MotoGP
Marini verlässt Honda ohne große Erfolge: "Weiß, was ich geleistet habe"
Honda beendet nach drei Jahren die Zusammenarbeit mit Luca Marini - Der Italiener wechselt 2027 zu Tech3-KTM und blickt offen auf seine Zeit im Werksteam zurück
Gerald Dirnbeck Germán Garcia Casanova
Veröffentlicht: 03.09.2026, 15:43
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Luca Marini sammelte in allen 13 Grands Prix WM-Punkte
Foto: Gold Gold
Nach drei Jahren geht das Kapitel von Luca Marini im Honda-Werksteam zu Ende. Als Marc Marquez im Herbst 2023 seinen Vertrag mit Honda auflöste, meinte er damals, dass es "keinen Sinn" für Honda mache, einen Topfahrer zu engagieren, solange die RC213V nicht konkurrenzfähig ist.
"Das Beste für das Projekt ist es, das ganze Geld in das Motorrad zu investieren", sagte Marquez damals. "Das ist meine Überzeugung, denn es hat keinen Sinn, ein Motorrad zu haben, das im Moment nicht gut performt, und dafür den besten Fahrer zu holen."
"Zuerst braucht man das Motorrad, und dann geht man los und holt sich den besten Fahrer. Es spielt keine Rolle, wer das ist. Das ist meine Meinung." Da es spät in der Saison war, hatte Honda damals nicht viele Alternativen.
Marini ging von sich aus auf Honda zu und konnte die Manager überzeugen. Somit wechselte er von VR46 ins japanische Werksteam und übernahm den freien Platz von Marquez.
Nun muss er gehen, denn Honda setzt ab 2027 mit Fabio Quartararo auf einen Topfahrer. Marini muss das Projekt verlassen, ohne die Früchte seiner Arbeit geerntet zu haben. Ihm gelang in zweieinhalb Jahren kein Podestplatz.
"Am Anfang, als ich mit Honda gesprochen habe und sie mir die Entscheidung mitgeteilt haben, war ich natürlich ein wenig traurig", sagt Marini zur Trennung. "Aber ich verstehe es, ich musste es akzeptieren und nach vorne schauen."
"Ich weiß, was ich hier bei Honda und für Honda geleistet habe - als Fahrer und als Mensch. Ich habe an allem gearbeitet, nicht nur am Motorrad, und ich bin wirklich zufrieden mit dem, was wir gemacht haben."
"Ich bin wirklich froh, mit großartigen Leuten in meiner Box gearbeitet zu haben. Jeder hat mir etwas mitgegeben, und ich habe viel gelernt. Jetzt mache ich einfach weiter, arbeite weiter an dieser Saison und gebe mein Bestes."
Marini kann die Früchte der Arbeit nicht ernten
Honda hat seit der Trennung von Marquez das Projekt in vielen Bereichen verändert, personell zum Beispiel durch den neuen Technikdirektor Romano Albesiano. Johann Zarco holte 2025 einen Sieg im Regen von Le Mans.
Joan Mir erzielte bei trockenen, normalen Verhältnissen im vergangenen Jahr zwei dritte Plätze. Honda machte zwar Fortschritte, doch die Rückkehr ins Spitzenfeld gelang zum Ende der 1.000er-Ära nicht.
Trotzdem sagt Marini, dass jetzt sehr viel anders ist als bei seiner Ankunft 2024: "Ach, das ist in jeder Hinsicht völlig anders. Es war wie eine Revolution, und zwar auf eine sehr gute Art."

Auf seine Arbeit bei Honda ist der Italiener stolz
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
"Und ich finde, für mich persönlich ist die Reglementänderung für nächstes Jahr wirklich schade. Denn wir hätten 2026 noch viel mehr erreichen können, wenn das Reglement so weitergegangen wäre."
