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Marquez nach Sprintsieg: "Zum Glück ist Acosta noch nicht auf einer Ducati"

Trotz klarer Dominanz bleibt Marc Marquez vorsichtig - Er ordnet seine Probleme mit Arm und Schulter ein - Und ein Ducati-Satz über Pedro Acosta sorgt für Aufsehen

Marquez nach Sprintsieg: "Zum Glück ist Acosta noch nicht auf einer Ducati"

Im nächsten Jahr sind die beiden Teamkollegen im Ducati-Werksteam

Foto: Gold Gold

Nach dem Trainingstag im Balaton Park in Ungarn hielt Marc Marquez fest, dass er keine Chance auf den Sieg sieht. Dann eroberte der MotoGP-Weltmeister am Samstag im Qualifying seine 76. Poleposition in der Königsklasse und dominierte anschließend den Sprint.

Es war der 18. Sprintsieg für Marquez, womit er in der Bestenliste der Samstagsrennen wieder mit Jorge Martin gleichzog. Außerdem war es sein 33. Sprintpodium. Marquez und Francesco Bagnaia liegen in dieser Statistik gemeinsam auf Platz zwei.

Wie war es möglich, dass Marquez den Sprint derart dominieren konnte? "Wie man sieht, war die Strategie klar", beginnt er seine Erklärung. "Gestern war ich im Eco-Modus, heute im Supersport-Modus, und morgen muss ich im Sport-Modus sein."

"Im Supersport-Modus habe ich seit der ersten Runde am Morgen in jeder Session alles gegeben. Ich war von Beginn an schnell. Im Qualifying bin ich eine einzelne schnelle Runde normal gefahren."

"Und im Sprint bin ich die ersten drei Runden voll am Limit gefahren. Danach habe ich einfach die Distanz gemanagt." Marquez baute sich im Sprint einen Vorsprung von bis zu zweieinhalb Sekunden auf.

Pedro Acosta konnte nicht dagegenhalten. War er überrascht, dass Marquez derart angegast hat? "Nein", antwortet der KTM-Fahrer. "Man muss sich nur anschauen, wie schnell er schon in der ersten Runde aus Kurve 4 herausbeschleunigt hat."

"Wir können ein paar schnelle Runden fahren und die Pace ist einigermaßen gut, aber das Tempo, das Ducati gehen kann, vor allem in den ersten Runden, ist deutlich höher als unseres."

Marc Marquez

Marc Marquez fuhr in den ersten Runden an der Spitze auf und davon

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Ich glaube, er war in der ersten Runde etwa vier Zehntelsekunden schneller als ich", vergleicht Acosta. Nach der ersten Runde betrug sein Rückstand 0,509 Sekunden. "Am Anfang hatte er also ein Niveau, das fast schon Qualifying-Niveau war."

"Er war einfach extrem schnell", sucht der KTM-Fahrer keine Ausreden. "Ich habe ein paar Runden gebraucht, um richtig auf Tempo zu kommen. Man braucht ein paar Runden, um schnell zu werden, und dann ist der Rhythmus ziemlich konstant."

Trotz Niederlage betont Acosta seine persönlichen Fortschritte

Platz zwei bedeutete Acostas drittes Sprint-Podium in diesem Jahr. Am Sonntag will er versuchen, seinen ersten MotoGP-Sieg zu erobern. Es wäre für KTM der erste, seit Miguel Oliveira in Thailand 2022 gewonnen hat.

Pedro Acosta

Pedro Acosta ist grundsätzlich mit seiner persönlichen Leistung zufrieden

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

Obwohl Acosta noch auf seinen ersten MotoGP-Sieg am Sonntag wartet, sieht er insgesamt gute Fortschritte bei sich: "Ich bin zufrieden mit der Arbeit, die ich mache. Ich glaube, ich hole das Maximum heraus."

