochenende in Assen gut abzuschneiden, war groß", hält Bezzecchi fest. "Und teilweise ist es auch gelungen: Bestzeit im Freitagstraining und die erste Startreihe im Qualifying."
"Das Motorrad lief sowohl auf der schnellen Runde als auch im Rennrhythmus gut. Ich hatte das richtige Gefühl. Doch wie es im Rennsport eben ist, braucht es nur sehr wenig, um alles auf den Kopf zu stellen."
Im Endeffekt sammelte Bezzecchi an den letzten drei Rennwochenenden insgesamt nur 13 WM-Punkte. Dadurch verlor er die WM-Führung an Martin und hat vor dem Sachsenring sieben Zähler Rückstand.
"Ehrlich gesagt ist die Tabelle in diesem Moment das Letzte, worüber ich mir Gedanken mache", sagt der 27-Jährige. "Was zählt, ist, dass es mir gut geht, dass ich wieder aufs Motorrad zurückkehren kann."
"Und dass Aprilia trotzdem einen Dreifacherfolg auf dem Podium eingefahren hat. Eine schöne Genugtuung für das ganze Team, auch an einem schwierigen Sonntag für mich."
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