"Sie hätten das Projekt weiter verbessert, weiter auf mich gehört und weiter am Motorrad gearbeitet, während jetzt leider die ganze Anstrengung in das neue Motorrad fließt, was ich natürlich verstehe."
"Deshalb sammeln wir in diesem Jahr 2026 nicht die Ergebnisse, die wir erwartet hatten und für die wir in den vergangenen zwei Jahren gearbeitet haben. Als ich bei Honda ankam, mussten wir alle gemeinsam daran arbeiten, etwas aufzubauen."
"Und jetzt, wo es fertig ist, fehlen noch ein paar kleine Puzzleteile, um es mit den Ergebnissen noch etwas mehr genießen zu können." Marini holte in allen bisherigen 13 Saisonrennen WM-Punkte, sein bestes Ergebnis war Platz fünf in Ungarn.
Marinis Zukunft heißt Tech3-KTM
Die Zukunft des Italieners heißt KTM. Marini fährt in den kommenden beiden Jahren für das Tech3-Team von Günther Steiner. "Ich habe versucht, die beste Lösung für mich zu finden", sagt er zu seiner Zukunft.
"Am Ende glaube ich, das ist mir gelungen, und ich bin mit allem wirklich zufrieden. Ich muss jetzt einfach weiterhin mein Bestes als Fahrer geben, für diese Saison, für die nächste und für die Zukunft."
In seinen drei Honda-Jahren hat sich Marini den Ruf aufgebaut, sehr präzise Aussagen zu treffen und gut mit den Ingenieuren an der Weiterentwicklung zu arbeiten. Das machte ihn für andere Hersteller interessant.
KTM hat es bisher nicht geschafft, das Motorrad zur absoluten Referenz zu entwickeln und den Sprung an die Spitze zu machen, um auf allen Strecken und unter allen Bedingungen um den Sieg kämpfen zu können.
Könnte Marini derjenige sein, der zusammen mit den KTM-Ingenieuren genau das schafft? "Nun, wir werden sehen. Denn nächstes Jahr ist die Situation sicher eine andere, mit all den Änderungen beim Reglement und den Reifen."
"Aber natürlich werde ich auch dort mein Bestes geben, und versuchen, so schnell wie möglich das höchste Niveau zu erreichen. Am Anfang wird es vielleicht nicht so einfach sein, denn ich glaube, dass Ducati und Aprilia allen anderen ein Stück voraus sein werden. Aber das Ziel ist es, so schnell wie möglich aufzuschließen."
Di Giannantonio: Marinis Feedback kann für KTM sehr wichtig sein
KTM hat für das Werksteam Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio engagiert. Auch sie glauben, dass Marini für die Weiterentwicklung eine gute Wahl ist, um das Projekt gemeinsam voranzubringen.
"Definitiv", sagt Di Giannantonio über Marini. "Ich freue mich wirklich, wirklich sehr für ihn. Ich glaube, es ist großartig für die MotoGP, dass er weiterhin im Feld bleibt. Wir sind Freunde."
"Und es ist auch eine großartige Verpflichtung für KTM, weil ich glaube, dass er dem Werk helfen kann, das Motorrad und alles Weitere zu verbessern. Außerdem ist er ein super schneller Fahrer, also freue ich mich für ihn."
Di Giannantonio meint außerdem, dass Marini noch bessere Feedbacks geben kann als er selbst: "Ich glaube, das ist eine Art Feingefühl. Ich würde sagen, ich bin ein Fahrer, der gute Rückmeldungen gibt, aber er ist da noch viel präziser als ich."
"Ich würde mich selbst auf dem Niveau der Fahrer einordnen, die gute, ziemlich präzise Rückmeldungen geben. Aber er ist noch viel besser als ich. Wenn wir zusammen trainieren und über das Rennfahren sprechen, lerne ich immer sehr viel von ihm. Deshalb sage ich, das ist wirklich eine großartige Verpflichtung von KTM für nächstes Jahr."
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