"Anders als im vergangenen Jahr, da habe ich mich beschwert und bin gestürzt. Dieses Jahr erfülle ich das, was von mir verlangt wird: Rennen beenden, vorne dabei sein. Aber es fehlt noch dieser eine Schritt, um weiter vorne zu sein."

Marquez: "Die Jungen rücken nach"

Für Marquez wäre der Sieg am Sonntag klassenübergreifend sein 100. Grand-Prix-Triumph. Nur Giacomo Agostini (122) und Valentino Rossi haben in ihrer erfolgreichen Karriere dreistellig gewonnen.

"Heute habe ich mir die erste Startreihe angesehen", sagt Marquez, als er auf diesen möglichen Meilenstein angesprochen wird, "und ich bin zehn Jahre älter als Acosta und elf Jahre älter als Aldeguer."

Marc Marquez, Pedro Acosta, Fermin Aldeguer

Acosta ist Jahrgang 2004, Marquez 1993 und Aldeguer 2005

Foto: Getty Images Europe

"Die Jungen rücken nach, das passiert uns allen. Der natürliche Verlauf ist, dass die jungen Fahrer dich immer weiter pushen. Und irgendwann kommt der Moment, in dem sie dich nicht mehr pushen, sondern verdrängen."

"Zum Glück sitzt Acosta noch nicht auf einer Ducati. Bezzecchi ist auch da, aber wir machen unser eigenes Ding, und vor allem will ich es genießen. Ich hatte viele Jahre voller Druck, und jetzt möchte ich diesen Sport auch genießen."

Wie er den körperlichen Einbruch im GP managen will

Denn die bisherige Saison war für Marquez harte Arbeit. Aufgrund der Probleme mit dem rechten Arm konnte er das Fahren nicht genießen. Nun hat er in Ungarn zumindest am Samstag gezeigt, was er kann, wenn er sich körperlich gut fühlt.

"Nicht schlecht, nicht schlecht", sagt er nach dem Sprint zu seiner körperlichen Verfassung. "Am Sonntag wird in den letzten Runden der Schlüssel sein zu verstehen, wann ich den Einbruch spüre."

"Im Kopf bleibe ich im Rennmodus, aber der Körper wird nicht mehr mitmachen. Ich muss sehr vorsichtig sein, weil schon ein kleiner Fehler bei einem Richtungswechsel oder bei der Körperposition - wie in Le Mans - einen Sturz verursachen kann."

"Und genau das wollen wir vermeiden", betont Marquez, dass er nicht um jeden Preis volles Risiko gehen wird. Wie macht sich dieser Einbruch, diese Ermüdung in der rechten Schulter und im Arm bemerkbar?

Marc Marquez

Marc Marquez muss im langen Rennen auf seinen Körper hören

Foto: Getty Images Europe

"Durch das Adrenalin ist es schwer zu merken, was genau passiert, aber man spürt einfach, dass man von Runde zu Runde steifer wird. Man arbeitet dann mit dem Körper auf der rechten Seite immer weniger."

"Mein Bruder hat sich in Mugello darüber lustig gemacht und heute auch ein wenig, weil ich, wenn ich müde werde, anfange wie Norick Abe zu fahren. Ich kompensiere dann mehr mit der linken Seite und in den Rechtskurven."

"Aber ich bin stärker als erwartet, denn ich bin mit dem Gefühl von Mugello hierher gekommen, also ziemlich weit [vom Optimum] entfernt. Doch durch den Streckenwechsel und die vielen Linkskurven begann ich, besser zu fahren."

"Am Anfang der Saison war ich in Linkskurven nicht der schnellste Ducati-Fahrer, jetzt werde ich zusehends dort der Schnellste. Ich kann den Körper besser einsetzen. Das macht mir auf dieser Strecke das Leben leichter."

"Jetzt müssen wir uns in den Rechtskurven verbessern, aber das wird mit der Zeit kommen. Aber wie gesagt: Ich bin hier langsamer als im vergangenen Jahr. Mal sehen, ob wir morgen das Rennen gut managen können."

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