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Top 5 für Marini, nächster Schritt für Moreira: Honda sammelt in Ungarn wichtige Punkte - Dennoch sprechen die Fahrer offen über fehlenden Grip und Vibrationen

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Luca Marini musste Ai Ogura zwar noch ziehen lassen, wurde aber starker Fünfter

Foto: Gold Gold

Auf dem Papier gehörte der Grand Prix von Ungarn zu den erfolgreichsten Wochenenden der laufenden MotoGP-Saison für Honda. Luca Marini fuhr im Rennen auf einen starken fünften Platz, Rookie Diogo Moreira bestätigte seinen Aufwärtstrend mit Rang sieben im Sprint und Platz sechs am Sonntag.

Gleichzeitig offenbaren die Aussagen der Fahrer jedoch, dass die grundlegenden Probleme der RC213V weiterhin längst nicht gelöst sind. Vor allem Marini erlebte ein Wochenende mit zwei Gesichtern. Noch am Freitag hatte der Italiener keine großen Erwartungen, nachdem er am Q2-Direkteinzug gescheitert war.

"Ich habe genau das erwartet", sagte Marini und zog den Vergleich zur Konkurrenz. "Immer wenn wir neue Reifen montieren, bekommen wir nicht denselben Vorteil aus den neuen weichen Reifen wie die anderen. Die Rundenzeit kommt einfach nicht."

Umso zufriedener zeigte sich der Honda-Werksfahrer nach dem Qualifying, das er auf dem neunten Startplatz beendete. Er sprach von seinem bislang besten Zeittraining der Saison: "Ich war wirklich glücklich und zufrieden, denn es war das erste Mal in diesem Jahr, dass ich mich im Qualifying wohlgefühlt habe."

Schwieriger Sprint, Erleichterung im Rennen

Die Ernüchterung folgte im Sprint. Marini verlor nach eigenen Angaben an Hinterradgrip, das Motorrad wollte nicht mehr einlenken und rutschte permanent über beide Räder.

"Ich habe den Grip am Heck komplett verloren und kam nicht mehr in die Kurven", erklärte der Italiener und befürchtete nach dem Sprint, dass die Situation im Grand Prix mit dem Medium-Hinterreifen sogar noch schwieriger werden könnte.

Tatsächlich bestätigte sich dieser Eindruck zunächst. So sei das Warm-up mit dem Medium eine "Katastrophe" gewesen, weshalb er sich für den weichen Hinterreifen entschied.

Damit gelang Marini schließlich "ein gutes Rennen", wie er selbst bilanziert. Honda habe das Motorrad im Vergleich zum Samstag verbessern können. Dennoch blieb das Rennen ein Balanceakt. In den letzten fünf Runden sei der Hinterreifen praktisch am Ende gewesen. Gegen Ai Ogura konnte er sich nicht mehr behaupten.

"Ich habe alles versucht, um es ihm schwer zu machen, aber es ist unmöglich, ihn hinter sich zu halten. Wenn du innen zumachst, überholt er dich außen", so Marini.

Trotz Rang fünf blieb der Spanier aber bemerkenswert realistisch. Denn vier Fahrer vor ihm schieden nach einem Massencrash am Start aus, weshalb er seine tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit eher in der zweiten Hälfte der Top gesehen hätte: "Ohne die Stürze wäre es P9 gewesen. Das war unsere Position."

Mir rätselt über verändertes Fahrverhalten

Während Marini zumindest kleine Fortschritte erkennen konnte, fiel das Fazit von Joan Mir deutlich düsterer aus. Der Spanier kämpfte bereits im Sprint mit massiven Problemen und schied im Grand Prix am Sonntag nach einem Sturz vorzeitig aus.

Besonders die Bremsphase bereitete dem Weltmeister von 2020 Sorgen. Starke Vibrationen hätten ihn daran gehindert, seinen gewohnten Fahrstil umzusetzen. "Ich kann nicht so bremsen, wie ich bremsen möchte. Ich kann das Motorrad nicht so fahren, wie ich es fahren möchte", klagte Mir nach seinem Sprintrennen.

Rätselhaft sei vor allem die Art des Problems. Normalerweise treten solche Vibrationen bei sehr hohem Gripniveau auf. In Ungarn habe Honda jedoch gleichzeitig wenig Grip und starke Schwingungen beim Bremsen erlebt, so der Spanier.

Besonders beunruhigend sei, dass sich die RC213V inzwischen völlig anders anfühle als noch zu Saisonbeginn. "Das ist nicht das Motorrad, mit dem ich die ersten Rennen des Jahres gefahren bin", hält Mir fest. Dabei erinnert Honda-Werkspilot daran, dass er noch vor zwei Rennwochenenden auf dem Podium stand.

Diogo Moreira

Diogo Moreira feierte mit den P7 und P6 sein bisher stärktes Wochenende

Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images

Für die positiven Schlagzeilen sorgte in Ungarn neben Marini vor allem Diogo Moreira. Der Brasilianer bestätigte seine starke Form nach dem überzeugenden Auftritt in Mugello mit Platz sieben im Sprint und Rang sechs im Grand Prix.

Ganz zufrieden war der Rookie dennoch nicht. Rückblickend hält er die Wahl des Medium-Hinterreifens für einen Fehler. "Ich glaube, wir haben die falsche Entscheidung beim Hinterreifen getroffen", räumt Moreira ein. Er hätte auch lieber den Soft gewählt. Trotzdem überwiegt für den LCR-Piloten das Positive.

Die Pace sei ordentlich gewesen, das Rennen wurde ins Ziel gebracht und die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Nach Mugello und Ungarn erkennt Moreira klaren Fortschritt. "Jetzt müssen wir einfach diesen Flow beibehalten", so der Rookie.

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